Streumittel im Winterdienst: Darauf müssen Sie achten

Die Auswahl an Streumitteln für den Winterdienst ist groß. Henning Russ, Geschäftsführer der Wisag Garten- und Landschaftspflege, erklärt, wie er das passende Produkt auswählt.

Winterdienst
Bei der Auswahl des passenden Streumittels für den Winterdienst gibt es einige Aspekte zu beachten. - © Wisag

Gibt es Einschränkungen bei der Auswahl des Streumittels?

Ja, die gibt es. Unsere Kunden geben uns in der Regel vor, welche Streumittel wir verwenden dürfen bzw. sollen. Es gibt gesetzliche Vorgaben, die beispielsweise den Einsatz von Salz verbieten; oder bautechnische Gegebenheiten, die den Einsatz von salzhaltigen Streumitteln nicht möglich machen, da Korrosionsgefahr besteht. Ein weiterer Gesichtspunkt sind empfindliche Bodenbeläge, die nicht mit abstumpfenden Streumitteln wie Splitt oder Sand in Kontakt kommen dürfen. Letztlich sollten Streumittel Böden, Gewässer und Vegetation nicht beeinträchtigen. Aus Umweltgesichtspunkten empfehlen wir außerdem den Verzicht auf Streumittel, deren Herstellung energieintensiv ist – z. B. Blähton – oder die weite Transportwege zurücklegen.  

Welche Streumittel setzen Sie ein?

Je nach Anforderungen der Kunden setzen wir unterschiedlichste Streumittel ein: Splitt, Lavagranulat, Sand, Natrium- oder Kaliumformiate, Acetate, Salz, Sole, Harnstoff. Es geht natürlich auch, ganz auf Streumittel zu verzichten und Schnee mechanisch zu beseitigen. 

Nach welchen Gesichtspunkten wählen Sie das jeweilige Streumittel aus?

Maßgebliche Auswahlkriterien sind neben der Vorgabe des Kunden die Verfügbarkeit, die Umweltverträglichkeit sowie die eingesetzte Technik. Und wirtschaftliche Gesichtspunkte spielen ebenfalls eine Rolle.

Henning Russ, Geschäftsführer der Wisag Garten- und Landschaftspflege
Henning Russ, Geschäftsführer der Wisag Garten- und Landschaftspflege - © Wisag

Mit welchem Streumittel haben Sie die besten und mit welchem die schlechtesten Erfahrungen gemacht?

Das lässt sich pauschal nicht beantworten, das ist immer abhängig von der aktuellen Situation und den gegebenen Rahmenbedingungen. Aus ökologischen Gesichtspunkten würden wir gerne häufiger Auftaumittel auf Formiatbasis einsetzen, da sie Pflanzen nicht schädigen, ökologisch abbaubar sind und auch bei sehr niedrigen Temperaturen wirken – sie sind allerdings auch um ein Mehrfaches teurer als Tausalz.

Können Streumittel Schäden am oder im Objekt verursachen?

Ja. An falscher Stelle eingesetzt kann ein Taumittel beispielsweise zu Korrosionsschäden an Bauwerken oder Einrichtungen, zu mechanischen Schäden an Bodenbelägen oder zu Schäden an Pflanzen führen.  

Wie schützen Sie das Objektinnere vor Schäden durch Streumittel?

Schutz bietet unter anderem ein regelmäßiges Entfernen der Streumittel, das Auslegen von Abstreifmatten, die Verwendung von Taumitteln auf Basis von Natriumformiat – oder auch der Verzicht auf den Einsatz von Streumitteln. / wz