Dr. Sasse AG Stabil auf Kurs

Dr. Christine Sasse und Dr. Eberhard Sasse informierten Ende Oktober in München über die Entwicklung des Familienunternehmens im abgelaufenen Jahr. Bild: rationell reinigen - © rationell reinigen

Das Familienunternehmen Dr. Sasse AG, München, hat sich 2013 und im fast abgelaufenen Jahr 2014 am Markt erfolgreich behauptet. Langjährige Kunden verlängerten bzw. erweiterten ihre Aufträge. Neue Facility-Management-Aufträge im In- und Ausland wurden gestartet. Die Ertragslage sei stabil. Der Multidienstleister meldet für 2014 ein Wachstum von 2,9 Prozent, der Umsatz stieg von 138 auf 142 Millionen Euro. Das Münchener Unternehmen erwirtschaftet rund 70 Prozent seines Umsatzes im infrastruktu­rellen und 30 Prozent im technischen Facility Management.

Einen zunehmenden Trend sieht Dr. Eberhard Sasse darin, dass gerade große Auftraggeber nur noch einen Dienstleistungspartner für ihre Niederlassungsstandorte präferieren. Dies gelte nicht nur auf Deutschland bezogen, sondern zum Teil auch schon inter­national. Hierzu müsse ein Dienstleistungsunternehmen eine ge­wisse kritische Größe aufweisen. Sasse sieht sein Unternehmen aber in diesem Bereich gut aufgestellt. Ein gutes Beispiel für diesen Trend ist Microsoft. Bereits seit 1997 ist die Sasse-Gruppe für den Software- und Hardwarehersteller an allen Standorten in Deutschland tätig. 2013 hat sich die Geschäftsbeziehung sogar grenzüberschreitend ins osteuropäische Ausland erweitert.

Daran anknüpfend hat man sich in München kurz- bis mittelfristig das Ziel gesetzt, sich in diesen Ländern auch im Bereich Verkehrsmittel- und Flughafenreinigung, in dem man über große Erfahrung verfügt, ebenfalls zu etablieren. Langfristig betrachtet kann sich Dr. Eberhard Sasse Nordafrika als einen interessanten Zukunftsmarkt vorstellen. Man müsse die Entwicklung dieser Staaten genau beobachten.

Ein großes Thema, nicht nur bei der Dr. Sasse AG, ist der Wettbewerb um Arbeitskräfte, betonte Dr. Christine Sasse. Ein großes Potenzial bestehe nach wie vor darin, gerade in Führungspositionen mehr Frauen einzubinden. Dies erfordere jedoch eine entsprechende Gestaltung von Arbeitsplätzen und -zeiten, um Familie und Beruf vereinbaren zu können. Insgesamt müssten Unternehmen neue Wege beschreiten und sich „auf Veränderungen einstellen, die man sich heute noch gar nicht vorstellen kann“, sagte Sasse. Potenzial bestehe nach wie vor in der Qualifizierung und Weiterbildung der eigenen Mitarbeiter, um sie an höhere Aufgaben heranzuführen. In diesem Bereich engagiert sich die Dr. Sasse AG seit jeher besonders stark. Wichtig sei es, dass die Branche hier eigene Standards etabliert.

Ein weiteres Hemmnis besteht darin, dass „Facility Manager“ kein eigenständiger Ausbildungsberuf sei, so Christine Sasse weiter. Es gelte daher, „einen modernen, für Jugendliche attraktiven“ Lehrberuf zu etablieren. An diesem Thema arbeiten Branchenvertreter bereits seit rund einem Jahr und man ist mit Industrie- und Handelskammern und der Gewerkschaft in Gesprächen. Sasse zeigte sich zuversichtlich, dass dieser Ausbildungsberuf in wenigen Jahren etabliert werden kann, ein Rahmenlehrplan steht bereits.