Damit man als Objektbetreiber auf dem stillen Örtchen keinen negativen Eindruck hinterlässt, gilt es nicht nur, während des laufenden Betriebes auf Hygiene und Sauberkeit zu achten. Diese werden maßgeblich schon in der Planungsphase bestimmt: bei der Wahl der richtigen Ausstattung.
Sparsame Spender gefragt
-In öffentlichen Einrichtungen wie Hotels, Schulen, Altenheimen und Krankenhäusern ist das Risiko einer schnellen Keimübertragung aufgrund der hohen Besucherzahlen im Sanitärbereich besonders groß. Um diese Keimübertragung möglichst gering zu halten, bedarf es einer regelmäßigen und gründlichen Reinigung. Doch nur Sauberkeit alleine reicht nicht aus.
Ein gut ausgestatteter Waschraum hinsichtlich der Spendersysteme trägt zum guten Allgemeinzustand bei und sichert einen optimalen Komfort. Spendersysteme müssen aufgrund der starken Beanspruchung auf Leistung und Wirtschaftlichkeit sorgfältig geprüft werden. Dies gilt auch für die Verbrauchsmaterialien. Außerdem sind die Punkte leichte Wartung, Zuverlässigkeit, leichtes Nachfüllen und einfache Reinigung (bei glatten Oberflächen können sich Schmutz und Staub nicht so schnell ansetzen) von Bedeutung.
Die meisten Infektionen werden über Handkontakte übertragen, weil die Handflächen durch Feuchtigkeit und Wärme Bakterien einen idealen Nährboden bieten. Nur trockene Hände sind sauber und hygienisch. Um die generelle Frage zu beantworten, welche Möglichkeiten zum Händetrocknen bestehen und eingesetzt werden, muss man verschiedene Kriterien beachten. Zu berücksichtigen ist z.B. die allgemeine Frequentierung der Waschräume, nicht unerheblich sind Anschaffungs- und Folgekosten. Durchgesetzt haben sich Papierhandtücher, Stoffhandtücher und Warmlufthändetrockner.
Warmlufthändetrockner sind überwiegend in öffentlichen Toiletten vorzufinden. Die nachfolgende Aufstellung zeigt aber deutlich, dass die Lufttrockner nicht unbedingt zur Bakterienreduzierung beitragen. Außerdem stellt sich bei dem Händetrocknen ein klebriges Gefühl ein. Seifenreste werden nicht ganz entfernt, da die Luft vom Trockner nur das Wasser verdunsten lässt. Im Gegensatz zum Papierhandtuch dauert es mit dem Lufttrockner auch zu lange – die meisten Menschen verlassen dann die Toilette mit feuchten Händen.
- Papierhandtücher und -rollen: Abnahme der Keimbesiedlung um 25 Prozent.
- Textilrolle: Verringerung der Bakterien um vier Prozent.
- Lufttrockner: Erhöhung der Keimzahlen um 100 Prozent.
Papierhandtücher
Papierhandtücher werden unterschieden durch die Lagen- und Zickzackfalzung. Außerdem werden die Handtücher noch als Rollenpapier angeboten. Bei der Lagenfalzung sind viele Papierqualitäten und Handtuchlängen lieferbar. Zur Abtrocknung der Hände werden zwischen zwei bis vier Tücher benötigt.
Die Tücher mit Zickzackfalzung haben den Vorteil, dass das nächste Blatt immer automatisch herausgezogen wird, ohne dass der Spender vom Anwender berührt werden muss. Bei dem Einlegen des Papiers ist darauf zu achten, dass die Stapel gerade hereingelegt werden und auch nur in der angegebenen Menge. Papierhandtücher von der Rolle werden durch eine Abrisskante am Spender abgerissen. Solche Spender gibt es auch mit Annäherungselektronik, dort kann die Handtuchlänge eingestellt werden.
Handtuchspender, die den Verbrauch reduzieren, sind einstellbar. Das bedeutet, das Papier wird im Intervall vorgeschoben. Der Nutzer hat ausreichend Zeit, sich seine Hände mit einem Blatt abzutrocknen, bevor das nächste Blatt aus dem Spender kommt. Bei schlechten und billigen Spendersystemen fällt teilweise das Papier stapelweise heraus. Was zuviel herauskommt, wandert etwa auf den Boden oder in den Papierkorb.
Textilhandtücher
Stoffhandtuchspender gibt es als Rollensysteme, bei denen bei Betätigung jeweils ein ca. 30 cm langes Stück Stoffbahn von einer Rolle abgerollt wird und nach einer kurzen Wartezeit auf eine zweite Rolle wieder automatisch aufgewickelt wird. Veredelte Stoffhandtuchrollen mit Silber auf der Oberfläche, die bis zu vier Mal saugstärker sind, werden auch angeboten. Sie wirken konstant antibakteriell und stoppen das Bakterienwachstum.
Zu jedem Handtuchspender gleich welcher Beschaffenheit gehört auch ein Abfallbehälter, um zu verhindern, dass Papier auf dem Boden landet. Der Abfallkorb sollte schon entsprechend groß sein und alles benutzte Papier aufnehmen, um dem Servicepersonal die Säuberungsarbeit in der Nasszelle zu erleichtern.
Toilettenpapier
Das letzte Blatt des WC-Papiers ist aufgebraucht, die Reserverolle fehlt, eine peinliche Situation. Das lässt sich verhindern mit einem Toilettenpapierspender. Für das Toilettenpapier reichen einfache Halter nicht aus. Toilettenpapierspender müssen installiert werden, möglichst abschließbar sein und zwei Rollen aufnehmen. Solche Vorratsspender funktionieren so: Ist die erste Rolle vollständig verbraucht, fällt die zweite automatisch nach. Der Abrollwiderstand ist hier auch einstellbar. Toilettenpapier wird in den verschiedensten Qualitäten angeboten (einlagig, zweilagig, dreilagig usw.).
Seifenspendersysteme
Um Keime zu entfernen, müssen die Hände regelmäßig gewaschen werden. Seife, die immer von verschiedenen Personen benutzt wird, trägt jedoch zur Keimübertragung bei. Seifenspender gehören deshalb in Wasch- und Toilettenräumen zur „Muss-Ausstattung“.
Um Kosten einzusparen, sind sogenannte Schaumseifenspender ideal. Der Schaumgenerator pumpt beim Betätigen des Hebels Luft in das Konzentrat und schäumt die Seife auf. Dies geschieht bis auf das Dreißigfache seines Volumens. Schaumseifenspender können auch mit einem Kombipräparat, das reinigt und gleichzeitig pfleg, versehen werden.
In Seifenspendern werden Einwegflaschen eingesetzt, die entweder aufgefüllt oder ausgetauscht werden. Seife und Seifenspender sollten nach Möglichkeit vom gleichen Hersteller stammen.
Infrarot-Seifenspender funktionieren wie eine moderne Lichtschranke: Sobald die Hand unter die Öffnung geführt wird, aktiviert sich der Infrarotsender. Die feine Dosierpumpe gibt nun die gewünschte Menge Seife ab – sauber, präzise und ohne Nachtropfen.
Duftspendersysteme
Oft wird vom Sanitärraumbenutzer die Qualität und Sauberkeit nach dem Duft wahrgenommen. Die angebotenen Systeme fangen bei den herkömmlichen Duftsprays an, über Duftgels bis hin zu programmierbaren Spendersystemen. Batteriebetriebene Duftspender lassen sich per Knopfdruck ausschalten und für bestimmte Zeiträume programmieren. Weiterhin werden Duftspender mit Sprayflaschen angeboten, die mit Solarzellen arbeiten und auch über eine Zeiteinstellung verfügen.
Hygienebehälter für Damentoiletten
„In Toilettenräumen für Frauen müssen bis zu fünf und für je weitere fünf Toilettenzellen mindestens in je einer Toilettenzelle ein Hygienebehälter mit Deckel vorhanden sein; diese Zellen sind zu kennzeichnen.“ So schreibt es die Arbeitsstätten-Richtlinie vor. In Verbindung mit einem Hygienebehälter ist dafür Sorge zu tragen, dass immer ausreichend Hygienebeutel vorhanden sind. Noch eine bessere und sauberere Lösung sind Hygienebehälter, die sich durch einen Infrarotsensor berührungslos und vollautomatisch öffnen und anschließend wieder schließen. Im Inneren befindet sich ein Wirkstoff, der Geruchsentwicklung unterbindet und hygienische Sicherheit garantiert. Der regelmäßige Wechsel der Behälter wird durch ein Dienstleistungsunternehmen erledigt.
Weitere Spendersysteme für den Sanitärbereich sind Spender für Feuchtreinigungstücher, die z.B. für die Säuberung des Toilettensitzes aus dem Spender entnommen werden können.
Bei der Planung der Sanitärraumausstattung ist es wichtig, die einzelnen Gerätschaften aufeinander abzustimmen. Das Verhältnis Handtuch- und Toilettenpapier muss stimmen, damit beides für die gleiche Anzahl von Besuchern ausreicht. So geschieht das Auffüllen immer gleichzeitig an allen Geräten.
In puncto Kostenersparnis können bei der richtigen Wahl der Spendersysteme einschließlich Verbrauchsmaterialen bis zu 45 Prozent der Kosten eingespart werden.
Durch weniger Handtuchpapier fallen auch geringere Entsorgungskosten an, außerdem werden die Intervalle der Bestückung verlängert, das bedeutet auch Einsparnis bei den Reinigungskosten.
