Neuer Studiengang der Fachakademie So gelingt Gebäudereinigern der Einstieg ins Gebäudemanagement

Das Fazit einer aktuellen Marktstudie lautet: Klassische Reinigungsleistungen reichen oft nicht mehr aus, um am Markt bestehen zu können. Das sehen auch viele Unternehmen so und suchen verstärkt nach für sie geeigneten Wegen ins Gebäudemanagement.

Die Teilnehmer des ersten Lehrgangs des berufsbegleitenden Teilzeit studiengangs Fachwirt/-in Gebäudemanagement (FA).

So gelingt Gebäudereinigern der Einstieg ins Gebäudemanagement

-Auf Initiative des Qualitätsverbunds Gebäudedienste und unter fachlicher Begleitung der Innungsgremien wurde speziell für das Gebäudereiniger-Handwerk der berufsbegleitende Teilzeitstudiengang Fachwirt/-in Gebäudemanagement (FA) von der Fachakademie für Gebäudemanagement und Dienstleistungen e.V. entwickelt.

Die positive Resonanz bereits zur Konzeption zeigt, dass die Fachakademie mit ihrem Ausbildungsgang genau den Wunsch der Gebäudereiniger getroffen hat: An zehn Wochenenden innerhalb von etwa neun Monaten gibt der modulare Lehrgang einen fundierten Einblick ins kaufmännische Gebäudemanagement, vermittelt schwerpunktmäßig, worauf es im infrastrukturellen und technischen Gebäudemanagement ankommt und gibt außerdem einen Überblick über das Projektmanagement.

Ein hoher Praxisbezug gewährleistet das Ziel des Kurses, den Teilnehmern die Kompetenz zu vermitteln, um einem Unternehmen den Weg ins Gebäudemanagement zu bereiten.

Jeder der acht Bausteine wird durch einen jeweils spezialisierten Fachreferenten vermittelt, die Leitung des Studiengangs liegt in der Hand des Dipl.-Ing. und Architekten Udo Pütz, der neben der Einführung und den Grundlagen des Gebäudemanagements auch Bautechnik unterrichtet. Alle Themenbausteine schließen mit einer Prüfung ab. Der Aufbau sieht wie folgt aus:

  • Einführung und Grundlagen,
    Dipl.-Ing. Udo Pütz, freier Architekt, BDA
  • technisches Gebäudemanagment I: Bautechnik,
    Dipl.-Ing. Udo Pütz, freier Architekt, BDA
  • technisches Gebäudemanagement II: Gebäudeausrüstung, Dipl.-Ing. Martin Käser
  • kaufmännische Grundlagen, Prof. Dr. Michael Nadler
  • infrastrukturelles Gebäudemanagement,
    Gebäudereinigermeister Martin Lutz
  • Gebäudemanagement im Lebenszyklus; strategische Geschäftsfeldentwicklung, Prof. Dr. Klaus Homann
  • Kooperation und Netzwerke,
    Dipl.-Wirt.-Ing. (FH) Angelika Grupp
  • Arbeits- und Umweltschutzmanagement, Qualitätssicherung und Nachhaltigkeit, Dipl.-Ing. Konrad Zieglowski

Die Teilnehmer des ersten Lehrgangs, die im Juli 2007 gestartet sind, sehen sich keineswegs als „Versuchskaninchen“, sondern eher als Vorreiter. Nach zwei Dritteln des Lehrgangs zogen sie im Januar eine Zwischenbilanz.

rationell reinigen: Warum haben Sie sich für den Teilzeitstudiengang bei der Fachakademie entschieden?

Kwiezinski: Wir haben bereits länger nach einer passenden Fortbildung gesucht, um unseren Einstieg ins Gebäudemanagement voranzutreiben. Der entscheidende Vorteil hierbei gegenüber anderen Bildungsangeboten im Bereich des FM ist, dass die Ausgestaltung des Fachakademie-Studiengangs durch die Innung betreut wurde und daher genau die Belange der Gebäudereiniger trifft. Durch den modularen Aufbau an zehn Wochenenden ist der Kurs noch machbar.

Bauer: Wir haben zwar entsprechend den Kundenwünschen vorher schon unsere Leistungen ausgeweitet, aber nun wollen wir das Thema Gebäudemanagement richtig und fundiert angehen. Die Zeit ist gekommen, um schnell zu handeln, da wollten wir nicht mehr abwarten, bis die Erfahrungen aus dem ersten Lehrgang vorliegen.“

rationell reinigen: Hat sich Ihre Entscheidung, gleich beim ersten Lehrgang teilzunehmen, bewährt?

Kwiezinski: Unbedingt! Es gab auch keine Startschwierigkeiten. Die Stimmung im Kurs ist hervorragend, die Teilnehmer sind alle sehr engagiert – eine ausgesprochen konstruktive Atmosphäre.

Bauer: Ja, der Kurs ist auch prima organisiert, ich bin wirklich positiv überrascht.

rationell reinigen: Wie werden die Themen vermittelt?

Vatterodt: Ganz klar wird das jeweilige Fachwissen hier intensiv und kompetent vermittelt – so vertiefen sich unsere Einblicke in die wesentlichen Bestandteile deutlich. Die Themenbereiche ergänzen sich gut.

Kwiezinski: Der Unterrichtsstoff wird aber nicht statisch vorgetragen, sondern an die Erfordernisse der Teilnehmer angepasst. Fragen sind offenkundig allen willkommen, weil jeder unterschiedliche Erfahrungswerte mitbringt. Die Referenten nehmen die Anregungen aus der Gruppe auf, so dass eine regelrechte Dynamik entsteht.

Bauer: Das kann ich nur unterstreichen, insbesondere ist der Studiengang sehr praxisnah.

rationell reinigen: Ist es nachteilig, sich auf verschiedene Referenten einstellen zu müssen?

Kwiezinski: Nein, im Gegenteil. Alle Referenten stehen mit beiden Beinen in ihrem Fachthema und vermitteln es sehr lebendig. Wir warten schon immer mit Spannung auf den nächsten Baustein und denken, es kann nicht besser werden – aber wir werden immer wieder positiv überrascht.

Vatterodt: Die verschiedenen Gesichter sind vorteilhaft. Dadurch wird das Gebäudemanagement aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet – so ergibt sich für uns ein Gesamtbild.

Bauer: Der Überblick wird vertieft und verfestigt. Ich erkenne, wo was gebraucht wird, was ich im Unternehmen einsetzen kann, wo sich Kostenersparnisse ergeben, wo wir selber expandieren können, wo wir an fachliche Grenzen eigener Ausführung geraten und das Zusammenspiel mit anderen Gewerken ausbauen müssen. Dafür bekommen wir hier das Rüstzeug.

rationell reinigen: Tagungsgetränke und Mittagessen sind inklusive, das macht den Lehrgang nicht kostengünstiger ...

Vatterodt: Aber so müssen wir Teilnehmer unsere Verpflegung nicht selbst organisieren und können uns auf das Thema konzentrieren. Außerdem findet gerade auch beim gemeinsamen Mittagessen ein für uns wichtiger Austausch statt. Dadurch, dass wir Teilnehmer alle aus der Gebäudereinigung kommen, entwickeln sich konstruktive Gespräche und Ideen für uns.

rationell reinigen: Wie sieht die weitere Umsetzung aus?

Bauer: Als Einstieg in das Gebäudemanagement ist der Kurs für uns genau richtig. Die erste betriebliche Umsetzung des hier Erlernten lässt sich schon gut an. Gegen Ende des Kurses werden sich der Kursleiter und die Fachakademie mit uns zusammensetzen und dann werden wir sehen, welche Fragestellungen wir im Nachgang zusätzlich vertiefen wollen.