Breitwischbezüge in der modernen Fußbodenreinigung Siegeszug der Mikrofaser

Eine moderne, rationelle Reinigung des Fußbodens erhöht nicht nur dessen Lebensdauer, sondern trägt einen wesentlichen Teil zum Werterhalt eines kompletten Gebäudes bei. Auf allen Flächen, die aufgrund erhöhter Überstellungsgrade nicht maschinell gereinigt werden können, stellt derzeit die manuelle Fußbodenreinigung mittels Breitwischgeräten das Verfahren der Wahl dar.

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    „Trapezwischer“ mit Gummilamellen und ölimprägniertem „Staubbindetuch“ nach dem Feuchtwischen.
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    Doppelbreitwischgerät „Scandic“ mit speziellem Mikrofaserbezug „Ceran“ zum Trockenmoppen.
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    „Swep Duo“ mit Fleckenpad zur Entfernung hartnäckiger Verschmutzungen.
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    01 Doppelbreitwischgerät „Twixter“ mit dem Bezug „Twix classic“ zum Nasswischen.
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    02 Breitwischgerät „RasanTEC“ mit Mikrofaserwischbezug „Trio“, insbesondere zum einstufigen Nasswischen.

Siegeszug der Mikrofaser

-Einsatzfertige Breitwischgeräte bestehen aus Stiel (möglichst höhenverstellbar), Bezugshalter und dem Wischbezug selbst. In der Regel ist der Halter klappbar, sodass die Bezüge entweder gewechselt oder ausgepresst werden können. Die Arbeitsbreite variiert zwischen 40 bis 60 cm. Allerdings zeichnet sich ein Trend bezüglich der Breite der Wischgeräte ab. Waren bisher oft 50 cm breite Wischgeräte im Einsatz, so sind mittlerweile immer häufiger die um 10 cm schmaleren Geräte im Gebrauch. Erfahrungswerte des FIGR zeigen, dass sich beim Nasswischen unter Verwendung von 40 cm breiten Wischgeräten mindestens die gleichen Flächenleistungen ergeben wie bei der Verwendung von 50 cm breiten Geräten. Durch den geringeren Reibungswiderstand aufgrund der kleineren Auflagefläche reduziert sich der Kraftaufwand beim Wischen, wodurch ein längeres ermüdungsfreies Arbeiten ermöglicht wird. Hinzu kommt, dass bei überstellten Flächen Breitwischgeräte mit 50 cm Arbeitsbreite eher hinderlich sind. Die Befestigung der Wischbezüge erfolgt entweder durch angebrachte Laschen oder Taschen, in denen der klappbare Bezugshalter eingeführt wird oder durch eine Kletthalterung.

Breitwischbezüge können allerdings nicht nur zum Nasswischen, sondern feucht oder trocken auch zum staubbindenden Wischen eingesetzt werden. Man unterscheidet zwischen dem sogenannten Feuchtwischen sowie dem Trockenmoppen.

Feuchtwischen bei losen Verschmutzungen

Das Feuchtwischen ist eine effektive Methode, um lose Verschmutzungen rationell zu beseitigen. Dazu hat man früher Breitwischbezüge oder Gazetücher mittels Sprühkännchen leicht angefeuchtet oder die Reinigungstextilien kamen direkt aus der Waschmaschine schleuderfeucht zum Einsatz. Aufgrund des höheren Aufwands und der relativ hohen Waschkosten für das Auswaschen der gebrauchten Reinigungstextilien ist dies jedoch nicht mehr zeitgemäß.

Zum modernen staubbindenden Wischen werden heute eingesetzt:

  • ölimprägnierte Einwegvliestücher,
  • klebebeschichtete Einwegvliestücher oder -Vliese,
  • spezielle Mikrofaserbezüge zum Trockenmoppen.

Das Feuchtwischen mit präparierten bzw. imprägnierten Vliestüchern, ebenso wie das Wischen mit klebebeschichteten Vliestüchern oder Vliesen, eignet sich hervorragend zur Entfernung von lose aufliegendem Schmutz auf glatten nichttextilen Belägen. Bei oberflächenstrukturierten Fußbodenbelägen sowie bei Belägen mit Fugen zeigen Wischsysteme mit präparierten Vliestüchern und Vliesen keinen optimalen Reinigungserfolg, da der lose Schmutz nicht überall erreicht wird.

Hierfür eignen sich spezielle Mikrofaserbezüge zum Trockenmoppen.

Trockenmoppen bei losem Feinschmutz

Durch Trockenmoppen mit speziellen Mikrofaserbezügen kann loser Feinschmutz sowohl von glatten als auch von strukturierten und mikroporösen Oberflächen (z.B. Feinsteinzeugfliesen) effektiv entfernt werden. Diese Bezüge werden nicht angefeuchtet, sondern die Wirkung beruht auf elektrostatischer Aufladung der extrem feinen Fasern, die so lose aufliegenden Schmutz an sich binden. Feinschmutz am Bezug kann nach Beendigung des Arbeitsvorgangs abgeschüttelt oder abgesaugt werden.

Der Vorteil einer trockenen Reinigung liegt darin, dass der Personalaufwand gering ist und deshalb die Reinigung schnell, kostengünstig und ergonomisch durchgeführt werden kann. Die speziellen Mikrofaserbezüge haben neben dem sehr guten Schmutz- und Staubbindevermögen den Vorteil, dass sie durch die ultrafeinen Filamente tief in die Oberflächenstruktur eindringen können und somit auch tief sitzende lose Verschmutzungen entfernen. Allerdings ist zu beachten, dass die Anschaffungskosten für die Mikrofaserbezüge deutlich höher sind als die von herkömmlichen Baumwollbezügen und das im Vergleich zu präparierten Einwegtüchern zusätzliche Waschkosten entstehen. Wasserlösliche Flecken, wie zum Beispiel Getränkeflecken, können weder durch Feuchtwischen noch durch Trockenmoppen entfernt werden. Hierzu ist eine Nassreinigung erforderlich.

Anforderungen an Breitwischbezüge zum Nasswischen

Breitwischbezüge sollen möglichst verschleißfest sein und eine gute Formstabilität aufweisen, die sich nicht nur auf die Fasern, sondern auch auf das Rückenmaterial bzw. die Laschen bezieht. Um ergonomisch arbeiten zu können, sollten sie gut auf dem Boden gleiten, damit der Kraftaufwand während des Wischens möglichst gering ist. Sie sollten in der Lage sein, Schmutz gut zu binden, ihn aber auch beim Waschen wieder gut abzugeben. Zudem sollte der Bezug zum Erreichen einer hohen Flächenleistung eine gute Wasseraufnahme aufweisen, aber auch in der Lage sein, möglichst viel der aufgenommenen Flotte wieder abzugeben.

Darüber hinaus ist es sehr wichtig, dass die eingesetzten Breitwischbezüge über ein gleichmäßiges Benetzungsvermögen verfügen. Eine mangelhafte Benetzung führt nicht nur zu unbefriedigenden Reinigungsergebnissen, sondern birgt beim Einsatz von Desinfektionsmitteln bzw. -reinigern auch hygienische Risiken. Eventuelle „Pfützenbildung“ verlangsamt die Trocknungszeit und erhöht somit die Rutschgefahr.

Baumwolle, Viskose oder doch lieber Mikrofaser?

Wischbezüge unterscheiden sich allgemein in der Oberflächenbeschaffenheit wie Fransen, Schlingen oder kombiniert mit Fransen und Schlingen und der Faserart wie Baumwolle, Synthetik (herkömmlich sowie Mikrofaser) oder Mischfasern. Bei den Wischbezügen sind viele Kombinationsmöglichkeiten durch Mischungen der Fasern (Baumwolle + Viskose + synthetische Faser) oder beim Besatz (außen Fransen und innen Schlingen) möglich, um positive Eigenschaften miteinander zu verbinden. Bezüge mit Schlingen haben im Vergleich zu Bezügen mit Fransen ein besseres Gleitvermögen, jedoch ist die Schmutzaufnahme – also die Reinigungswirkung – etwas geringer. Das Wasserbindungsvermögen ist abhängig von der verwendeten Faserart bzw. -mischung. Ein sehr gutes Wasserbindungsvermögen haben Viskosefasern. Auch Baumwolle kann Wasser sehr gut binden, während Bezüge aus synthetischen Fasern in der Regel nur wenig Flüssigkeitsbindungsvermögen haben.

Eine Ausnahme bilden hier die Mikrofasern. Eine Faser wird üblicherweise als Mikrofaser bezeichnet, wenn ihre Garnfeinheit geringer als 1 dtex ist (1 dtex = 1 g pro 10.000 m). Diese besitzen gegenüber anderen synthetischen Fasern eine sehr gute Wasseraufnahme. In der Regel weisen Mikrofaserbezüge beim Nasswischen einen erhöhten Reibungswiderstand auf. Zwischenzeitlich gibt es jedoch auch Mikrofaserbezüge mit sehr guten Gleiteigenschaften (teilweise sogar besser als Baumwollbezüge gleicher Arbeitsbreite). Neben der wesentlich höheren Reinigungsleistung von modernen Mikrofaserbezügen im Vergleich zu anderen Faserarten zeigen sie eine wesentlich gleichmäßigere Abgabe der Reinigungsflotte, im nassen Zustand ein geringeres Waschgewicht und in der Regel eine deutlich höhere Verschleißfestigkeit. Mikrofaserbezüge eignen sich demnach für alle Belagarten, speziell jedoch zur Reinigung von mikroporösen Feinsteinzeugfliesen und allen feinstrukturierten Oberflächen.

Die Verschleißfestigkeit beim Wischen und auch in der Waschmaschine ist ebenfalls von den Faserarten abhängig. Baumwolle ist nicht gleich Baumwolle. Aus Fasern mit geringer Stapellänge (z.B. chinesische Baumwolle) können im Vergleich zu langfaseriger Baumwolle (z.B. ägyptische Baumwolle) nur Garne mit geringer Verschleißfestigkeit hergestellt werden. Viskosefasern können in beliebiger Stapellänge hergestellt werden, deshalb ist die Verschleißeigenschaft der Garne etwas besser als bei Baumwolle. Bei synthetischen Fasern ist die Verschleißeigenschaft am besten. Bezüge, die aus lose gezwirnten Garnen hergestellt sind, verschleißen schneller. Baumwollbezüge sollten unbedingt durch Sanforisieren (Textilveredelungsverfahren, das das Einlaufen von Textilien aus zellulosischen Natur- und Chemiefasern verhindern soll; die Artikel können die Kennzeichnung „Sanfor“ oder „sanforisiert“ tragen) ausgerüstet worden sein, denn nur so ist gewährleistet, dass sich die Abmessungen beim Waschen nicht – z.B. durch Schrumpfen – verändern.

Innovationen

In den letzten Jahren hat sich auf dem Gebiet der Reinigungstechnologie vieles weiterentwickelt. Wischbezüge werden heutzutage häufig dank Entwicklung neuer Systeme und Maschinen schon vor Arbeitsbeginn mit den entsprechenden Reinigungs- bzw. Desinfektionslösungen präpariert. Dies kann manuell durch Übergießen mit einer zuvor im Messbecher dosierten Lösung, maschinell mit einer speziell dafür entwickelten Waschmaschine oder über ein außerhalb der vorhandenen Waschmaschine angebrachtes Dosiersystem erfolgen. Dies erspart dem Reinigungspersonal das Mitschleppen von Fahreimern und Pressen sowie die Reinigungsmittel für die Bodenreinigung. Außerdem ist diese Art der Reinigung ergonomisch sehr überzeugend, da das kräftezehrende Auspressen der Wischbezüge entfällt. Das gleiche Prinzip ist übrigens auch mit Wischtüchern anwendbar, die so präpariert direkt einsatzbereit sind. Um einer Verkeimung der Wischbezüge gerade beim ausschließlichen Einsatz von Reinigungsmitteln ohne Desinfektionswirkung entgegenzuwirken, gibt es neuerdings auch Wischbezüge mit Zusatz von Silberionen. Silber soll aufgrund seiner antimikrobiell wirkenden Eigenschaft Bakterien und Pilze im Bezug abtöten und eine Neuverkeimung verhindern.

Neben Breitwischgeräten mit „herkömmlichen“ Klapphaltern aus Kunststoff oder Metall gibt es seit einiger Zeit Doppelbreitwischgeräte mit zwei Arbeitsflächen, die eine wesentlich rationellere Arbeitsweise ermöglichen.

Eine weitere Innovation sind Wischbezüge mit größerer (doppelter oder dreifacher) Auflagefläche, wobei die erweiterte Auflagefläche beim Wischen ohne zusätzlichen Anpressdruck „hinterhergleitet“. Diese Bezüge wurden in erster Linie zum einstufigen Wischen konzipiert und ermöglichen eine enorme Steigerung der Reinigungsleistung ohne wesentliche Einbußen hinsichtlich des Gleitverhaltens. Welcher Breitwischbezug letztendlich eingesetzt wird, muss individuell entschieden und von der jeweiligen Verschmutzungsart abhängig gemacht werden.

Der Trend in Richtung Mikrofaserbezüge wird jedoch kaum noch aufzuhalten sein. Die Zeiten, in denen Kritiker den Mikrofaserbezug aufgrund des angeblich schlechteren Gleitverhaltens an den Pranger stellten, gehören immer mehr der Vergangenheit an. Studien und Tests belegen die besseren Ergebnisse der meisten auf dem Markt befindlichen Mikrofaserbezüge im Vergleich zu Baumwoll-/Synthetik-Mischbezügen. Somit erfüllt ein guter Mikrofaserbezug alle Anforderungen, die heutzutage an moderne Breitwischbezüge zur Fußbodenreinigung gestellt werden.