Gülich-Gruppe Seit 100 Jahren in Familienhand

Bei der Verleihung der Auszeichnung „Unternehmer des Jahres 2008“: Jürgen Gülich (Mitte) mit Carlos Gülich (li.) und Claudia Gülich (6.v.li.) sowie Rolf Maasche, Vorstand der Sparkasse Witten (3.v.li.), Wittens Bürgermeisterin Sonja Leidemann (2.v.re.) und IHK-Präsident Gerd Pieper (re.). - © Gülich

Seit 100 Jahren in Familienhand

- Die Gülich-Gruppe aus Witten hat ihr 100-jähriges Bestehen gefeiert. Alles begann mit Holzleitern und Zinkeimern im Fensterreinigungsinstitut Germania, das Heinrich Führer 1910 eröffnete. „Es soll mein eifrigstes Bestreben sein, meine Kundschaft in jeder Weise zufrieden zu stellen“, schrieb er in seiner Eröffnungsmitteilung. Ein Anliegen, das seinem Enkel, dem heutigen Firmenchef Jürgen Gülich, gleichermaßen am Herzen liegt.

Mittlerweile beschäftigt die Unternehmensgruppe rund 1.400 Mitarbeiter. Ihr Arbeitsgebiet ist das Gebäudemanagement mit den Schwerpunkten Gebäudereinigung und Sicherheitsdienste. Betreut werden Privathaushalte ebenso wie Bürokomplexe, Industrie- und Produktionsanlagen, Seniorenheime, Krankenhäuser und Gebäude der öffentlichen Hand.

„Das Unternehmen ist die Familie, die Familie das Unternehmen“, sagt Jürgen Gülich, der im persönlichen Einsatz der Inhaber einen Wettbewerbsvorteil von Familienbetrieben sieht. Nötig seien aber auch engagierte Mitarbeiter, die sich mit dem Unternehmen identifizieren. „Bei Familienunternehmen geht es auch um Emotionen“, weiß Gülich. Die Mitarbeiter seien anders als in Aktiengesellschaften kein Kostenfaktor, sondern Menschen, mit denen man eine große Schnittmenge habe.

Auf die Leistungen der vergangenen 100 Jahre ist der Firmenchef stolz. Fast ebenso wichtig ist ihm aber der Blick nach vorne: „Tradition ist Vergangenheit. Wer sich lediglich darauf ausruht, ist nicht überlebensfähig.“ Unerlässlich seien ständige Innovationen, Flexibilität und Kreativität. Gülich hat z.B. in Zusammenarbeit mit Designern der Universität Duisburg-Essen eine Wertstoffsammelstation für den Einsatz in Büros, Kliniken, Ämtern und Behörden entwickelt.

„Der Markt verlangt uns viel ab, honoriert es aber derzeit nicht besonders“, bedauert Gülich. Er hofft, dass die Branche nach Abklingen der Krise auf mehr Wertschätzung stößt und Sauberkeit, Hygiene und Werterhaltung von Objekten wieder in den Vordergrund rücken.