Nach einem Brand müssen die Schäden schnell beseitigt werden. Schließlich sollen die Bewohner möglichst rasch wieder in ihre Wohnungen oder Häuser zurückkehren. Ein Würzburger Dienstleister setzt bei der Sanierung auf ein Vakuumwaschverfahren.
Schonend und umweltfreundlich
- Absichtlich gelegte Feuer hielten in Würzburg Polizei und Feuerwehr im vergangenen Jahr in Atem. Zunächst zündeten Unbekannte in verschiedenen Stadtteilen nachts Mülltonnen an, in der Altstadt brannten eines nachts Container: In Würzburg geht der Feuerteufel um. Im Herbst 2009 dann zweimal Brandstiftung innerhalb von fünf Tagen: Der oder die Täter steckten laut Polizeiangaben jeweils im Keller „leicht entzündbare Stoffe“ in Brand.
Die Fahnder gehen davon aus, dass in beiden Häusern derselbe Zündler am Werk war. In beiden Fällen breitete sich das Feuer rasch vom Keller in die oberen Geschosse aus, mehrere Personen werden leicht verletzt. Dass nicht mehr passierte, ist dem Großaufgebot an Rettungs- und Feuerwehrkräften zu verdanken. Bis in die frühen Morgenstunden waren die Helfer im Einsatz, um Schlimmeres zu verhindern. Da die Treppenhäuser der Altbauten stark verqualmt waren, mussten einige Bewohner über die Drehleiter gerettet werden.
Spuren sichern
Kurz danach begann die Ermittlungsarbeit. Feuerwehr und Polizei forschten zunächst nach der Brandursache, sicherten Spuren und informierten den Hauseigentümer. Zur Beseitigung der Brandschäden war auch Hans Grasser, Chef des Würzburger Dienstleisters Korrekt Gebäudedienste, mit vor Ort.
Bei der gemeinsamen Begehung des Hauses mit der Polizei wurde festgelegt, wo und mit welchen Arbeiten zu beginnen war. „Manche Bereiche bleiben zunächst unter Umständen außen vor, damit auf jeden Fall alle Spuren gesichert werden können, die zur Ermittlung der Täter führen können. Bevor wir mit der Arbeit beginnen können, ist in Zusammenarbeit mit Polizei und Feuerwehr außerdem eine Gefährdungsbeurteilung notwendig“, schildert Hans Grasser die damaligen Abläufe. Konkret heißt das, bei der ersten Begehung wird beurteilt, wie hoch oder gering die Belastung durch Ruß und Schadstoffe für die Mitarbeiter ist, die bei der Brandschadenbeseitigung eingesetzt werden.
Wie sich die Mitarbeiter letztlich schützen müssen, ist von Fall zu Fall zu entscheiden. Bei einer kalten Brandstelle ist an Schutzmaßnahmen für die Mitarbeiter lediglich ein Mundschutz und ein Einweg-Schutzanzug notwendig. Erste Arbeiten sind die gröbste Entfernung von Ruß und anderen Grobverschmutzungen (verbrannte oder verkohlte Einrichtungsgegenstände), um das Objekt erst mal wieder begehbar zu machen. Danach wird die Versicherung über die weiteren notwendigen Arbeiten informiert. Dazu gehört es auch, der Versicherung die Stundenverrechnungssätze mitzuteilen, um das Einverständnis zum Beginn der Arbeiten zu bekommen. „In aller Regel ist dies Formsache. Die Versicherung ist aber angehalten, sich auch andere Angebote einzuholen“, erklärt Firmenchef Hans Grasser.
Intensivwäsche gegen Ruß
Feuer, Rauch und Ruß verursachen oft enorme Schäden an Gebäuden und deren Innenleben. Die bei einem Brand entstehende Hitze lässt Kunststoffe schmelzen. Schadstoffe werden freigesetzt und hartnäckig haftende Brandgerüche entstehen, die noch lange nach dem Brandereignis die Luft verpesten. Zudem sind Schäden durch Löschwasser und Brandbekämpfungsmittel beinahe unumgänglich. Für eine erfolgreiche Geruchsneutralisation und Beseitigung anhaftender Verschmutzungen müssen die geschädigten Objekte gründlich gereinigt und die Partikel möglichst gründlich entfernt werden. Nur so kann auch verhindert werden, dass es zu bleibenden Schäden oder zu langanhaltender Geruchsbelästigung kommt.
Für die schwere Arbeit der Brandschadensanierung setzt Korrekt Gebäudedienste seit einiger Zeit ein Vakuumwaschverfahren ein. „Das Prinzip ist simpel: Aus einem Frischwassertank wird über eine Pumpe das Wasser auf die zu reinigende Oberfläche gesprüht und durch Unterdruck verwirbelt. Ergebnis ist eine wirklich porentief saubere Fläche, es bleiben keine Rückstände haften“, zeigt sich Grasser von der Arbeits- und Funktionsweise begeistert. Alle Brandrückstände, Staub oder Dreck gelangen bei diesem Verfahren in einen geschlossenen Kreislauf. Staub und Keimpartikel können nicht in die Luft entweichen. „Die giftige Schmutzbrühe wird neutralisiert und kann dann separat entsorgt werden. Dazu pumpen meine Mitarbeiter die Schmutzflotte in einen Kanister und bringen ihn zu einer Sondermüllsammelstelle“, erklärt Grasser. Entsorgungsnachweis und die Quittung müssen dann an die Versicherung geschickt werden, um die fachgerechte Entsorgung zu belegen.
Bei Korrekt Gebäudedienste ist man mit der gefundenen Lösung zur Brandschadensanierung sehr zufrieden. Nicht nur die leichte Handhabung („15 Minuten Einweisung der Mitarbeiter reichen völlig, dann kann es schon losgehen“), sondern auch die ökonomischen und ökologischen Aspekte sind für Hans Grasser wichtig: „Wir können mit diesem Waschverfahren eine kostenoptimierte und umweltgerechte Lösung zur Brandschadensanierung anbieten. Das ist für alle Beteiligten wichtig.“
Koordinationsaufgaben übernommen
Die Erfahrungen im Betätigungsfeld Brandschadensanierung haben bei Korrekt Gebäudedienste auch schon zu dazu geführt, dass das Unternehmen mit der gesamten Abwicklung der Sanierung nach Brandfällen beauftragt wurde. „Wir kümmern uns dann um die Arbeiten anderer Gewerke, organsieren Fliesenleger, Bodenleger, Maler - eben alle Handwerker, die für die Instandsetzung des Gebäudes nach einem Brand benötigt werden“, schildert Hans Grasser. Dieses Vertrauen der Auftraggeber reslutiert sicher nicht zuletzt aus der Kompetenz seiner Mitarbeiter. Die werden für diese Aufgabe gezielt geschult, zuletzt bei der Landesinnung Hessen durch deren Geschäftsführer Detlef Stange oder auch bei Seminaren der BG Bau. Denn, so einfach auch eine Maschine einzusetzen sein mag, das notwendige Know-how für die Brandschadensanierung müssen die Mitarbeiter mitbringen.
Peter Hartmann | peter.hartmann@holzmannverlag.de
Anm. d. Red.: Die Bilder sind nicht während der Sanierungsarbeiten entstanden, sondern wurden nachgestellt. Daher tragen die Mitarbeiter keine Schutzbekleidung und keine Handschuhe.