Dr. Nikolas Hill, Staatsrat der Kulturbehörde, und Dr. Jan M. Reimers, Obermeister der Landesinnung der Gebäudereiniger Hamburg / Mecklenburg-Vorpommern, überreichten die Preise für den „Fassadenpreis 2012 – Hamburgs schönste Fassade“ der Landesinnung der Gebäudereiniger und des Denkmalschutzamtes.

Schönste Fassade prämiert
Mit dem ersten Preis in Höhe von 3.000 Euro wurde die Sanierung der historischen „Großtankstelle Brandshof“ ausgezeichnet, die von den Betreibern Alex Piatschek und Jann de Boer aufwendig restauriert wurde. Das Gebäude war von der Jury unter denkmalpflegerischen und sanierungstechnischen Aspekten einstimmig zum Sieger des Wettbewerbs ausgewählt worden.
Die Tankstelle von 1953 steht aufgrund ihrer verkehrshistorischen Bedeutung unter Denkmalschutz. Fast zwanzig Jahre schon wurde sie nicht mehr als Tankstelle genutzt, als die heutigen Betreiber sie entdeckten und mit Unterstützung der Freien und Hansestadt Hamburg begannen, ihr Konzept für die denkmalgerechte Sanierung und Wiederinbetriebnahme umzusetzen. Nach einer umfangreichen Befunduntersuchung wurde unter anderem das Dach wieder instand gesetzt und gedämmt, sämtliche Ausbaudetails wie Türen und Fenster wurden repariert beziehungsweise erneuert, die technische Infrastruktur wie Heizung und Wasserinstallation saniert und die historischen Oberflächen im Innen- und Außenbereich originalgetreu wiederhergestellt, ebenso wie die historischen Zapfsäulen, das 50er-Jahre-Interieur und die markanten Neon-Lichtbänder im Dach.
Die Jury des Fassadenpreises setzt sich aus Vertretern der Innung und des Denkmalschutzamtes zusammen. In der Begründung lobte die Jury besonders das herausragende persönliche Engagement der Betreiber: „Ohne ihren an Selbstausbeutung grenzenden Einsatz, gepaart mit großer handwerklicher Kompetenz und Liebe zum Detail, wäre eine solche Sanierung schon aus Kostengründen niemals möglich gewesen. Im Ergebnis wurde eine Tankstelle an ihrem ursprünglichen Ort originalgetreu wiederhergestellt, so dass hier nun wieder historische Fahrzeuge TÜV-geprüft und in Zukunft sogar betankt werden können. Damit ist dieses verkehrshistorische Schmuckstück vermutlich deutschlandweit einzigartig.“
Der zweite Preis in Höhe von 2.000 Euro ging an den „Boberger Reitverein“ in Billwerder, der dritte Preis in Höhe von 1.000 Euro an eine Villa am Lünkenberg 1 in Nienstedten. Eine lobende Anerkennung erhielt das Gymnasium Alstertal in Fuhlsbüttel.