Fontane Therme Neuruppin Reinstes Relaxen

Die strikte Einhaltung der vorgeschriebenen Hygienestandards in Badeeinrichtungen bedingt eine professionelle Organisation der Arbeitsprozesse sowie exzellent geschultes Personal. In der Fontane Therme Neuruppin wird ein hauseigenes Team eingesetzt. Ein Dienstleister bringt zudem sein Know-how ein, um die Qualität zu optimieren und gleichzeitig die Arbeitsprozesse betriebswirtschaftlich sinnvoll zu gestalten.

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    Tagsüber werden sämtliche Abteilungen in Zeiten schwacher Frequentierung kontrolliert und gegebenenfalls nachgereinigt.
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    Die Sanitärarmaturen bedürfen besonderer Aufmerksamkeit.

Reinstes Relaxen

-Die milde Wintersonne lockt Schlittschuhläufer und Eissegler auf den zugefrorenen Ruppiner See. In Neuruppin müssen aber bekennende Wasserratten auch in der kalten Jahreszeit nicht auf ihr Element verzichten: Unter freiem Himmel direkt am Ufer des Sees tummeln sie sich in der warmen Sole aus den Tiefen der „märkischen Streusandbüchse“, die dann in verschiedenen Konzentrationen in drei Außenbecken der Fontane Therme geleitet wurde. Danach geht es zum Relaxen und Entschlacken in Deutschlands größte schwimmende Seesauna.

Die Fontane Therme wurde vor zwei Jahren eröffnet. „Unseren Gästen bieten wir ein umfangreiches Wellness- und Verwöhnprogramm an“, erläutert Operation Managerin Daniela Samtleben. Sowohl Übernachtungsgäste aus dem nebenan gelegenen Seehotel Fontane als auch Einheimische, Kurzurlauber sowie Erholungsbedürftige aus der weiteren Umgebung kommen gern nach Neuruppin, um dem Motto des Hauses gemäß einzutauchen, aufzutanken und sich wohl zu fühlen.

Das lichtdurchflutete Wellnesscenter bietet unter einem Dach eine breite Palette an Freizeit- und Erholungseinrichtungen vom Feinsten: Neben der externen Seesauna gibt es im Inneren eine Saunalandschaft mit sechs verschiedenen Saunen von der klassischen Sauna nach finnischer Art über das Dampfbad bis zum Laconium sowie ein Innenbecken mit Süßwasser. Im Fitnessstudio und der physiotherapeutischen Abteilung sind sowohl präventive als auch kurative und rehabilitative Behandlungen möglich. Nach ärztlicher Verordnung können diese Leistungen auch mit der Krankenkasse abgerechnet werden. Wer einfach nur die Seele baumeln und sich verwöhnen lassen möchte, ist im Bereich „Beauty und SPA“ bestens aufgehoben. Zwei Bistros laden zu kulinarischen Genüssen ein. Darüber hinaus gibt es Ruheräume und eine Bibliothek.

Die Bausubstanz vor Verschleiß schützen

„Unsere Therme ist kein Spaßbad, sondern eine Einrichtung zum Gesundbleiben oder -werden und zum Wohlfühlen“, unterstreicht Daniela Samtleben. Die Gäste erwarten also eine ruhige Umgebung sowie einwandfreie Sauberkeit und Hygiene. Daher ist eine Objektreinigung auf höchstem Niveau notwendig. „Wir setzen dabei auf hauseigenes Personal, weil sich die Arbeitsprozesse flexibel und lückenlos mit dem Betrieb des Hauses verzahnen lassen“, so die Operation Managerin.

Um die Reinigungsarbeiten professionell und effizient zu organisieren, wurde die Dreieck Dienstleistungs- & Beteiligungs GmbH mit ins Boot geholt. Das Neuruppiner Unternehmen nimmt den Zimmerservice im Seehotel Fontane wahr ( rationell reinigen berichtete in Ausgabe 8/2008) und ist daher mit den spezifischen Gegebenheiten und Ansprüchen vor Ort bestens vertraut.

„Wir wurden gleich nach der Inbetriebnahme beauftragt, ein Reinigungskonzept zu erarbeiten“, berichten die Dreieck-Geschäftsführer Bernd-Rainer Vogt und Heinz Ritter. Im Mittelpunkt stand dabei die Überlegung, dass die Gäste auch in vier Jahren und darüber hinaus noch den Eindruck haben sollen, ein nagelneues Haus zu betreten. „Ein Anspruch, der nicht ganz leicht zu erfüllen ist“, geben die Geschäftsführer zu bedenken. Die Luftfeuchtigkeit und hohe Temperaturen, aber auch die Sole wirken aggressiv auf die Oberflächen.

„Wir dachten also darüber nach, mit welchen Maßnahmen wir die Oberflächen vor raschem Verschleiß schützen können, um die Erwartungen der Gäste zu erfüllen, aber auch den Wert der Bausubstanz zu erhalten“, so Heinz Ritter. Nicht minder wichtig ist der Anspruch an einen hohen nachhaltigen Hygienestandard.

Durch Prozessoptimierung 15.000 Euro eingespart

Um ein praxisorientiertes, aber auch betriebswirtschaftlich vertretbares Ergebnis zu erreichen, wurde nicht ein Konzept „am grünen Tisch“ gestrickt, sondern die Dreieck-Profis beobachteten regelmäßig die Arbeitsprozesse, analysierten sie und schlugen gegebenenfalls Verbesserungen vor. Ein Beispiel: Anfangs begann die Grundreinigung abends um 22 Uhr. Bernd-Rainer Vogt: „Dann tummeln sich aber häufig noch Badegäste in den Becken und Garderoben. In der Saunalandschaft ist es aber noch zu heiß.“ Deshalb wurde der Dienstbeginn für das sechsköpfige Team auf Mitternacht verlegt. Dann sind nämlich die Saunen auf „Arbeitstemperatur“ heruntergekühlt und die Becken leer.

Am nächsten Morgen zwischen 6 Uhr und 6.30 Uhr ist persönliche Schichtübergabe an das Tagespersonal. Bernd-Rainer Vogt: „Auf diese Weise können Kommunikationsdefizite verhindert werden.“ Durch die Optimierung der Prozesse seien im vorigen Jahr sage und schreibe Kosten in Höhe von 15.000 Euro eingespart worden. Die Qualität der Leistungen habe sich gleichzeitig verbessert, zieht Daniela Samtleben Bilanz.

Das für die nächtliche Grundreinigung zuständige Team wird in Reviere eingeteilt. „In gewissen Abständen wechseln die Mitarbeiter aber die Arbeitsbereiche, damit sie nicht betriebsblind oder nachlässig werden“, unterstreicht Hausdame Irmtraud Schulz. Jeder Arbeitsprozess werde dokumentiert und alle zwei Wochen erfolge eine Qualitätskontrolle.

Edelstahlteile bedürfen besonderer Aufmerksamkeit

Bei der Erstellung des Konzepts war auch die Erprobung verschiedener Reinigungsmittel ein Thema. Für die alkalische Grundreinigung montags, mittwochs und sonntags bewährt sich Pool A von Fala. Dieses Reinigungsmittel beseitigt hartnäckige Fett- und Schmutzreste von allen alkalifesten Materialien und hinterlässt glänzende Oberflächen. Dank schaumintensiver und haftverstärkender Inhaltsstoffe kann es auch mit der Schaumpistole aufgetragen werden.

Jeden Dienstag, Donnerstag und Sonnabend erfolgt eine saure Grundreinigung mit Saniblanc von Chemoform. Freitags werden alle Flächen im gesamten Objekt mit Pool-Des von Fala desinfizierend gereinigt. Dieses Produkt ist insbesondere für keramische Beläge in Schwimmbädern geeignet und in der Liste „RK“ der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen eingetragen. Es ist frei von Formaldehyd und kann mit der Schaumkanone auch auf großen Flächen effektiv angewandt werden. In der physiotherapeutischen Abteilung wird der Desinfektionsreiniger übrigens auch nach jedem Kabinenwechsel verwendet.

Die Bodenflächen werden regelmäßig mit einer RA43-Scheuersaugmaschine (Columbus) gereinigt. Alle Mitarbeiter spähen bei der Arbeit mit Argusaugen nach Veränderungen an den Oberflächen, insbesondere aber in den Fugen. Bernd-Rainer Vogt: „Das Objekt ist noch relativ neu. Daher sind Setzrisse nicht zu vermeiden. Bleiben sie aber unbeachtet, kann das für Badeeinrichtungen charakteristische Klima erheblichen Schaden anrichten.“ Bei Früh-erkennung können aber unter Umständen sogar noch im Rahmen der Garantie Reparaturen ausgeführt werden.

Auch alle Edelstahlteile wie die Armaturen in Sanitärräumen, dem Umkleidebereich und in den Saunen, die Manschetten an den Säulen und andere Metallflächen bedürfen unter den spezifischen Bedingungen besonderer Aufmerksamkeit. „Es ist ratsam, eine zweite Garnitur Armaturen vorzuhalten, um beizeiten Ablagerungen zu entfernen“, empfiehlt Heinz Ritter. Hilfreich ist aber insbesondere die vorbeugende Behandlung sämtlicher Oberflächen mit Frowi von Fala, das den Glanz erhält sowie die Annahme von Fingerabdrücken und Korrosion verhindert.

Tagsüber ist in zwei Schichten jeweils eine Mitarbeiterin präsent, um im gesamten Objekt über den gesamten Öffnungszeitraum den hohen Hygienestandard sicherzustellen. Deren Aufgabe ist es auch, die Oberflächen der Sonnenbänke im Solarium regelmäßig zu reinigen und – immer wenn es die Frequentierung zulässt – auch deren „Innenleben“ auf Sauberkeit zu überprüfen. In der physiotherapeutischen Abteilung wird wegen des höheren Aufwands vormittags zudem eine Halbtagskraft eingesetzt. Aufgrund der stärkeren Frequentierung an den Wochenenden ist im Objekt zudem eine Mittelschicht erforderlich.

Außerdem werden zwei hauseigene Glasreiniger beschäftigt, die ebenfalls täglich im Zwei-Schicht-Betrieb sämtliche Außen- und Innenflächen professionell reinigen und je nach Bedarf Fingerabdrücke von Glastüren und anderen gläsernen Flächen innerhalb des Wellnesscenters entfernen. Die Reinigung der Sportgeräte im Fitnessstudio erfolgt durch das dort beschäftigte Personal.

Genug Freiraum für Anpassungen

Die technische Abteilung des Hauses ist dafür verantwortlich, dass in den Wasserbecken die Chemie stimmt. Irmtraud Schulz: „Für die Reinigung des Süßwasserbeckens wird jede Nacht der ,Frosch‘ (ein automatischer Schwimmbeckenreiniger der Firma Weda, Anm. d. Red.) eingesetzt.“ Dennoch müssen einmal im Jahr in der schwächer frequentierten Ferienzeit sämtliche Becken geleert werden, damit das Reinigungspersonal mit Chemoform die Kalkablagerungen entfernen kann. „Mit Schaumkanonen und Handpads ist diese Arbeit aber mit relativ wenig Aufwand zu bewältigen“, so die Hausdame.

Sehr ernst genommen wird auch die professionelle Behandlung sämtlicher keimsensibler Flächen. Heinz Ritter: „Die hölzernen Bänke in den Saunen bieten zwar anders als häufig angenommen aufgrund der hohen Temperaturen kein günstiges Milieu für Kolibakterien, Pseudomonas & Co. Wohl aber WCs, Duschen und viele andere Kontaktflächen.“ Deshalb wurden in einem nach HACCP (Hazard Analysis and Critical Control Point) erstellten Prüfplan sämtliche relevanten Stellen im Objekt aufgelistet. In zyklischen Abständen erfolgen Abklatschproben mit Rodac-Platten, die im Labor 28 – Labor für medizinische Chemie, Mikrobiologie und Serologie, Berlin, ausgewertet werden. Heinz Ritter: „Auf diese Weise kann gegenüber den Gästen jederzeit der hohe Hygienestandard nachgewiesen werden.“

Müßig zu erwähnen, dass alle Mitarbeiter nach dem Infektionsschutzgesetz belehrt und zur persönlichen Hygiene angehalten werden. Durch ihr ausgeprägtes Bewusstsein rund um die Hygiene und engmaschige Kontrollen ist auch in besonderen Situationen wie zum Beispiel Unfällen mit Blutverlust eine sofortige Wiederherstellung des hohen Hygienestandards möglich. Ergänzend erfolgen präventive Schädlingsbekämpfungsmaßnahmen sowie regelmäßige Kontrollen durch die Firma Hentschke & Sawatzki, Neumünster.

Gewährleistet das Konzept einerseits, dass die Mitarbeiter der Fontane Therme in puncto Hygiene stets auf der sicheren Seite sind, so engt es diese andererseits nicht ein: „Für jeden Beschäftigten bleibt genug Freiraum, um die Maßnahmen gegebenenfalls noch zu verbessern“, so Bernd-Rainer Vogt. Das Konzept sei in enger Zusammenarbeit mit dem Auftraggeber entwickelt worden und daher in die Einrichtung „hineingewachsen“. „Wir werten die Dokumentationen aus und begleiten das Projekt weiter, um die Rahmenbedingungen immer wieder an aktuelle Anforderungen anzupassen“, versichert der Geschäftsführer.

Reinhard Wylegalla | freier Journalist