Reinigungsmaschinen kaufen, mieten oder leasen? Die Vor- und Nachteile

Die Wahl der idealen Reinigungsmaschine ist komplex: Kauf, Miete oder Leasing – ­jede Option bietet unterschiedliche Vorteile. Was die Trends in puncto Beschaffungs- und Serviceoptionen für die individuellen Bedürfnisse der Dienstleister sind.

Bei der komplexen Entscheidung, ob Reinigungsmaschinen gekauft, gemietet oder geleast werden sollen, helfen spezialisierte Beratungsunternehmen ­Gebäudedienstleistern, die für sie beste Lösung zu finden – aus technischer wie auch aus finanzieller Sicht. - © Dmitry – stock.adobe.com

Viele Unternehmen im Bereich der gewerblichen Reinigung fragen sich, ob sie Reinigungsmaschinen kaufen, mieten oder leasen sollen. Jede Option hat ihre Vor- und Nachteile, die sowohl die Finanzen als auch den Betrieb und den Komfort der Nutzer beeinflussen.

Kauf: ­Die klassische Methode

Der Kauf einer Reinigungsmaschine ist die klassische Methode der Beschaffung. Das Unternehmen zahlt einen einmaligen Betrag und ist danach für den Betrieb verantwortlich. Nach der Abschreibung kann die Maschine weiterhin ohne weitere Anschaffungskosten genutzt werden. Es fallen nur noch Kosten für Wartung, Verschleißteile und Reparaturen an.

Finanzielle Vorteile

  • Einmalige Kosten: Das Unternehmen zahlt nur einmal für die Maschine, danach gibt es keine weiteren Anschaffungskosten.
  • Langfristige Nutzung: Nach der Abschreibung kann die Maschine ohne zusätzliche Kosten weitergenutzt werden.
  • Vollständige Kontrolle: Das Unternehmen ist für die Wartung verantwortlich, hat jedoch volle Kontrolle über die Maschine.

Finanzielle Nachteile

  • Hohe Anfangskosten: Der Kauf erfordert eine hohe einmalige Investition.
  • Wartungs- und Reparaturkosten: Zusätzlich zum Kauf fallen Kosten für Wartung und Reparaturen an.
  • Veraltete Technologie: Bei technischen Neuerungen kann die Maschine schnell veraltet sein.

Vorteile für Nutzer

  • Vertrautheit: Nutzer gewöhnen sich an die gleiche Maschine, was den Betrieb effizienter machen kann.
  • Zuverlässigkeit: Bei guter Pflege ist die gekaufte Maschine oft zuverlässig und stabil im Einsatz.
  • Keine Wechsel: Die Maschine bleibt langfristig im Betrieb, was für die Nutzer eine konstante Arbeits­umgebung schafft.

Nachteile für Nutzer

  • Wartungsaufwand: Nutzer müssen sich gegebenenfalls um Wartung und kleine Reparaturen kümmern, was Zeit und Aufwand kostet.
  • Veraltete Technik: Mit der Zeit könnte die Maschine nicht mehr den neuesten Standards entsprechen und weniger effizient arbeiten.
  • Fehlende Flexibilität: Sollte die Maschine nicht mehr den Bedürfnissen entsprechen, muss sie entweder ersetzt oder aufwendig angepasst werden. Weiterer Aspekt: Die Maschine kommt aus einem verlorenen Auftrag und wird dann in der Not in einem Objekt eingesetzt, für das sie eigentlich nicht geeignet ist (zum Beispiel zu groß), denn man hat sie ja ohnehin herumstehen.

Miete: ­Flexibilität und Kostenkontrolle

Die Miete von Reinigungsmaschinen wird von Unternehmen immer häufiger genutzt, da sie flexibel ist und Kostenvorteile bietet. Wichtig ist, die Mietverträge genau zu prüfen, um zu wissen, welche Leistungen enthalten sind. Es stellt sich die Frage, wann sich das Mieten lohnt und welche Vorteile dabei entscheidend sind. Außerdem sollte der Kostenschwerpunkt berücksichtigt werden: Geht es mehr um die Anschaffung oder den laufenden Unterhalt der Maschine?

Finanzielle Vorteile:

  • Niedrige Anfangskosten: Keine hohe Investition, nur regelmäßige Mietzahlungen.
  • Wartung inklusive: Oft sind Wartung und Reparaturen im Mietpreis enthalten.
  • Flexibilität: Maschinen können je nach Bedarf gemietet und gewechselt werden.
  • Zugang zu neuer Technik: Nutzer haben immer Zugriff auf die neuesten Modelle.

Finanzielle Nachteile

  • Langfristig teurer: Auf Dauer können die Mietkosten höher sein als der Kaufpreis.
  • Kein Eigentum: Am Ende des Mietvertrags gehört die Maschine nicht dem Unternehmen.
  • Vertragsbindung: Miete erfordert oft langfristige Verträge, die nicht einfach zu beenden sind.

Vorteile für Nutzer

  • Weniger Verantwortung: Keine Sorgen um Wartung und Reparaturen, da diese oft im Mietvertrag enthalten sind.
  • Immer aktuelle Technik: Nutzer haben Zugang zu modernen Maschinen, die regelmäßig ersetzt werden.
  • Flexibilität: Die Maschine kann je nach Bedarf gewechselt werden, ohne langfristige Bindung.

Nachteile für Nutzer

  • Kostendruck: Langfristig können die Mietkosten höher sein als der Kauf einer Maschine.
  • Keine langfristige Verfügbarkeit: Nach dem Mietvertrag steht die Maschine nicht mehr zur Verfügung.
  • Abhängigkeit vom Vermieter: Änderungen der Mietbedingungen oder Verfügbarkeit liegen außerhalb der Kontrolle der Nutzer.

Leasing: ­Eine Zwischenlösung

Das Leasing von Reinigungsmaschinen bietet eine interessante Mischung aus den Vorteilen von Kauf und Miete und wird zunehmend als attraktive Finanzierungsoption gesehen.

Finanzielle Vor- und Nachteile

  • Leasingaufwendungen: Monatliche Leasingraten können als Betriebsausgaben abgesetzt werden, was zu einer Steuerersparnis führt.
  • Kein Eigenkapitalbedarf: Beim Leasing müssen Unternehmen keine hohen Investitionen tätigen und behalten somit Kapital für andere Investitionen.
  • Leasing als Finanzierungsinstrument: Im Fall von Finanzierungsleasing können die Leasingraten auch in der Bilanz des Unternehmens erfasst werden, was weitere steuerliche Vorteile bieten kann.

Vorteile für Nutzer

  • Zugang zu neuen Maschinen: Leasing ermöglicht es den Nutzern, regelmäßig auf die neuesten ­Modelle und Technologien zuzugreifen.
  • Wartungspakete: Viele Leasingverträge beinhalten Wartung und Reparaturen, was den Nutzern einen sorgenfreien Betrieb ermöglicht.

Nachteile für Nutzer

  • Vertragsbindung: Nutzer sind an die Leasingbedingungen gebunden und können nicht kurzfristig auf andere Modelle oder Anbieter wechseln.
  • Abhängigkeit vom Leasinggeber: Änderungen im Leasingvertrag oder bei der Verfügbarkeit der Maschinen können problematisch für das Unternehmen sein.

Serviceoptionen: Wartung und ­Reparaturen

Egal ob Kauf, Miete oder Leasing, die Wartung von Reinigungsmaschinen ist entscheidend für einen reibungslosen Betrieb. Viele Anbieter bieten Servicepakete an, die regelmäßige Inspektionen und schnelle Reparaturen beinhalten.

Vorteil: Geringere Ausfallzeiten, da Reparaturen schnell und professionell durchgeführt werden.

Nachteil: Die Servicepakete können ­zusätzliche ­Kosten verursachen und die monatlichen Raten erhöhen.

Es ist wichtig, die Servicepakete genau zu vergleichen. Ein Full-Service-Vertrag kann bei verschiedenen Anbietern unterschiedliche Leistungen umfassen. Besonders bei teuren Ersatzteilen wie Batterien sollte geprüft werden, ob der Austausch kostenlos ist oder zusätzliche Kosten entstehen. Manche Anbieter bieten auch Maschinenbruchversicherungen an, die sinnvoll sein können.

Es ist ratsam, den eigenen Servicebedarf zu analysieren, etwa durch eine Kostenanalyse der letzten Jahre oder durch die Bewertung des individuellen Einsatzes der Maschinen. Besonders in spezialisierten Bereichen wie der Medizin sollte der Servicebedarf anders eingeschätzt werden als in der Produktion.

Hürden der Beschaffung und Emotionen im Einkaufsprozess

Die Entscheidung, ob Reinigungsmaschinen gekauft, gemietet oder geleast werden, wird in vielen Unternehmen nicht nur vom Einkauf getroffen, sondern idealerweise in enger Zusammenarbeit mit den Anwendungstechnikern und der Geschäftsleitung abgestimmt. Diese enge Zusammenarbeit stellt sicher, dass alle relevanten Faktoren wie technische Anforderungen, finanzielle Aspekte und die langfristige Nutzung optimal berücksichtigt werden. Es ist essenziell, dass die Entscheidung alle Perspektiven einbezieht, insbesondere die individuellen Gegebenheiten der Objekte und die praktischen Bedürfnisse der Anwender. Emotionale Faktoren spielen ebenfalls eine Rolle, da Nutzer oft persönliche Vorlieben für bestimmte Maschinen oder Marken haben, die ihre Entscheidung beeinflussen können.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass häufig bei der Kostenbetrachtung lediglich der Anschaffungspreis oder Mietpreis der Maschinen berücksichtigt wird, ohne die langfristigen Kosten für Wartung, Ersatzteile und Serviceleistungen mit einzubeziehen. Eine ganzheitliche Betrachtung über den gesamten Lebenszyklus der Maschinen hinweg ist daher essenziell, um eine fundierte und zukunftssichere Entscheidung zu treffen. Nur so kann gewährleistet werden, dass alle Aspekte wie Kosten, Nutzung und langfristige Anforderungen optimal berücksichtigt werden.

Nachhaltig, Ergonomisch, Innovativ: Die Zukunft der Reinigungstechnik

Nachhaltigkeit, Innovation und Ergonomie sind zen­trale Faktoren bei der Entscheidung, ob Reinigungsmaschinen gemietet, gekauft oder geleast werden. Beim Mieten und Leasen haben Unternehmen die Möglichkeit, regelmäßig auf moderne, energieeffiziente und umweltfreundliche Modelle umzusteigen, die den neuesten technologischen Standards entsprechen und Ressourcen schonen. Dies fördert die Nachhaltigkeit, indem Maschinen effizienter genutzt und schneller erneuert werden, wodurch der ökologische Fußabdruck reduziert wird.

Innovation spielt eine wesentliche Rolle, da Miet- und Leasinganbieter oft die neuesten, innovativen Technologien anbieten, die eine höhere Leistung bei geringerem Energieverbrauch und reduzierten Emissionen gewährleisten. Solche Technologien tragen dazu bei, den Reinigungsprozess zu optimieren und den ökologischen Impact zu minimieren.

Ergonomie ist ein weiterer wichtiger Aspekt. Moderne Reinigungsmaschinen sind oft so konzipiert, dass sie den physischen Komfort der Anwender erhöhen – mit verstellbaren Griffen, geringem Gewicht und ergonomischen Bedienelementen. Beim Mieten oder Leasen können Unternehmen sicherstellen, dass sie immer Zugang zu den neuesten ergonomischen Geräten haben, die die Gesundheit der Mitarbeiter fördern und die Produktivität steigern. Insgesamt bieten Mieten und Leasen eine flexible, nachhaltige und ergonomische Lösung für die Reinigungsaufgaben von ­Unternehmen.

Es ist wichtig, den Markt für Reinigungsmaschinen regelmäßig zu beobachten, um die besten Entscheidungen in Bezug auf Mieten, Kaufen oder Leasen zu treffen. Die Technologie entwickelt sich ständig weiter, und neue Modelle bieten oft verbesserte Effizienz, Nachhaltigkeit und Ergonomie. Durch das Beobachten des Marktes können Unternehmen von Innovationen profitieren, die ihre Reinigungskosten senken und gleichzeitig ihre Umweltbilanz verbessern. Zudem ermöglichen Markttrends, wie beispielsweise der Anstieg von Leasingmodellen oder die Einführung neuer Mietangebote, eine flexiblere und bedarfsgerechtere Nutzung von Maschinen. Eine gute Marktkenntnis hilft daher, die richtigen strategischen Entscheidungen im Hinblick auf langfristige Effizienz und Rentabilität zu treffen.

Fazit: Mieten, Kaufen oder Leasen von Reinigungsmaschinen?

In Zeiten schneller technologischer Entwicklungen gewinnt das Mieten von Reinigungsmaschinen zunehmend an Bedeutung. Das Mieten ermöglicht es den Gebäudedienstleistern, den ständigen technischen Fortschritt für sich zu nutzen und somit stets mit modernen und effizienten Maschinen zu arbeiten. Das Mieten bietet vor allem Flexibilität und Kostenersparnis, während Leasing und Kauf in bestimmten Fällen nach wie vor Vorteile bieten können, je nach Nutzungshäufigkeit und langfristigen Bedürfnissen. Da die Entscheidung zwischen Mieten, Kaufen und Leasen von verschiedenen Faktoren abhängt, empfiehlt sich eine ganzheitliche, fachliche und nachhaltige Bewertung.

Fadime Sarikaya, Gesellschafterin von Sarikohn Beratung & Weiterbildung | markus.targiel@holzmann-medien.de