Schmelztiegel Bleiraffination Produktion und Reinigung rund um die Uhr

Schwerarbeit leisten nicht nur die Arbeiter in der Bleiraffination – auch die Kehrsaugmaschinen, sind gefordert. (Blei-)schweres Kehrgut stellt besondere Anforderungen an Leistung und Ausstattung der Maschinen.

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    Beobachten aus sicherer Distanz die Reinigung in der Bleiraffination (v.l.): Thomas Schünemann (Tennant), Hans-Georg Schuster (Betriebsleiter Raffinationsbetrieb) und Dieter Maake (Abteilung Instandhaltung Weser-Metall).
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    Bereits die Auffahrt zur Bleiraffination wird gründlich gereinigt, um eventuelle Staubablagerungen aufzunehmen.
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    Randnahes Reinigen wird rund um die Kessel durch den Seitenbesen, der zudem eine eigene Staubabsaugung hat, erleichtert.
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    Zum Schutz vor den Bleistäuben trägt der Maschinenführer eine fremd belüftete Vollschutzmaske.
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    Deutlich ist auf den Stahlgussplatten die Reinigungsspur zu sehen. Doch schon bald wird die nächste Reinigung notwendig sein.

Produktion und Reinigung rund um die Uhr

-Die Situation wirkt fast ein wenig bedrückend: Ausgestattet mit Vollatemschutz steuert der Maschinenführer eine große Kehrsaugmaschine die Rampe zur Raffinationshalle von Weser-Metall in Nordenham bei Bremerhaven hinauf. Hans-Georg Schuster, Betriebsleiter Raffinationsbetrieb, erklärt, warum der Maschinenführer so ausgestattet ist: „Unser Mitarbeiter fährt mit fremdbelüfteter Vollschutzmaske, da hier bei der Raffination bleihaltige Stäube anfallen. Blei ist nach der Gefahrstoffverordnung bekanntlich als gesundheitsgefährdend eingestuft und somit ist diese Schutzmaßnahme erforderlich. Natürlich ist nicht zuletzt auch für unser Unternehmen der Schutz der Gesundheit der Mitarbeiter ein wichtiger Grund für die Vollschutzmaske.“

Bleihaltige Luft

Die Bleistäube, von denen Hans-Georg Schuster spricht, werden unter anderem durch den Staplerverkehr aus der Raffination auch in umliegende Hallen transportiert, weshalb permanent Absauganlagen laufen, um die Schadstoffbelastung weitestmöglich zu reduzieren. Die Stäube werden übrigens „als Zwischenprodukte der Bleiherstellung wieder dem Materialkreislauf zugeführt“, erklärt Hans-Georg Schuster die Abläufe bei Weser-Metall.

Mittlerweile ist der Fahrer mit seiner Tennant 6400 in der Raffination angekommen. Hier stehen 15 Schmelzkessel, alle haben eine bestimmte Funktion: „In diesen Kesseln wird Werkblei vom Badschmelzofen und Schrottblei raffiniert. Das bedeutet Entkupferung und Entsilberung, die Entfernung von Verunreinigungen – also Nachraffination bis hin zur endgültigen Vergießung“, schildert Hans-Georg Schuster vereinfacht die Arbeitsschritte in der Raffination.

Bis zu 80 Sorten Blei können bei Weser-Metall hergestellt werden, Abnehmer sind unter anderem Akkumulatorenhersteller oder die Kupferkabelindustrie. Die Sorten unterscheiden sich durch die Inhalte, die dem Blei zulegiert werden, um zum Beispiel die Leitfähigkeit des Metalls zu erhöhen. Hans-Georg Schuster: „Die Zulegierung bestimmt dann die Sorte. Es gibt drei Grundqualitäten: Feinblei, Weichblei und Kupferkabelblei. Die Rezepturen, nach denen wir produzieren, werden uns von den Kunden mitgeteilt.“

Kein Sonn- und kein Feiertag

Bis zu 125.000 t Blei können in Nordenham im Jahr produziert werden. 42 Arbeiter sind dazu in vier Schichten tätig, gearbeitet wird rund um die Uhr, an 365 Tagen im Jahr; selbst an Feiertagen steht die Produktion also nicht still. Nochmals Hans-Georg Schuster: „Wir sind gut ausgelastet, die Nachfrage ist wie bei allen Nichteisenmetallen sehr hoch, die Preise sind attraktiv.“

Die bei der Produktion anfallenden Staubablagerungen müssen regelmäßig entfernt werden. Deshalb fährt mindestens einmal pro Schicht ein Mitarbeiter mit der Kehrmaschine durch die Anlagen, bei Bedarf auch häufiger, bis zu drei Reinigungseinsätze sind bei hoher Produktionsauslastung durchaus realistisch. Einen festen Maschinenführer gibt es nicht, alle 42 Mitarbeiter in der Produktion sind unterrichtet worden, wie die Tennant 6400 zu bedienen und zu führen ist. Um sicherzustellen, dass die Maschine jederzeit einsatzbereit ist, sehen zu Beginn der Frühschicht zwei Mitarbeiter die Tennant durch und erledigen eventuell notwendige Wartungsarbeiten an Filtern oder Bürsten.

Die Tennant 6400, die hier zum Einsatz kommt, ist für schwere Reinigungsaufgaben konzipiert, bis zu 12.000 m2 Flächenleistung sind bei einer Arbeitsbreite von 127 cm maximal möglich. Die zu reinigende Fläche bei Weser-Metall (Rampe, Lagerhalle, Raffination) beträgt nach Aussage von Hans-Georg Schuster etwa 1.600 m2.

Schweres Kehrgut, schwere Maschine

Ist die Maschine für diese Flächen nicht überdimensioniert? „Auf den ersten Blick mag das den Anschein haben. Aber die Aufgabenstellung in diesem Objekt macht eine Maschine dieser Größenordnung notwendig“, macht Thomas Schünemann (Tennant) deutlich. Er spricht dabei auf die Besonderheit des schweren Kehrguts an, das allein schon an die Absaugung besondere Anforderungen stellt. Die Tennant 6400, ausgestattet mit einem Direktkehrsystem, das hohe Reinigungsleistung dank pendelnd gelagertem Kehrgutbehälter auch auf großen Flächen ermöglicht, bewältigt die schwere Aufgabenstellung offensichtlich ohne Probleme.

In der Raffination sind Stahlgussplatten verlegt, ein Betonboden würde der Hitze, die bei der Bleiraffination entsteht, nicht standhalten und verbrennen. „Die Stahlgussplatten bewähren sich hier seit mehr als 20 Jahren. Hitze kann ihnen nichts anhaben und auch bei der Reinigung sind sie ein idealer Untergrund, da die Oberfläche vergleichsweise glatt ist“, geht Dieter Maake, Abteilung Instandhaltung Weser-Metall, auf diese Besonderheit ein.

Der Besen der Kehrsaugmaschine besteht aus einem Mischgewebe aus Metall und Polyurethan, damit der schwere Staub ebenso restlos entfernt werden kann wie eventuell anhaftender Schmutz. Auch aus den unterschiedlich breiten Fugen zwischen den Platten wird der Schmutz so zuverlässig entfernt. „Die breiten Fugen und das schwere Kehrgut führen allerdings zu einer deutlich höheren Abnutzung der Bürsten, nach zirka drei Monaten sind die Bürsten fertig“, erklärt Thomas Schünemann die besonderen Bedingungen, unter denen hier Tag für Tag gearbeitet werden muss.

Seitenabsaugung bringt Erleichterung

Während Thomas Schünemann die Vorteile der Tennant 6400 erklärt, reinigt ein Mitarbeiter von Weser-Metall zwischen den Kesseln in der Raffination. Dabei ist die erstaunliche Wendigkeit der großen Kehrsaugmaschine gut zu beobachten, mit der auch Hans-Georg Schuster sehr zufrieden ist: „Die Maschine kann nicht nur leicht zwischen den Kesseln manövriert werden, der Fahrer kann auch sehr nah an den Kesselrand heranfahren und den Staub nahezu restlos aufnehmen.“

Das randnahe Arbeiten wird zusätzlich erleichtert durch die optional erhältliche Seitenbesenabsaugung. „Die anfallenden Feinstäube müssen vor allem bereits vom Seitenbesen gebunden werden. Das erreichen wir mit der separaten Absaugung, die sich in diesem Objekt ganz besonders bewährt hat“, macht Thomas Schünemann deutlich.

Seit mehr als zehn Jahren setzt man in der Bleiproduktion in Nordenham auf Tennant-Maschinen. Die Erfahrungen, die Hans-Georg Schuster mit der neu gekauften Tennant 6400 bisher gemacht hat, sind positiv, die Maschine überzeugt durch Reinigungsleistung und Zuverlässigkeit. Nicht bereut hat Schuster auch die Entscheidung, die neue Maschine aus Umweltgründen nicht mit Benzin- oder Dieselmotor, sondern mit Elektroantrieb zu bestellen: Der Maschinenleistung tut dies nach seinen Beobachtungen keinen Abbruch.

Auch die leichte und schnelle Wartung der Maschine hat den Betriebsleiter überzeugt – und zwar aus einem ganz besonderen Grund: Die Kehrsaugmaschine wird wie alle Stapler und Flurförderfahrzeuge bei Weser-Metall in der betriebseigenen Werkstatt gewartet. Nur wenn es Probleme gibt, die von eigenen Monteuren nicht gelöst werden können, soll der Service von Tennant in Anspruch genommen werden. „Bislang war das noch nicht der Fall, hoffen wir, dass es möglichst lange so bleibt“, freut sich Hans-Georg Schuster.

Peter Hartmann | peter.hartmann@holzmannverlag.de