Markierung von Sporthallenböden Präzisionsarbeit in gebückter Haltung

Präzisionsarbeit in gebückter Haltung

Im Jahr 1946 als Malerwerkstätte gegründet, ist die Paul Kipp GmbH aus Kornwestheim heute deutscher Marktführer für Markierungen von Sportanlagen: Fast alle großen Stadionanlagen sowie zahllose Sporthallen wurden von den Markierungsspezialisten liniert. Mit über 20 Beschäftigten markiert Kipp jährlich rund 1.000 Sporthallen und beschichtet über 150.000 Quadratmeter Sportböden.

Gut sichtbare Markierungen gehören zu den Grundbedingungen des sportlichen Wettbewerbs. Doch wer nimmt die Aufgabe auf sich, in gebückter Haltung hoch präzise Millionen Meter von Linien aufzubringen? Die Paul Kipp GmbH aus Kornwestheim bei Stuttgart hat sich seit den 1960er Jahren eine Spitzenposition als Spezialist für Markierungen von In- und Outdoor-Sportanlagen in Europa erarbeitet und ist heute mit einem Marktanteil von über 90 Prozent bei der Markierung von Sportböden unangefochten Marktführer. Fast sämtliche großen Stadionanlagen sowie zahllose Sporthallen wurden von den Kornwestheimern liniert. Heute markiert das Unternehmen jährlich 1.200 Kilometer Linien und beschichtet über 150.000 Quadratmeter Sportböden mit lösungsmittelarmen Spezialprodukten.

Bei den rund 1.000 Sporthallen, die Kipp derzeit pro Jahr markiert, kommen Beschichtungen auf Polyurethanbasis zum Einsatz. Immer wichtiger werden die ebenfalls selbst entwickelten Produkte für die Reinigung und Pflege der Hallensportböden: Wenn Sportböden kaputt gingen, liege das weniger an der mechanischen Belastung als an infolge falscher Pflege eingedrungener Feuchtigkeit, sagt Heinz Kipp. Neueste Kipp-Entwicklung: Ein lösungsmittelfreier Reiniger zur Entfernung von Harzflecken nach Handballspielen. „Wir geben fünf Jahre Garantie auf die Abriebbeständigkeit unserer Markierungen und Farben, und wir garantieren die Genauigkeit der Linien.“

Die körperliche Belastung für die 20 Mitarbeiter, die ausschließlich mit der Markierung von Sporthallen und -plätzen beschäftigt sind, ist enorm. „Sie arbeiten unter ständigem Zeitdruck, und aus Sorge um die Genauigkeit der Linien fast immer in gebückter Haltung“, erklärt Heinz Kipp. Eine geregelte Ausbildung zum Markierer gebe es nicht. „Ich benötige Leute, die nicht auf den Kopf gefallen sind, das können Maler und Lackierer sein, aber auch Lehrer oder Automechaniker.“ Sie werden in zwei bis drei Jahren Einarbeitungszeit zu Markierungstechnikern und Kolonnenführern weiter gebildet. In den Sommermonaten werden sie von Saisonkräften unterstützt. Von Pfingsten bis Ende Oktober sind alle Mitarbeiter voll ausgelastet. „In dieser Zeit machen wir unsere Umsätze, deshalb gibt es Urlaubssperren“, so Heinz Kipp.

Im Gegenzug ist die Bezahlung überdurchschnittlich gut zumal seit Anfang der 1990er Jahre nicht mehr nach Stunden, sondern nach Leistung abgerechnet wird. Seit nach markierten laufenden Metern, nach Quadratmetern oder pauschal bezahlt wird und die Eigeninitiative der Mitarbeiter gefordert ist, erhalten diese bei geringerem Zeitaufwand bis zu fünfzehn Prozent mehr Lohn. Das kommt natürlich gut an, zumal sämtliche Beschäftigte an der Entwicklung von Unternehmensstrategien und -philosophien beteiligt werden. Inzwischen macht sich Heinz Kipp viele Gedanken über die Zukunft einerseits über die Erschließung neuer Märkte, andererseits über seine Nachfolge: „Meine Tochter, ausgebildete Betriebswirtin, und mein Schwiegersohn, der Architekt ist, arbeiten seit Jahren im Unternehmen mit, so dass ich mir wohl keine ernsthaften Sorgen machen muss.“zk-som