
Die positiven Effekte von elektronischem Monitoring für Händehygiene-Compliance, Infektionen und Kosten beleuchtete das zweite OHMS-Forum von Ophardt Hygiene im Compliance Campus im niederrheinischen Issum.
Wie kann die Qualität der Händehygiene in Einrichtungen des Gesundheitswesens weiter verbessert werden, insbesondere in Anbetracht von multiresistenten Erregern und den damit verbundenen Behandlungsproblemen? Im Mittelpunkt des OHMS-Forums standen die Vorteile von elektronischem Händehygiene-Monitoring aus Sicht der Infektionsprävention, aber auch aus ökonomischer Perspektive. Das Hygiene Monitoring System (OHMS) von Ophardt unterstützt Krankenhäuser und Kliniken bei der Verbesserung der Händehygiene.
Janine Walter, Projektkoordinatorin der „Aktion Saubere Hände“ (ASH), gab einen Überblick über die Bedeutung von Messinstrumenten zur Verbesserung der Händehygiene. Sie stellte heraus, dass der Einsatz eines elektronischen Monitoring-Systems valide Daten liefert und unmittelbares Feedback zum Handhygieneverhalten erlaubt – dies seien entscheidende Vorteile gegenüber anderen Messsystemen.
Wie kann OHMS im Krankenhausalltag bei der Vermeidung von Infektionen unterstützen? Diese Frage beantwortete Dr. med. Andreas Glöckner, leitender Oberarzt und Facharzt für innere Medizin an der BDH-Klinik Greifswald. Er untersuchte in einer Studie den Einfluss von elektronischem Monitoring auf die Händehygiene. Sein Fazit: Durch den Einsatz von OHMS konnte die Qualität der Händehygiene verbessert und Infektionen konnten um 28 Prozent reduziert werden.
Gezielte Maßnahmen wie Schulungen seien ein wichtiges Mittel zur Verbesserung des Händehygieneverhaltens, betonte Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. Niels Rahe-Meyer, Chefarzt der Klinik für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin und Vorsitzender der Hygienekommission am Franziskus Hospital Bielefeld. OHMS stelle ein effektives Instrument zur Erfolgsmessung von Interventionsmaßnahmen dar. Welche Zusammenhänge zwischen der Infektionsreduktion und dem Kostenmanagement in Krankenhäusern bestehen, verdeutlichte Dominik Lindner, ärztlicher Medizincontroller und Geschäftsführer des Privatinstituts für Klinikmanagement. OHMS könne Gesundheitseinrichtungen dabei unterstützen, im Rahmen des Fallpauschalensystems positive Deckungsbeiträge zu erwirtschaften.
Patricia Bauer, Gesundheits- und Krankenpflegerin für Hygiene an der Evangelischen Lungenklinik Berlin, gab einen Einblick in ihre Arbeit mit dem System. OHMS wird dort in der Klinik für Pneumologie eingesetzt. Die Ergebnisse: Um mehr als 38 Prozent konnten die Händedesinfektionen pro Patiententag gesteigert werden, und auch die Qualität der Händehygiene (Entnahmemenge pro Desinfektion) zeigt seit der Systemeinführung einen positiven Trend.
„Den Nerv der Teilnehmer treffen – das ist uns mit dem OHMS-Forum offensichtlich gut gelungen. Wir freuen uns, wenn wir das Thema Händehygiene-Monitoring und Infektionsprävention aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchten und so Denkanstöße und Orientierung geben konnten“, sagte Hendrik Rosery, Head of Sales Hygiene Compliance Solutions bei Ophardt Hygiene.