Reinigung mit vorgetränkten Mopps und Mikrofasertüchern Neues Rathaus, neue Technik

Vorgetränkte Mopps und Mikrofasertücher sind das Mittel der Wahl bei der täglichen Reinigung im neuen Freiburger Rathaus – maschinell aufbereitet im Untergeschoss des Plus­energiehauses mit rund 24.000 Quadratmetern Geschossfläche. Das Verfahren spart Zeit, schont Ressourcen und kommt auch der Umwelt zugute. Vor allem aber: Das Reinigungsergebnis stimmt.

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    Oben: Setzt im neuen Rathaus in Freiburg seit kurzem auf vorgetränkte Reinigungstextilien: Gebäude­reinigermeisterin Nadia Appugliese, hier zu sehen mit Vincenzo Giovinco von Ecolab.
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    Unten: Abends, wenn alle Reinigungsarbeiten erledigt sind, belädt Barbara Nöthling die Waschmaschine mit den verbrauchten Mikrofasertüchern und stellt die gewünschte Startzeit ein. Die Maschine startet am nächsten Vormittag.
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    Wenn Antonietta Nesta mittags ihren Dienst antritt, sind die Tücher fertig gewaschen und mit Reinigungschemie ausgerüstet. Nun werden sie gefaltet …
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    … und den Reinigungskräften beziehungsweise ihren Revieren zugeordnet.
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    Gleiches gilt für die Wischbezüge, die Antonietta Nesta im Laufe der nächsten Stunden in drei Etappen wäscht und aufbereitet.
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    Um 15 Uhr treffen die Reinigungskräfte ein und holen ihre Mopps und Mikrofasertücher ab, um sie auf ihren Reinigungswagen in den entsprechenden Boxen zu verstauen.
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    Rund 8.000 Quadratmeter Fläche sind im Rathaus im Stühlinger zu wischen – größtenteils von Hand. Mehr als 200 Mopps und 400 Reinigungstücher sind an jedem Einsatztag im Umlauf.
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    In der öffentlich zugänglichen Kantine wird zunächst staubbindend gewischt, um lose aufliegende Verschmutzungen zu entfernen. Anschließend wird der Boden einstufig mit den vorgetränkten Mopps bearbeitet.
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    Die Oberflächen werden mit vorgetränkten Mikrofasertüchern bearbeitet – in den Sitzecken im Bürgerservicezentrum ebenso …
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    ... wie in den Büros der Verwaltungsmitarbeiter …

Hell, offen, freundlich, großzügig: So präsentiert sich das neue grüne Vorzeigegebäude der Stadt, das mehr Energie produziert als es verbraucht (mehr dazu auf Seite 21). 840 Beschäftigte aus etlichen über die Stadt verteilten Ämtern haben im Rathaus im Stühlinger (RIS) – benannt nach dem Stadtteil des Standorts – im vergangenen Jahr ihre Arbeitsplätze bezogen. Rund 20.000 Quadratmeter sind zu reinigen – vor allem Verwaltungsbereiche mit größtenteils offenen Büros und Strukturen auf fünf Etagen, aber auch öffentlich zugängliche Teile wie eine große Kantine und ein stark frequentiertes Bürgerservicezentrum im Erdgeschoss. Täglich erledigen dort bis zu 1.000 Freiburger ihre Angelegenheiten.

Warum im neuen Rathaus nicht neue Wege gehen und mit vorgetränkten Reinigungstextilien arbeiten? Gebäudereinigermeisterin Nadia Appugliese, als Sachgebiets­leiterin Reinigung in der Abteilung Gebäu­­demanagement Freiburg für die Sauber­keit von 183 städtischen Objekten verantwortlich – Eigen- ebenso wie Fremd­reinigung mit einem Auftragsvolumen von insgesamt acht Millionen Euro –, hat sich lange vor Eröffnung des großen Gebäudes viele Gedanken gemacht – und in die Tat umgesetzt. Seitdem das Rathaus mit Eröffnung des Bürgerservicezentrums auch für die Öffentlichkeit zugänglich ist, gehören vorgetränkte Mopps und Mikrofasertücher zur Standardausrüstung der 14 Reinigungskräfte, die montags bis freitags von 15 bis 19.15 Uhr im Objekt für Sauberkeit sorgen.

Mehr als 200 Mopps und 400 Tücher sind täglich im Einsatz

Im mehr als 1.000 Quadratmeter großen Bürgerservicezentrum war eigentlich Parkett vorgesehen, doch in diesem Punkt konnte Nadia Appugliese die Entscheider  noch umstimmen. Nun ist es weißer Terrazzo geworden, ebenso wie in der Kantine und in den Treppenhäusern. Parkett ist in den Konferenzbereichen verlegt. Kunstharzbeläge sind in den Küchen zu finden, Feinsteinzeugfliesen liegen in den Sanitärräumen und im Untergeschoss ist es Beton: Rund 8.000 Quadratmeter Fläche müssen im neuen Rathaus gewischt werden – größtenteils von Hand, teilweise auch unterstützend zur maschinellen Reinigung auf großen Flächen wie im Bürgerservicezentrum. Mehr als 200 Mopps und 400 Mikro­fasertücher für die Oberflächen sind an jedem Reinigungstag im Umlauf. Ge­waschen und aufbereitet werden sie täglich frisch im Untergeschoss des Gebäudes – mit Dosiertechnik und Chemie von Ecolab. Das Unternehmen beliefert die Stadt Freiburg seit Jahrzehnten mit Produkten für die Unterhaltsreinigung.

Die Waschmaschine startet automatisch

Abends gegen kurz nach sieben, wenn alle Reinigungsarbeiten erledigt sind, befüllt Barbara Nöthling, die den Reinigungskräften als Teamsprecherin vorsteht, die 13-Kilo-Waschmaschine von Miele (Mopstar PW 5134) mit allen verbrauchten Mikrofaser­tüchern (3M, Scotch-Bride Micro Duett Pad) und wählt die Startzeit vor. Am nächsten Vormittag beginnt das Waschprogramm. Waschmittel (Ecobrite Magic Emulsion) und Desinfektionsmittel mit bleichender Wirkung (Oxysan) beziehungsweise Reinigungschemie (Glas- und Oberflächenreiniger Maxx Brial2) werden in definierter Menge automatisch über eine Pumpe zugeführt.

Wenn mittags um zwölf Antonietta Nesta ihren Dienst antritt, sind 400 Tücher in vier Farben für unterschiedliche Anwendungsbereiche fertig gewaschen und mit Reinigungschemie ausgerüstet – bereit für den Einsatz des Tages. Nun werden sie – an einem speziell angefertigten Tisch in ergonomisch sinnvoller Höhe – gefaltet, sortiert und dann den Reinigungskräften beziehungsweise ihren Revieren zugeordnet. Gleiches gilt für die Wischbezüge (Vermop White Magic), die Antonietta Nesta im Laufe der nächsten Stunden in drei Etappen wäscht und aufbereitet. Dabei pumpt das System Energy Clean S in die Maschine. Der tensidfreie Allzweckreiniger wird im Objekt auf allen zu wischenden Böden eingesetzt – auch auf Parkett. Die Oberflächen werden mit Maxx Brial2 gereinigt. In den Sanitärräumen kommt im Bereich der WC-Keramik zusätzlich Into Active Gel zum Einsatz.

Gereinigt wird im laufenden Betrieb

Jeweils zunächst zwölf Mopps und die voraussichtlich benötigte Zahl an Tüchern: Um 15 Uhr muss Antonietta Nesta fertig sein.  Jetzt treffen die Reinigungskräfte ein und holen ihre Ausrüstung ab, um sie auf ihren Reinigungswagen – Typ Mobilette Vario flexx von Ecolab – in den entsprechenden Boxen zu verstauen. Die Reinigungsarbeiten können beginnen – während viele der Mitarbeiter in den fünf Büroetagen noch an ihren Schreibtischen sitzen. Für die Tag­reinigung hat Nadia Appugliese sich ganz bewusst entschieden. „Auch Reinigungskräfte haben ein Privatleben“, sagt die Leiterin des Sachgebiets Gebäudereinigung. Eine mehrwöchige Testphase habe ein sehr positives Ergebnis ergeben. „Am Anfang bin ich jeden Tag herumgelaufen und habe gefragt, ob die Mitarbeiter sich von den Reinigungskräften gestört fühlen“, erinnert sich Nadia Appugliese. Das war nicht der Fall. „Alle haben gesagt:  Reinigungskräfte machen eine wichtige Arbeit für uns und es ist es schön, wenn wir sie kennenlernen und auch mit ihnen kommunizieren können.“ Das ist bis heute so geblieben. „Die Kolleginnen auf den einzelnen Etagen werden vermisst, wenn sie im Urlaub sind und vertreten werden“, ergänzt Teamsprecherin Barbara Nöthling.

„Lieber einen Mopp mehr nehmen als einen zu wenig“

Heute ist sie zusammen mit einer Kollegin für die Reinigung der mehr als 500 Qua­dratmeter großen Kantine im Erdgeschoss zuständig, ab 18 Uhr wird es im dann für Besucher geschlossenen Bürgerservicezentrum weitergehen. Alle benötigen Mopps und Tücher für den weißen Terrazzoboden und die Oberflächen zum Beispiel der zahlreichen langen Tische und Stühle liegen fertig ausgerüstet auf dem Reinigungs­wagen bereit. Der Boden wird in einem ersten Schritt staubbindend gewischt, um heruntergefallene Krümel und Brösel aufzunehmen – mit Masslinn-Tüchern von Wetrok.

Dann greift Barbara Nöthling zu einem vorgetränkten Mopp, spannt ihn auf den Halter und wischt den Boden im einstufigen Verfahren. Bei rund 20 Quadratmetern liegt die Flächenleistung theoretisch, bevor der Bezug gewechselt werden muss. Praktisch können es deutlich weniger sein. „Wir wollen den Schmutz ja nicht verschmieren“, sagt Nadia Appugliese. In der Kantine zum Beispiel kann die Grenze schon nach 15 Quadratmetern erreicht sein. Dann  geht es mit einem frischen Wischbezug weiter. Ähnlich verhält es sich in den Sanitärbereichen. Dort wird aus hygienischen Gründen pro Toilettenraum nur ein Mopp verwendet. „Da liegen wir bei fünf bis sieben Quadratmetern“, erklärt Gebäudereinigermeisterin Nadia Appugliese, deren Devise lautet: „Qualität!“ Barbara Nöthling ergänzt in diesem Sinne: „Ich sage den Kolleginnen immer: Lieber einen Mopp mehr nehmen als einen zu wenig. Das gilt auch für die Reinigungstücher. Das Material ist ja da.“

Die Erfahrungen sind sehr positiv

Seit rund einem halben Jahr sind die vorgetränkten Reinigungstextilien im Rathaus im Stühlinger im Einsatz. Die Erfahrungen sind sehr positiv. „Ich möchte das nicht mehr rückgängig machen“, sagt Sach­gebietsleiterin Nadia Appugliese und zählt die Vorteile auf: „Ich spare Zeit, verbessere den hygienischen Standard und tue etwas für die Umwelt.“ Überdosierungen und damit ein unkalkulierbar hoher Verbrauch von Reinigungschemie sind bei vorgetränkten Mopps und Tüchern so gut wie ausgeschlossen; außerdem wird weniger Wasser verbraucht. Dass das neue System den Reinigungskräften die Arbeit erleichtert, weil sie sich nicht mehr so häufig bücken und keine schweren Wassereimer tragen müssen, hält Nadia Appugliese für ein weiteres großes Plus.

Alle Mitarbeiter sind im Vorfeld intensiv geschult worden. „Wir waren drei Tage lang beschäftigt“, erinnern sich Nadia Appugliese und Barbara Nöthling. Das Verfahren wurde ohne Probleme angenommen. „Viele sagen jetzt sogar: Gott sei Dank, dass wir so arbeiten können“, erzählt Barbara Nöthling.

Das Reinigungsergebnis stimmt

„Wir versuchen das hier wirklich gut zu machen“, betont Gebäudereinigermeisterin  Nadia Appugliese. Dass nicht nur die Reinigungsqualität, sondern auch das Reinigungs­ergebnis stimmt, hat sie jetzt schwarz auf weiß. Im neuen Rathaus gibt es nämlich ein elektronisches Ticketsystem, falls einmal etwas nicht zur Zufriedenheit der Nutzer ist. Rund 1.700 Tickets in allen Belangen des Gebäude­managements sind seit November von den Verwaltungsmitarbeitern geschrieben worden – nur 30 davon betrafen die Reinigung. „Ein toller Erfolg“, meint Nadia Appugliese, die mit dem Ergebnis mehr als zufrieden ist. Vincenzo Giovinco, Fachwirt für Reinigungs- und Hygienemanagement  und Fachberater bei Ecolab, bestätigt: „Hier ist alles picco­bello. Für mich ist das ein Muster­objekt.“

Und die Kosten? Wenn ein Jahr vergangen ist, soll Bilanz gezogen werden. „Wir müssen die Ausgaben natürlich im Auge behalten, auch wenn uns Reinigung sehr wichtig ist“, sagt die Leiterin des Sachgebiets Gebäudereinigung. Vor allem wegen der deutlich geringeren Rüstzeiten rechnet Nadia Appugliese aber mit einer erheblichen Zeit­ersparnis, die der Investition vor allem in Mopps und Tücher gegenübersteht. Hinzu komme ein deutlich geringerer Verbrauch an Reinigungschemie und Wasser. „So hole ich die Kosten schon wieder rein.“

Von der Arbeit mit dem neuen System ist die Gebäudereinigermeisterin restlos überzeugt. In einigen großen städtischen Objekten will sie nach der anstehenden Sanierung ebenfalls vorgetränkte Reinigungstextilien einsetzen. Unter anderem hat Nadia Appugliese eine Schule im Blick.

Heike Holland | heike.holland@holzmann-medien.de