IFAT 2008 Natürlich erfolgreich

Die IFAT 2008 war so erfolgreich wie nie. Das ist das Fazit der Messe München. Und wie in der Branche üblich, wird der Erfolg in erster Linie an der Zahl der Aus steller und Besucher festgemacht. Sei es drum – in beiden Sektoren gab es beachtliche Zuwachsraten.

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    Der C200 von Johnston Sweepers ist mit seinem Fahrkomfort und guter Sicht auf die Besen prädestiniert für die Reinigung in innerstädtischen Bereichen.
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    Ravo stellte eine selbstfahrende Kehrmaschine mit Erdgas motor vor.

Natürlich erfolgreich

-Während der langen Messedauer von fünf Tagen präsentierten insgesamt 2.560 Aussteller aus 44 Ländern Produkte und Dienstleistungen aus den Bereichen Reinigung, Abfall- und Abwasserbeseitigung. Das bedeutet ein Plus von über 15 Prozent im Vergleich zur Vorveranstaltung im Jahre 2005. Beachtlich auch: Gut ein Drittel der Aussteller kamen aus dem Ausland. Immerhin 97 Prozent der Besucher bewerteten die Vollständigkeit und Breite des Angebots auf der IFAT mit „gut“ bis „ausgezeichnet“. Und die Besucher kamen zahlreich nach München: 120.000 und damit zehn Prozent mehr als vor drei Jahren. Davon hatten rund 40.000 eine mehr oder weniger lange Anreise aus 163 Ländern der Erde auf sich genommen – ein Zuwachs um beachtliche 18 Prozent.

Bei den Besuchern ist noch zu berücksichtigen, dass sich ihre Zahl zum weitaus größten Teil auf drei der fünf Messetage konzentriert hat. Denn am ersten und letzten Tag (Montag bzw. Freitag) war der Besuch ausgesprochen schwach. So wurde von vielen Ausstellern auch die lange Messedauer kritisiert. Ebenso der Messestart am Wochenanfang und das Messeende an einem Freitag. Vorgeschlagen wurde vielfach eine Messedauer von drei Tagen. Und eine Terminabstimmung mit anderen Großmessen, wie z.B. der Amsterdamer Reinigungsfachmesse ISSA/Interclean, die zeitgleich mit der IFAT stattfand (siehe S. 38ff).

Durchgestylt und mit ergonomischem Arbeitsplatz

Die dänische Firma Egholm präsentierte ihre neue Kehrmaschine 2200. Die 2200 macht ganzjährig bei der Pflege von Außenbereichen einen guten Job – auf dem Facilitysektor ebenso wie bei Kommunen und Stadtwerken oder Dienstleistungsunternehmen. Die Neue von Egholm kommt nicht nur durchgestylt und stromlinienförmig daher, sondern bietet dem Fahrer auch einen ergonomischen und bis ins Detail durchdachten Arbeitsplatz. Das Anbaugeräte-Programm ist ein Ganzjahresprogramm. Mit angebautem Kehr- und Sauggerät ist die 2200 ein richtiger Kehrmaschinenprofi. Tritt sie mit Mähwerken an, ist Schluss mit ungepflegten Grünflächen. Und wenn die Winterdienst-Anbaugeräte zum Einsatz kommen, haben Schnee und Eis keine Chance. Das neue Kupplungssystem ist einfach zu bedienen: In weniger als einer Minute kann ein Gerät abgebaut und ein anderes mit nur einem Handgriff angebaut werden. Die 34 PS sorgen für eine beachtliche Zugkraft. Die Egholm 2200 ist auch unter Belastung flott unterwegs – bis zu 21 km/h.

Gründlicher CityCleaner beseitigt auch Ölspuren

Der Citymaster 1200, den Hako neben zahlreichen anderen Maschinen auf dem Freigelände auf der IFAT vorgestellt hat, ist konsequent auf die professionelle Straßen- und Gehwegreinigung zugeschnitten. Als knickgelenkte Kompaktkehrmaschine sorgt er auch dann noch für Sauberkeit, wenn es einmal enger wird. Mit dem neuen Anbau-Schrubbdeck hat Hako die Einsatzmöglichkeiten der Maschine noch einmal erweitert. In Kombination mit Wasser sorgt das Schrubbdeck mittels rotierender Bürsten dafür, dass Innenstädte, Parkhäuser, Tiefgaragen und Marktplätze wieder einen gepflegten Eindruck machen. Das Schrubbdeck hat eine Arbeitsbreite von 1,33 m und ist mit drei Bürsten ausgestattet. Je nach Reinigungsaufgabe stehen verschiedene Bürsten zur Verfügung. Die Aufnahme des Schmutzwassers erfolgt direkt hinter dem Schrubbdeck über einen gezogenen Saugmund. Der Citymaster 1200 CityCleaner hinterlässt so eine saubere, sofort begeh- und befahrbare Fläche.

In Verbindung mit chemischen oder biologischen Zusätzen lassen sich mit der Maschine und ihrem frontseitig angebautem Schrubbdeck auch Öl- und Kraftstoffspuren von Straßen, Rad- und Gehwegen sowie von Parkplätzen entfernen. Mit den drei Bürsten des Schrubbdecks wird eine Emulsion in die verunreinigte Stelle eingearbeitet. Die Emulsion inklusive der gelösten Schadstoffe wird direkt hinter dem Schrubbdeck aufgesaugt und stellt somit keine weitere Belastung für die Umwelt dar. Zugleich kann der CityCleaner schon vorhandenes Ölbindemittel sowie Sand oder Splitter im gleichen Arbeitsgang mit aufnehmen.

Geräteträger-Programm abgerundet

Holder Industries (früher Gebrüder Holder) wollten mit dem Auftritt auf der IFAT das Zeichen setzen: Es geht trotz des laufenden Insolvenzverfahrens weiter. Und zugleich Neuheiten vorstellen. Die Metzinger haben ihr Geräteträger-Programm der C-Klasse nach oben und unten abgerundet. Hinzugekommen sind die Typen
C 1.30 und C 9.92.

Der C 1.30 ist ein kleiner, wendiger und leistungsstarker Mini-Geräteträger, der für vielfältige Aufgaben im kommunalen Bereich, bei Dienstleistern und im Facilitysektor eingesetzt werden kann. Zu den konstruktiven Neuheiten gehört die zentrale, durch die Geräteaufnahme an der Fahrzeugfront geführte Mittelabsaugung, die beim Einsatz von Mähsaug- und Kehrsaugkombinationen zum Tragen kommt. Neu ist auch, dass sowohl zum Kehrsaugen als auch für die Aufnahme des Mähguts nur ein Behälter erforderlich ist. Als weitere Anbaugeräte, deren Zahl noch erweitert wird, kann der C 1.30 Räumschilde, Bürsten und Streuer für den Wintereinsatz oder auch eine Vorrichtung zur Hundekotbeseitigung aufnehmen. Für den Geräteanbau bzw. wechsel wird nur ein Mann benötigt. Der Umbau erfolgt werkzeuglos und ist in wenigen Minuten realisierbar. Der C 9.92 trifft als Nachfolger des C 9.88 ein erfolgreich vorbereitetes Terrain an. Denn sein Vorgänger hat sich als Holder-Spitzenmodell in vielen Ländern bei zahlreichen Einsätzen und Aufgaben bewährt. Das dürfte auch der Neue schaffen. Denn er ist einmal ein Kraftpaket und mit einem wassergekühlten 92-PS-Motor von Deutz ausgestattet, der die Abgaswerte nach Tier III erfüllt.

Auch ist die Bedienerergonomie im „Cockpit“ verbessert worden und profitiert von der Entwicklung des Typs C 4.74, bei dem ebenfalls viele Arbeitsaufgaben bequem über Joystick gesteuert werden können. Der „Pilot“ hat außerdem eine sehr gute Sicht auf die Anbaugeräte, da der Weg zum Anbauraum verkürzt worden ist. Diese Reduzierung verschafft der Maschine auch bessere Ballastierungsverhältnisse. So ist eine Frontaushebung bis 2,5 t möglich. Die Hubkraft hinten beträgt bis zu 1,5 t.

Guter Überblick und sparsamer Motor

Fahrkomfort und gute Sicht auf die Besen prädestinieren die C200 von Johnston Sweepers für die Reinigung in innerstädtischen Bereichen (siehe Foto). Außer auf die Benutzerfreundlichkeit ist bei der Entwicklung der Maschine auf eine geringe Drehzahl des Motors geachtet worden. Im Arbeitsmodus kommt die C200 mit 1.100 bis 1.500 U/min aus. 90-minütige Vergleichstests mit Wettbewerbsprodukten haben nach Aussage von Johnston ergeben, dass sich dadurch eine Kraftstoffersparnis von bis zu 40 Prozent erzielen lässt. Während die C200 mit 5,6 l/h auskam, verbrauchten andere Maschinen teilweise über 9 l/h. Der geringere Kraftstoffverbrauch reduziert zum einen die Umweltbelastung und andererseits auch den Verschleiß von Bauteilen der Maschine.

Programm um manuelle Produkte erweitert

Große Überraschung auf dem Kärcher- Stand in München. Der Winnender Global Player hat sein Programm um Produkte für die manuelle Gebäudereinigung erweitert. Jetzt gibt es für den Einsatz in Büro- bzw. Sanitärräumen die Systemwagen Eco-Firstliner und Eco-Cleanliner (dazu mehr auf Seite 49). Auch ein bekanntes „Gesicht“ war auf dem Kärcher-Stand zu entdecken: der Leichtmüllsammler IC 15/ 240 W in der auf den kommunalen Einsatz zugeschnittenen Version mit Rundum-Kennleuchte, Feinstaubfilter und Randstein-Auffahrhilfe. Daneben hatte Kärcher eine überarbeitete Silentvariante gestellt, die – nomen est omen – noch leiser arbeitet als die „Schwester“. Die deutlich reduzierte Geräuschentwicklung ist einerseits durch einen leiseren Motor erreicht worden. Außerdem konnten die Ansaug- und Abluftgeräusche nochmals verringert werden. Die neue Version des Kärcher-Leichtmüllsammlers soll in einigen Monaten auf den Markt kommen.

Sechs von 100 „Multicar-Gesichtern“

Als kleinen Ausschnitt aus seinem vielseitig einsetzbaren Produktangebot hat Multicar, Zweigwerk der Hako-Werke, auf der IFAT 2008 sechs „Multicar-Gesichter“ präsentiert. In Kombination mit über 100 möglichen An-, Auf- und Vorbaugeräten, die von renommierten Herstellern erhältlich sind, wird der Geräteträger zum Spezialisten für diverse Aufgaben während des ganzen Jahres und an vielen Orten.

Und: Die Baureihen Fumo, M 26 und Tremo Carrier verfügen über einen Partikelfilter im geschlossenen System, sie erreichen eine Partikelabscheidung von über 95 Prozent. Ein Multicar-Fahrzeug entspricht der Euro,4-Norm, darf damit die grüne Plakette tragen und hat uneingeschränkt freie Fahrt – auch in stark belasteten Regionen.

Ein Beispiel für die zahlreichen „Multicar-Gesichter“: Der Schmalspur-Geräteträger Tremo Carrier S – ausgestattet mit dem Hochdruckschwemmbalken von Reinex – sorgt auf Straßen, Wegen und in Fußgängerzonen für klare Verhältnisse. Dafür steht ihm Hochdruck von 140 bar zur Verfügung. Die Teleskopschwemmanlage bietet eine variable Arbeitsbreite von 1,6 bis 3,2 m. Seitliche Auswurfdüsen, die auch einzeln angesteuert werden können, können auch für die Reinigung unter geparkten Fahrzeugen sorgen. Die gesamte Anlage wird bequem vom Fahrersitz aus gesteuert.

Vielseitiger Geräteträger in niedriger Bauweise

Nilfisk hat auf der IFAT einen neuen Geräteträger präsentiert, der kommunale Aufgaben wie Kehren, Schwemmen oder Winterdienst sehr gut meistert. Der MV 4500 verfügt über eine komfortable, ergonomisch ausgerichtete Doppelkabine. Zusatzeinrichtungen wie z.B. ein dritter Seitenbesen, Handsaugschlauch, Klimaanlage und Hochdruckreiniger sind optional erhältlich. Die Knicklenkung und die niedrige Bauweise (unter 2 m) machen den Geräteträger wendig und vielseitig einsetzbar. Er kann auch in Fußgängerunterführungen und Parkhäusern seine Arbeit verrichten.

Außerdem auf dem Nilfisk-Stand zu sehen war die Multifunktionsmaschine TransPro, die ebenfalls ganzjährig eingesetzt werden kann. Ihre Stärken liegen insbesondere im Bereich der Mähtechnik. Mit ihrem Recyclingmähwerk kann sie auch in Hanglagen schnell und zuverlässig arbeiten. Das Mähwerk Schell FSM 2,4 H Vario kann links und rechts hochgeklappt werden. Dann hat das Fahrzeug nur noch eine Breite von 1,35 m. Ausgeklappt hat das komplette Mähwerk eine variable Breite von 1,20, 1,80 oder 2,40 m. Die TransPro ist auch im Winterdienst einsetzbar. Dann wird der Heckstreuer über die Ladepritsche automatisch nachgefüllt. Wahlweise ist der Einsatz von hydraulischen Walzen- oder Tellerstreuern möglich.

Kehrmaschine mit Erdgasmotor von Ravo

Ravo, Kompaktmaschinen-Hersteller aus den Niederlanden, hat auf der IFAT eine selbstfahrende Kehrmaschine mit umweltschonendem Erdgasmotor (CNG) vorgestellt (Foto). Und außerdem die Maschine an den Käufer, die Stadt Liestal (Hauptstadt des Schweizer Halbkantons Basel-Landschaft), übergeben. Der Erdgasmotor von Iveco reduziert den CO²-Ausstoß, entwickelt nur wenig Feinstaub sowie kaum Stickoxide. Außerdem ist er noch sparsam im Energieverbrauch. Die Kompaktmaschine aus der neuen 4er-Serie von Ravo erfüllt die anspruchsvollen EU-EEV-Emissionsnormen für Busse und Lkw.

Der Iveco-Vierzylinder mit 16 Ventilen und Turbolader bringt eine Leistung von 136 PS (100 kW). Der Aktionsradius der Kompaktkehrmaschine entspricht dem eines Modells mit Dieselmotor. Der auf dem Dach untergebrachte 102-l-Tank ist – so der Hersteller – hitze- und stoßbeständig.

Niels W. Buhrke | freier Journalist