Eine Umfrage unter mittelständischen Unternehmen, durchgeführt vom Verband "Die KMU-Berater - Bundesverband freier Berater" und der "Deutsche Unternehmerbörse DUB.de", hat die Abhängigkeit von kleinen und mittleren Unternehmen zu ihrer Hausbank untersucht. Der "KMU-Banken-Barometer 2015" zeigt, dass der Mittelstand zu abhängig von nur einer Hausbank ist.
Über 27 Prozent der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) in Deutschland sind nach eigener Angabe bei der Unternehmensfinanzierung von ihrer Hausbank abhängig. Nur 23 Prozent der befragten Unternehmen bezeichnen sich als von ihrer Hausbank völlig unabhängig. Das ist das Ergebnis des "KMU-Banken-Barometers 2015." Die Umfrage wurde vom Verband "Die KMU-Berater - Bundesverband freier Berater" in Kooperation mit der "Deutschen Unternehmerbörse DUB.de" durchgeführt. 155 Unternehmer haben an der Umfrage teilgenommen.
Als besonders bedenklich bezeichnet Bernd Tovar, Fachgruppe Finanzierung und Rating der KMU-Berater, die Antworten zu der Anzahl der Hausbanken: "Ein gutes Drittel der befragten Unternehmen haben nur eine Hausbankverbindung. Selbst Unternehmen mit mehr als 100 Mitarbeitern arbeiten zu 28 Prozent mit nur einer Hausbank zusammen. Das ist aus Beratersicht schon fahrlässig zu nennen", betont Tovar.
Unternehmen, die nur auf eine Hausbank setzten, könnten durch den von allen Kreditverbänden erwarteten Rückgang der Erträge der Banken und durch die Auswirkungen von "Basel III" ein Problem bekommen. Je nach Banksituation seien zum Teil deutlich negative Veränderungen in der Risikostrategie zu erwarten, erläutert Bernd Tovar. Dies könne die Reduzierung eingeräumter Kreditlinien oder die Verweigerung notwendig werdender Kreditausweitungen zur Folge haben. Unternehmen müssten dann schnell Alternativen zur Hand haben, führt Berater Tovar aus.
Mittelständler sollten eine zweite in etwa gleich starke Hauptbankbeziehung zu einem weiteren Kreditinstitut aufbauen, empfehlen die Berater. "Dieser Schritt muss dann getan werden, wenn die finanzielle Situation gut ist. Das erleichtert zum einen den Aufbau neuer Kreditbeziehungen, zum anderen benötigt dieser Schritt viel Zeit, gerade mit Blick auf die Verteilung der Sicherheiten", führt Tovar aus. Hintergrund für diese Empfehlung ist, dass Banken unterschiedliche Risikostrategien verfolgen. Das eröffnet Unternehmen Finanzierungsspielräume. Außerdem sei nur auf dieser Basis ein wirklicher Wettbewerbsvergleich von Angeboten der Banken möglich.
Hier gelangen Sie zu den Ergebnissen des Banken-Barometers 2015 .