Meister auf hohem Niveau

»Der Meistertitel wird durch die Gleich-stellung mit dem Bachelor enorm aufgewertet.«

Peter Hartmann | Chefredakteur | peter.hartmann@holzmann-medien.de

Meister auf hohem Niveau

Sie haben lange gerungen, mit dem Ergebnis sind alle zufrieden: Bachelor und Handwerksmeister sollen zukünftig gleichgestellt sein. So haben es Bund, Länder und Sozialpartner nach langem, zähen Ringen vereinbart.

Hintergrund der Vereinbarung ist die Einführung des Deutschen Qualifikationsrahmens (DQR) beziehungweise des Europäischen Qualifikationsrahmes (EQR) mit insgesamt acht Niveaustufen.

Auf Niveau 3 beispielsweise finden sich zweijährige berufliche Erstausbildungen, drei- und dreieinhalbjährige Erstausbildungen werden auf Niveau 4 eingestuft. Bachelor und Handwerksmeister werden gleichwertig auf Niveau 6 eingeordnet.

Die achtstufige Skala soll Berufsabschlüsse über Grenzen hinweg besser vergleichbar machen. Förderung der Mobiliät von Arbeitnehmern, bessere Informationsmöglichkeiten über die Fähigkeit von Bewerbern und damit eine leichtere Suche nach geeignetem Personal: Das sind wesentliche Ziele, die mit dem Qualifikationsrahmen erreicht werden sollen. Bildungssystem und Lernort sollen zukünftig keine Rolle mehr spielen.

Die Gleichstellung mit dem Bachelor ist für den deutschen Handwerksmeister eine großartige Aufwertung. Handwerkspräsident Otto Kentzler sieht darin „ein starkes Signal, dass tertiäre Bildungswege nicht nur über die Hochschule, sondern auch über die berufliche Bildung möglich sind“.

Auch Hanns-Eberhard Schleyer, Generalsekretär des Zentralverbands des Deutschen Handwerks, begrüßt die Entscheidung: „Die korrekte Einstufung unserer Meisterberufe wird der hochwertigen Qualifikation unserer Handwerksmeister gerecht.“

Bildungsministerin Annette Schavan schließlich freut sich, dass in Deutschland mit dieser Einigung jeder die Chance zum Aufstieg habe über den akademischen Weg genauso wie über den der beruflichen Bildung.

Diese Gleichstellung ist allerdings auch eine Herausforderung für die Zukunft.

Für alle, die sich zur Meisterprüfung entscheiden. Und für alle, die in der Meisterausbildung engagiert sind und Verantwortung tragen.

Die stehen nun mehr denn je in der Pflicht, die Qualität der Meisterausbildung hochzuhalten und damit die Gleichstellung mit dem Abschluss Bachelor für die Zukunft zu rechtfertigen.

Nur dann wird der Meisterbrief auch weiterhin als Spitzenqualifikation gelten und auch der damit einhergehenden Vorbildfunktion für andere Länder Europas weiter gerecht werden können.


Ihr Peter Hartmann