Mehr Lohn für Gebäudereiniger ab Januar 2011

Ab 1. Januar 2011 erhalten die knapp 900.000 Beschäftigten des Gebäudereiniger-Handwerks in Deutschland mehr Lohn. Damit wird die zweite Stufe des Ende 2009 zwischen den Arbeitgebern und der Gewerkschaft vereinbarten Tarifvertrages umgesetzt. Mit der Tariferhöhung steigen auch die seit 2008 im Gebäudereinigerhandwerk geltenden gesetzlichen Mindestlöhne weiter an.

Mehr Lohn für Gebäudereiniger ab Januar 2011

Nach den Lohnerhöhungen zum 1. Januar 2010 um 3,8 Prozent im Osten bzw. 3,1 Prozent im Westen, folgt nun eine weitere Erhöhung um 2,5 Prozent (Ost) bzw. 1,8 Prozent (West). Die Stundenlöhne für Gebäudereiniger liegen dann in der Lohngruppe 1 im Westen bei 8,55 Euro und bei 7 Euro im Osten.


Unsere Stundenlöhne für ungelernte Arbeitskräfte im Westen liegen damit bereits über dem vom DGB geforderten Mindestlohn von 8,50 Euro“, betonte Johannes Bungart, Geschäftsführer des Bundesinnungsverbands des Gebäudereiniger-Handwerks. Bungart wandte sich gegen die häufige Charakterisierung der Gebäudereinigerbranche als Niedriglohnsektor. Für Glas- und Fassadenreinigung beispielsweise werde demnächst ein Stundenlohn von 11,33 Euro (West) bzw. 8,88 Euro (Ost) gezahlt.


Ungeachtet des für die Branche geltenden Mindestlohns bekräftigte der Verband seine Forderung nach einem allgemeinen gesetzlichen Mindestlohn. Nur ein allgemeiner gesetzlicher Mindestlohn verhindere Lohndumping, steigende Arbeitslosigkeit im Inland, den Wettbewerb um die niedrigsten Löhne und eine Gefährdung der Sozialversicherungssysteme.


Dies sei insbesondere vor dem Hintergrund der vollen Arbeitnehmerfreizügigkeit für die acht neuen EU-Mitglieder ab dem 1. Mai 2011 unabdingbar. „In vielen Branchen werden dann die Beschäftigten in Deutschland mit Arbeitnehmern aus Ländern konkurrieren, in denen zum Teil Stundenlöhne von zwei bis vier Euro marktüblich sind“, sagte Bungart.