Landesinnung Baden-Württemberg Lossprechungsfeier in Metzingen

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    Freuen sich über die Gesellenbriefe: Die Absolventen aus dem Gebiet der Landesinnung Baden-Württemberg, hier zu sehen mit Landeslehrlingswart Günter Bogenrieder (re.) und Innungsgeschäftsführer Wolfram Schlegel (li., hintere Reihe). Bilder: Gewerbliche Schule Metzingen
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    Die drei besten Absolventen aus Innungsbetrieben in Baden-Württemberg: Gergö Galhidi, Leticia Ayala Lara und Mario Gomez (v.li.).

Der Begriff der Lossprechung geht auf einen alten Brauch aus dem Mittelalter zurück. Dem Lehrling wurde es nach Abschluss seiner Lehre erlaubt, den Betrieb des Meisters zu verlassen. Er wurde von seinen Verpflichtungen dem Lehrherren gegenüber befreit, also davon losgesprochen und zum Gesellen erklärt. Auch im Gebiet der Landesinnung Baden-Württemberg fand jetzt wieder eine Lossprechungsfeier statt. Die Landesinnung lud dazu an die Gewerbliche Schule Metzingen ein. Schulleiter Roland Kiesel begrüßte die frisch gebackenen ­Gesellinnen und Gesellen, die mit Familien und Freunden nach Metzingen angereist waren. Neben dem Geschäftsführer der Landes­innung Baden-Württemberg, Wolfram Schlegel, waren auch der stellvertretende Landesinnungsmeister und Landeslehrlingswart Günter Bogenrieder sowie Schatzmeister Karl Breer zur Feier gekommen.

Der Dank von Roland Kiesel galt auch dem Kollegium für das den Auszubildenden entgegen gebrachte Engagement, die Geduld, Ausdauer und Energie. Landeslehrlingswart Günter Bogenrieder ging in seiner Rede auf die Zukunft des Handwerks ein. Handwerk 4.0 – die Digitalisierung macht nicht Halt vor betrieblichen Strukturen. Der Internetauftritt der Gebäudereinigungsbetriebe, die Nutzung von digitalen Medien für kurze Informationswege zum Kunden – die Bewältigung und Umsetzung der Anforderungen der digitalen Welt stellt die Branche vor neue Herausforderungen. Trotzdem bleibe das Handwerk ein Handwerk, das in der Tradition verwurzelt sei. Günter Bogenrieder dankte ebenfalls  Eltern, Lehrern, Betrieben und Ausbildern für ihren Anteil am Abschluss der Gesellen.

Thomas Singh saß vor einem Jahr noch auf der Seite der Zuhörer. In diesem Jahr hielt er die Ansprache als frisch gebackener Gebäude­reinigermeister. „So frisch, dass ich noch nicht einmal den großen Meisterbrief erhalten habe“, sagte Thomas Singh und berichtete von seiner Laufbahn, die über einige kleinere Umwege zu seiner jetzigen Position als Schulungsreferent geführt hat. Er wies die Absolventen darauf hin, nicht auf der Stelle zu treten, sondern sich fortzuent­wickeln, beispielsweise als Schädlingsbekämpfer, Industriekletterer und als Desinfektor, der für die Betreuung der Flüchtlingsheime sehr wichtig geworden ist.

Landeslehrlingswart Günter Bogenrieder sprach im Anschluss die neuen Gesellinnen und Gesellen nach altem Handwerksbrauch mit dem traditionellen Spruch von deren Verpflichtungen als Auszubildende los. Wie in jedem Jahr erhielten die Absolventen ihre Gesellenbriefe und die drei besten aus Innungsbetrieben außerdem noch Geldpreise. In diesem Jahr wurden folgende Preisträger ausgezeichnet:Erster Preis (700 Euro): Gergö Galhidi, Ausbildungsbetrieb Cowa Service Gebäudedienste, Gottmadingen. Zweiter Preis (500 Euro): Leticia Ayala Lara, Ausbildungsbetrieb Breer Gebäudedienste, Heidelberg. Dritter Preis (300 Euro): Mario Gomez, Ausbildungs­betrieb Breer Gebäudedienste, Heidelberg.

Karl Breer konnte damit gleich zwei seiner ehemaligen Auszubildenden zu ihren Preisen beglückwünschen. Er hatte die beiden spanischen jungen Menschen als Auszubildende für seinen Betrieb gewinnen können. Zusammen mit weiteren spanischen Jugendlichen ermöglicht er ihnen die Ausbildung zum Gebäudereiniger und das Erlernen der deutschen Sprache.

Den Abschluss der Feier bildeten viele Gespräche. Die musikalische Untermalung bestritt Elena Drammis, die von zwei Freunden mit Gitarre und Trommel begleitet wurde. Elena Drammis ist Schülerin der Gewerblichen Schule Metzingen und besucht die Klasse 3BK3 der Textilabteilung.