
Experten aus Wissenschaft und Politik sowie Wirtschaft und Verbänden diskutierten in Berlin im Rahmen eines Symposiums des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) und des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) die Frage: „Dienstleistungsplattformen aus Beschäftigten- und Verbrauchersicht: Wie kommen wir zu sozial gerechten und verbraucherfreundlichen Standards?“ Mit dabei war auch Johannes Bungart, Geschäftsführer des Bundesinnungsverbands des Gebäudereiniger-Handwerks (BIV). Digitale Dienstleistungsplattformen stellen einen sich sehr dynamisch und rasant entwickelnden Markt dar. Ziel der Veranstaltung war es, Handlungsbedarfe und -optionen zu identifizieren, die sich aus arbeits- und sozialpolitischer sowie verbraucherpolitischer Sicht ergeben.
Staatssekretär Gerd Billen (BMJV) hob in seiner Eröffnungsrede vor allem die Bedeutung von Verantwortung und Vertrauen hervor, die maßgeblich bei der Entwicklung von Dienstleistungsplattformen seien. „Fast die Hälfte der Deutschen sieht den größten Nachteil darin, dass ihnen bei einer Buchung einer Dienstleistung über eine Plattform nicht klar sei, wer bei Auftreten eines Problems verantwortlich ist. Das Vertrauen der Nutzerinnen und Nutzer untereinander, aber auch das Vertrauen der Nutzer gegenüber der Plattform ist praktisch die Basis, auf der alle Geschäftsmodelle der Share Economy beruhen“, sagte Gerd Billen.
Allen voran wurden digitale Putzportale wie Helpling und Book a Tiger als Beispiel angeführt. BIV-Geschäftsführer Johannes Bungart vertrat in der Diskussion mit gruenderszene.de-Redakteurin Anne-Katrin Schade die Perspektive von Gebäudereinigungsunternehmen und machte deutlich, dass keine Lösungen zu erwarten seien, solange legalisierte Schwarzarbeit in Deutschland nicht bekämpft werde. Der Staat sei aufgefordert, genau hier anzusetzen und so das Handwerk in Deutschland und die Menschen, die darin arbeiten, zu schützen.
Auch Thorben Albrecht, Staatssekretär im BMAS, betonte, dass bereits bestehende sozialstaatliche Regulierungsrahmen die Basis für digitale Plattformmodelle darstellen müssen. „Unsere sozialen Standards sind eine wesentliche und wichtige Errungenschaft“, sagte Thorben Albrecht. Auch Plattformen, die Dienstleistungen vermitteln, sollten eine angemessene Verantwortung übernehmen.Ulrich Kelber, parlamentarischer Staatssekretär (BMJV), machte vor allem die Notwendigkeit deutlich, dass digitale Plattformen bestimmten Mindestanforderungen genügen müssen. Dazu gehörten die Sicherstellung von Qualitätsstandards, eine umfassende und verständliche Information über alle wesentlichen Umstände und die Übernahme von Verantwortung gegenüber den Nutzern der Plattformen.