Die Hauptverwaltung von Werner & Mertz in Mainz ist mit der LEED-Zertifizierung in Platin für nachhaltiges und umweltbewusstes Bauen ausgezeichnet worden.

Das Verwaltungsgebäude des Unternehmens, zu dem die Marken Erdal und Frosch sowie Tana Chemie gehören, ist ein Energie-Plus-Haus. Das im Jahr 2010 eingeweihte Gebäude verfügt über Windkraftrotoren und Photovoltaikanlagen auf dem Dach und erzeugt – auch mit Hilfe von Geothermie – mehr Energie als es verbraucht.
Mit der LEED-Zertifizierung werden seit 1998 hochwertige ökologische Gebäude beurteilt und klassifiziert. Entwickelt wurde das System in den USA von der gemeinnützigen Gesellschaft USGBC (U.S. Green Building Council). Beurteilt werden die Gebäude nach sechs Hauptkriterien: nachhaltiger Standort, Wassereffizienz, Energieverbrauch, umweltbewusste Materialien und Ressourcen, Innenraumqualität sowie innovative Lösungen. Je nach Punktezahl können die vier Qualitätsstufen „Zertifiziert“, „Silber“, „Gold“ oder „Platin“ erreicht werden.
Der Neubau von Werner & Mertz ist nach Unternehmensangaben Deutschlands einzige Industrieverwaltung in der höchsten Auszeichnungsklasse. Eine LEED-Zertifizierung kostet in der Durchführung zwischen 50.000 und 100.000 Euro. Durchgeführt wird die Auditierung von „Green Building“-Experten.
Reinhard Schneider, geschäftsführender Gesellschafter von Werner & Mertz, erhielt die Auszeichnung in Platin bei einem Festakt in der Hauptverwaltung des Unernehmens von Olaf Tschimpke, Präsident des NABU (Naturschutzbund Deutschland). „Bauherren tragen besondere Verantwortung dafür, dass unsere Rohstoffe und Lebensgrundlagen geschont werden“, sagte Tschimpke. Das Gebäude beweise, dass auch ein mittelständisches Unternehmen klare Zeichen in Sachen Nachhaltigkeit setzen könne.
Bauherr Reinhard Schneider sagte: „Statt hohe Summen in die absolute Perfektionierung einer einzelnen guten Eigenschaft zu investieren, achten wir darauf, möglichst viele ökologische Aspekte und Elemente der Nachhaltigkeit voranzutreiben. In Summe entsteht so ein herausragendes Gesamtresultat.“
Sabine Christiansen, erstes Beiratsmitglied der neugeschaffenen Initiative Frosch, erklärte: „Auch bei dem Neubau zeigt das Herstellerunternehmen der Marke Frosch, dass Nachhaltigkeit bei allen Überlegungen an erster Stelle steht.“
Mittels Windkraft, Photovoltaik und geothermischer Grundwassernutzung erzeugt der Neubau 20 Prozent mehr Energie als er für den laufenden Betrieb benötigt. 16 Windkraftrotoren und eine 350 Quadratmeter große Photovoltaikanlage befinden sich auf dem Dach. Mit dem Solarstrom vom Dach der Verwaltung werden zwei Elektro-Smarts als Dienstwagen betankt. Geothermische Grundwassernutzung sorgt zu jeder Jahreszeit für angenehme Temperaturen im Gebäude. Nach seiner Nutzung im Kühl-und Heizsystem fließt das Wasser in eine neue Entsalzungsanlage auf dem Werksgelände und wird dann in der Produktion ressourcenschonend weiter genutzt.
Mithilfe der drei Umwelttechnologien Windkraft, Photovoltaik und Geothermie spart Werner & Mertz jedes Jahr etwa 160 Tonnen Kohlendioxid ein. Eine vierschichtige Spezialglasfassade sorgt für höchste Wärmdämmwerte.
Auch die Innenausstattung berücksichtigt den Nachhaltigkeitsgedanken. Die Teppichböden von duraAIR beispielsweise sind mit einer patentierten Beschichtung ausgestattet, die in der Lage ist, auf katalytische Weise in der Raumluft enthaltene gesundheitsschädliche Stoffe oder unangenehme Gerüche in Bestandteile der Luft wie Wasserdampf und Luftstickstoff umzuwandeln.
Der Neubau verfügt auf sieben Etagen über 105 Büros – mit einer Gesamtfläche von 3.158 Quadratmetern. In das Gebäude hat Werner & Mertz 14 Millionen Euro investiert. Schon vor der offiziellen Einweihung war die neue Hauptverwaltung mit dem rheinland-pfälzischen Umweltpreis ausgezeichnet worden.