Kanalreiniger setzt auf mobile IT-Unterstützung Kommunen sind die Gewinner

Zur Dokumentation und Kontrolle der Sinkkastenreinigungsarbeiten und Rattenbekämpfung setzt ein Dienstleister ein digitales Erfassungs- und -kontrollsystem ein. Es bietet Städten und Gemeinden Möglichkeiten zur Kosteneinsparung sowie Steigerung der Transparenz von Prozessabläufen.

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    „Der konkrete Nutzen der mobilen Erfassungsgeräte liegt für uns im Zuwachs an Transparenz sowie einer deutlichen Kostenersparnis in unseren Verwaltungsabläufen“, sagt Rockstroh-Geschäftsführer Alexander Herrling.
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    „Das Gesamtsystem, bestehend aus dem Handheldgerät M3 Sky und der Softwarelösung 4mobile, schafft Transparenz und gibt Rockstroh die Informationen, wann und wo welche Schächte gereinigt wurden“, erklärt Oliver Moser, Leiter mobile Lösungen bei ICS.
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    Mit Hilfe des modernen Schachterfassungs- und Kontrollsystems ist Rockstroh heute in der Lage, einen Schacht mit seiner exakten GPS-Position zu identifizieren und dann in einer Straßenkarte grafisch darzustellen.
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    Mit Hilfe der mobilen Datenerfassungs lösung und eines GPS-fähigen Smartphones können Aufträge direkt am Einsatzort bearbeitet und dokumentiert werden.
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    Das digitale Erfassungs- und Informationssystem (EIS) kann ohne großen Aufwand an die bestehenden Geoinformationssysteme eines Unternehmens angebunden werden.
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    Erste kommunale Kunden von Rockstroh nutzen das mobile Erfassungs- und Informations system für die Dokumentation des Rattenbefalls in ihrer Gemeinde.

Kommunen sind die Gewinner

- Einer der ersten Anwender des digitalen Erfassungs- und Informationssystems (EIS) ist die Rockstroh Reinigungs-Service GmbH (Bad Rappenau). Der Dienstleister setzt das System in einem ersten Schritt zur automatisierten Dokumentation und Kontrolle von Sinkkastenreinigungsarbeiten und zur Rattenbekämpfung ein.

Nachhaltige Optimierung der Schachtreinigung möglich

„Wir sind mittels EIS heute in der Lage, einen Schacht mit seiner exakten GPS-Position zu erfassen und in einer Straßenkarte grafisch darzustellen“, sagt Rockstroh-Geschäftsführer Alexander Herrling. „Gleichzeitig erfassen wir während der Schachtreinigung Informationen über exakte Füllstände, Typ, Verbrauchsmaterial wie Eimer und Trichter oder Mängel am Schacht, aus denen dann konkrete Reinigungsvorschlags- und Reparaturlisten erstellt sowie Instandhaltungsarbeiten durchgeführt werden können.“

Nach der Reinigung erfasst der Rockstroh-Mitarbeiter in seinem mobilen Endgerät einmalig die Lage des Schachtes über das Global Positioning System (GPS). Sollte die Reinigung eines Schachtes einmal nicht möglich sein, weil zum Beispiel ein Auto den Deckel blockiert, dokumentiert der Mitarbeiter diese Störung ebenfalls - bei Bedarf mit einem Digitalfoto. Darüber hinaus bietet die mobile Lösung mit Hilfe der GPRS-Datenübertragung zahlreiche weitere Möglichkeiten zur Datenauswertung und ist somit zu einem wichtigen Kontrollinstrument geworden. Die Kommunen sind nun jederzeit in der Lage, ihren Bürgern in Echtzeit Informationen über die Leerungen der Schächte zu geben. „Der konkrete Nutzen der Geräte liegt für uns nicht unbedingt darin, dass die Mitarbeiter bei der Reinigung schneller werden, sondern im Zuwachs an Transparenz sowie einer deutlichen Kostenersparnis in unseren Verwaltungsabläufen“, so Herrling. „Wir können jetzt sehr viel transparenter und genauer arbeiten, alle Leistungen sind online überprüfbar.“ Mit Hilfe einer Trackingfunktion ist darüber hinaus jederzeit ersichtlich, wo sich die Mitarbeiter gerade befinden.

Das System kann dabei ohne großen Aufwand an die bestehenden Geoinformationssysteme eines Unternehmens angebunden werden. Die Datenauswertung erfolgt gefiltert und ist den spezifischen Bedürfnissen des einzelnen Nutzers angepasst. So können in einer Kommune zum Beispiel auch noch weitere Objekte verwaltet werden wie zum Beispiel Baumbestand, öffentliche Mülleimer oder Straßenlampen. „Im Prinzip ergänzen wir mit unserer Arbeit die Aufgaben eines kommunalen Bauhofs an verschiedenen Stellen, denn dort wird verstärkt Personal reduziert und die Aufgabenfelder nehmen permanent zu“, sagt Herrling. „Daher nimmt auch der Trend zur Fremdvergabe solcher Leistungen immer weiter zu.“

Gemeinden können Rattenbefall dokumentieren

Erste kommunale Kunden von Rockstroh wie die Gemeinden Jüchen oder Markgröningen nutzen das System mittlerweile auch als Controllinginstrument für die Dokumentation der Problemzonen sowie des Rattenbefalls. „Hierzu legen wir in den Revisionsschächten Köder aus und können dann bei der Kontrolle die Befallsherde innerhalb der Kommune identifizieren, eingrenzen und im Nachgang bedarfsgerecht bekämpfen“, erklärt Herrling.

Die Gemeinde Markgröningen in der Nähe von Stuttgart zum Beispiel bestückt derzeit für die Rattenbekämpfung jeden zweiten Kanalschacht mit Ködern und verarbeitet diese Koordinaten dann via GPS. „Nach vier Wochen folgt das Nachlegen der abgefressenen Giftköder, die auch wieder Koordinaten erhalten“, erklärt Dieter Stumpp von der Stadt. „Ein Vergleich der abgefressenen Köder zeigt nun, in welchen Bezirken des Stadtgebiets sich Ratten aufhalten und wo keine Ratten vorhanden sind.“ Künftig könnten Ratten bezirksweise bekämpft und ein Teil der Giftköder und des Aufwands fürs Auslegen eingespart werden.

Einsparpotenzial liegt bei 30 bis 40 Prozent

„Das Gesamtsystem, bestehend aus dem Handheldgerät M3 Sky und der Softwarelösung 4mobile von ICS, schafft nicht nur Transparenz für den Kunden und gibt ihm die Informationen, wann Rockstroh wo welche Schächte gereinigt hat, es verringern sich auch die administrativen Tätigkeiten auf Seiten beider Partner“, erklärt Oliver Moser, Leiter mobile Lösungen bei ICS, die für die Realisierung bei Rockstroh verantwortlich ist. So stellt der Dienstleiser seinen Kunden beispielsweise mit der Abrechnung ein Reportingtool zur Verfügung. Dazu muss sich der Kunde lediglich auf dem entsprechenden Internetportal anmelden, dann kann auch er den Reinigungszustand der Schächte individuell und transparent überprüfen.

Mit den bisherigen Ergebnissen ist Rockstroh-Geschäftsführer Alexander Herrling mehr als zufrieden. „Wir gehen davon aus, dass mit diesem neuen System durch die gezielte Optimierung der Reinigungsintervalle etwa 30 bis 40 Prozent der Schachtreinigungen eingespart werden könnten“, so Herrling. „Als nächstes wollen wir nun eine Zeiterfassung der Mitarbeiter, die Erfassung der gefahrenen Kilometer als Kalkulationsgrundlage sowie das Tracking unserer Fahrzeuge umsetzen.“

Thomas Wöhrle | markus.targiel@holzmann-medien.de