Hallen und Geräte einer Großwäscherei Kein Pardon für Flusenflug

In Operationssälen herrschen strenge Hygienevorschriften. Dem muss ein Unternehmen Rechnung tragen, das OP-Wäsche reinigt: Die Hygiene im eigenen Haus muss makellos sein.

Krankenhauswäsche darf nicht vorsortiert werden. Folge: Fremd stoffe wie Gummihandschuhe backen in der Trocknertrommel an und müssen mit dem Hochdruckstrahler entfernt werden. - © Kaiser Brand Communication

Kein Pardon für Flusenflug

-Larosé bietet seit 1977 einen textilen Vollservice – von der Anschaffung über Waschen und Pflege von Berufs- und Arbeitskleidung, Tisch-, Bett- und Badwäsche bis hin zur Lieferlogistik und Bestandsverwaltung für seine Kunden aus den verschiedensten Branchen. Die Berliner Niederlassung durchlaufen pro Tag 70 t Wäsche, das entspricht 14.000 Waschmaschinenladungen eines Privathaushaltes. Für einen Betrieb, der von Hygiene und Sauberkeit lebt, ist die Reinhaltung der eigenen Anlagen ungemein wichtig. Diese vertraut die Berliner Niederlassung seit zwei Jahren dem Industriedienstleister S.I.S. Gruppe an.

Staub macht Mangelsensor blind

Hans Schlegel, Leiter der Berliner Niederlassung der S.I.S. Gruppe: „Wir besorgen vor allem die Komplettreinigung der Hallen und technischen Einrichtungen.“ Der Reinigungsauftrag umfasst dabei sämtliche Räumlichkeiten inklusive Warenannahme, Reinigungshallen, Nähwerkstätten und Lager. S.I.S. hat für die Arbeiten mit Larosé ein Leistungsprogramm erstellt: „Die Grundlage dabei ist, dass wir den Betrieb nicht beeinflussen. Wir werden während der Stillstandszeiten nachts und am Wochenende aktiv.“ Da Larosé in zwei Schichten arbeitet, die sich zu täglich 17 Betriebsstunden addieren, dauert die Schicht der S.I.S-Arbeiter nur sieben Stunden. Um die gesetzliche Arbeitszeit von 40 Stunden für die Mitarbeiter zu erreichen, bedarf es einer ausgeklügelten Personalplanung. Beim Verarbeiten und Transportieren der Textilien entsteht im Gebäude sehr viel Staub, der nicht nur in der Luft schwebt, sondern sich überall niederlegt. Weil er die Textilien beschmutzen und die Maschinen beschädigen könnte, müssen ihn die S.I.S-Mitarbeiter gründlich entfernen. Sichtbar wird das etwa bei der Mangel für Bettwäsche. Sie hat einen automatischen Sensor, der die Textilien abmisst und zusammenlegt. Wäre diese Automatik verstaubt, würde die Faltung nicht mehr präzise gemacht werden und die Wäsche könnte nicht ausgeliefert werden. Nicht nur die Wäschequalität leidet bei mangelhafter Industriereinigung, auch die Kosten steigen, wenn die Maschinen zum Beispiel wegen verstopfter Filter nicht mehr richtig arbeiten. Zudem steigt natürlich durch hohe Flusendichte auch die Brandgefahr.

Die Arbeitsflächen werden daher täglich trocken gereinigt. Die Betriebstechnik wie Taktwaschanlagen, Trockner und Finisher oder Heißmangel werden wöchentlich gereinigt und desinfiziert und einmal im Monat werden die Abluftanlagen gereinigt. „Darüber hinaus stehen wir bereit für Leistungen auf Abruf, zum Beispiel die Reinstraumreinigung für die OP-Wäsche oder das Entfernen von Rückständen aus Trocknertrommeln“, erklärt Schlegel. Für diese Arbeiten kann kein fester Turnus vereinbart werden, weil die Trommeln der Wäschetrockner je nach Eintrag von Rückständen unterschiedlich schnell von Belägen behaftet werden.

Gebackene Gummihandschuhe

Die Krankenhauswäsche ist das größte Problem. Sie darf aus Gründen des Gesundheitsschutzes nicht vorsortiert werden. Fremdstoffe in der Wäsche werden beim Beladen der Waschmaschine daher nicht erkannt. So gelangen Gummihandschuhe, Folien und dergleichen über die Waschmaschine in die Wäschetrockner. Sie werden beim Trocknen weich und lagern sich an der Trocknertrommel an, wo sie feste Beläge bilden. Das führt zu immer mehr Hitze im Gerät, verklebten Lüftungslöchern, Unwuchten in der Trommel und damit zu einem erhöhten Energieverbrauch und einer schwächeren Leistung des Trockners. „Für die Trommelreiniger verwenden wir Wasser-Höchstdruckreiniger, die einen Druck von bis zu 1.700 bar aufbauen. Damit erhält man einen messerscharfen Wasserstrahl, mit dem man die Rückstände aus den Maschinen schneidet.“ Daneben bringt S.I.S. auch Trockeneisstrahler zum Einsatz. „Natürlich gehören die üblichen Geräte wie normale Hochdruckreiniger oder Nasssauger ebenso zu unserem Gerätepark“, ergänzt Hans Schlegel und weist darauf hin, dass seine Mannschaft aus ausgebildeten Industriereinigern besteht.

„Larosé ist ein zertifizierter Betrieb, und wir sind es auch. Wir arbeiten nach ISO 9001 und nach Euronormen, das ist die Basis unserer Zusammenarbeit.“ Dazu gehört auch, dass der Dienstleister dem Kunden die Reinigungsmittel zur Genehmigung vorlegt. Außerdem nimmt Larosé Abklatschproben von Betriebsoberflächen, denn OP-Wäsche verlangt hohe Hygienestandards.

Dem eigenen Anspruch folgend, bietet S.I.S. Leistungen an, die über die Reinigung hinausgehen. Dazu gehören Schlosserarbeiten oder die Renovierung aller Sozialräume, wie kürzlich durchgeführt. Solche Sonderarbeiten sind gedeihlich für beide Partner und verleihen der Zusammenarbeit eine noch breitere Basis.

Kaiser Brand Communication | rebecca.eisert@holzmannverlag.de