Querdenker aus Franken Innovationen sichern Erfolge

Die Dorfner Gruppe gilt in der Branche als richtungsweisender Innovationsgeber. Treibende Kraft war seit über 40 Jahren Helmut Schintag als Geschäftsführer Technik, der im Mai 2008 in den Ruhestand verabschiedet wurde.

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    Helmut Schintag gilt seit 42 Jahren als Innovationsmotor der Dorfner Gruppe. Nun hat sich der Geschäftsführer im Bereich Technik in den Ruhestand verabschiedet.
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    Das Dorfner-Modulsystem gilt als richtungs weisende Innovation der Dorfner Gruppe. Der Reinigungswagen als mobile Putzkammer ist nur ein Aspekt des Systems.
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    Mit dem Dorfner-Mopp aus Mikrofaser und Viskose reinigen die Putzkräfte bei gleich bleibender Qualität, aber in kürzerer Zeit.
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    © Miele
    Die Anregungen für eine spezielle Moppwaschmaschine kamen von Dorfner, Miele entwickelt das Mo dell PW 5064 aus der Produkt reihe der „Kleinen Riesen“, 2007 auf der CMS in Berlin vorgestellt.

Innovationen sichern Erfolge

-Querdenker aus Franken – diesen Titel gab rationell reinigen der Nürnberger Dorfner Gruppe schon vor einigen Jahren einmal. Nicht zu Unrecht, wie Gesamtgeschäftsführer Peter Reichel findet: „Für das Wachstum der Gruppe und die heutige Marktstellung sind unser hohes Innovationspotenzial und die manchmal etwas ungewöhnlichen Wege unseres Hauses verantwortlich.“ Wer seine Marktposition sichern und mit seinem Unternehmen wachsen will, muss die Kunden immer wieder mit überzeugenden Innovationen für sich gewinnen und so die Wettbewerber in Schach halten. „Wären wir in unserer Branche nicht innovativ, gäbe es uns nicht mehr. So einfach ist das“, ergänzt Peter Reichel.

Innovationsmotor des Nürnberger Gebäudedienstleisters ist seit 42 Jahren Helmut Schintag, der als Geschäftsführer Technik die Entwicklung neuer Verfahren und Produkte intensiv vorantrieb. Im Mai 2008 verabschiedete die Dorfner Gruppe Helmut Schintag nun in den Ruhestand. Nachfolger ist Harald Griebel, der bereits seit vergangenem Jahr die Geschäfte von Helmut Schintag übernommen hat: „Uns war es wichtig, die Übergabe meiner Aufgaben fließend zu gestalten, um meinem Nachfolger so viele Anregungen wie möglich mitzugeben und ihn an meinen Erfahrungen teilhaben zu lassen“, so Schintag.

Immer im Gespräch mit den Kunden

Anders als im produzierenden Gewerbe, in dem sich erfolgversprechende Innovationen in erster Linie aus dem Herstellungsverfahren und der Produktqualität ergeben, stehen im Dienstleistungsbereich die Kunden selbst im Mittelpunkt. Dies setzt voraus, dass man seinen Kunden sehr gut kennt, im ständigen Dialog mit ihm steht und sich kreativ mit seinen Bedürfnissen auseinandersetzt. „Daraus entstehen dann immer wieder neue Ideen und innovative Ansätze für die Methoden und Verfahren in der Gebäudereinigung“, erklärt Schintag.

Sich an den Wünschen des Kunden orientieren, heißt in erster Linie auch, sich mit den veränderten Marktgegebenheiten auseinanderzusetzen. Diese verlangen von allen Unternehmen zunehmend mehr Flexibilität und Wirtschaftlichkeit bei stetig steigenden Qualitätsanforderungen. Die Dorfner Gruppe hat diese Entwicklung frühzeitig erkannt und investiert seit jeher in neue Produkte und Verfahren. Die erste Innovation, die Helmut Schintag für Dorfner auf den Weg brachte, war Ende der 70er Jahre der erste 40er Breitwischmopp, mit dem man nass reinigen konnte. Eine der richtungsweisendsten Neuerungen war das 1989 eingeführte Dorfner-Modulsystem, um zwei von vielen Beispielen zu erwähnen.

Wettbewerbsvorteile sichern

„Mit dem Modulsystem haben wir ein System entwickelt, das uns noch heute ein Alleinstellungsmerkmal verschafft“, erläutert Initiator Helmut Schintag. Reagiert hat man mit dieser „mobilen Putzkammer“ auf die drastischen Veränderungen im Markt Anfang der 90er Jahre. Vor allem die öffentlichen Auftraggeber erzeugten durch interne Auflagen einen Kostendruck in der Branche – die Leistungszahlen stiegen drastisch, Auftraggeber reduzierten die Reinigungsintervalle. „Für uns war klar, dass wir dem Wettbewerbsdruck standhalten, dies aber auf keinen Fall zu Lasten der Qualität passieren wird“, so Schintag.

Primäres Ziel beim Modulsystem: Rüstzeiten für die Putzkräfte reduzieren, Arbeitsabläufe vereinfachen - damit Zeit einsparen. Basiselement des Dorfner-Modulsystems ist ein Reinigungswagen, der mit allen wesentlichen Gerätschaften für die Reinigung – vom Mopp über Eimer bis zu Reinigungslösung und Wischtüchern – ausgerüstet ist. Das innovative an dem System war allerdings nicht nur der Wagen, sondern auch die Umstellung auf Hochkonzentrate, mit denen die Mopps und Wischtücher vorpräpariert wurden.

Um die Rüstzeiten noch weiter zu reduzieren, stellte Dorfner bei der Bodenreinigung von der Doppelmoppmethode auf die Methode mit einem Wischvorgang um. Dafür war nicht nur eine verbesserte Reinigungschemie erforderlich, wichtig war auch die richtige Materialzusammensetzung bei den Mopps. Helmut Schintag setzte sich für die Entwicklung eines Mopps ein, der aus einer Mischung von Viskose und Mikrofaser bestand und eine höhere mechanische Wirkung aufwies. Das Ergebnis gab ihm Recht: „Wir benötigten daraufhin fast 50 Prozent weniger Mopps bei der Fußbodenreinigung und konnten dieselbe Fläche in nur 30 Prozent der Zeit reinigen.“ Für die Zeitersparnis war zudem auch die Umorganisation der Reinigungsabläufe bei den Obenarbeiten zuständig. Helmut Schintag führte die Achtfach-Falttechnik der speziell für Dorfner entwickelten Mikrofasertücher ein. Die Abläufe wurden so effizienter und damit auch wirtschaftlicher.

Dorfner arbeitet bei der Entwicklung und Umsetzung seiner innovativen Ideen grundsätzlich mit externen Partnern zusammen. Etwa mit dem Lehrstuhl für Ernährungs- und Hygienetechnik an der Fachhochschule Sigmaringen und natürlich mit Partnern aus der Industrie. „Wir haben viele Produkte der Hersteller überprüft und ausprobiert. Doch kam es uns immer darauf an, eigene Ideen umzusetzen und in Kooperation mit der Industrie weiterzuentwickeln“, so Helmut Schintag. „Letztendlich wäre es ohne die Zusammenarbeit mit unseren Lieferanten und Industriepartnern nicht möglich gewesen, unsere Ideen umzusetzen“, ergänzt Inhaber Karlheinz Rohrwild, „dafür sind wir ihnen sehr dankbar.“

Jüngstes Beispiel für die gelungene Zusammenarbeit mit der Industrie ist das Projekt „Waschmaschine speziell für Mopps und Wischtücher“. Diese Innovation entwickelte der Waschmaschinenhersteller Miele in Zusammenarbeit mit der Dorfner Gruppe und der Miele-Generalvertretung Elektro Engelbrecht aus Haßfurt. „Die veränderten Reinigungsmethoden stellten auch neue Anforderungen an die Technik der Moppwaschmaschinen“, erklärt Helmut Schintag. Die Antwort auf diese Erfordernisse ist das Miele-Modell PW 5064 aus der Produktreihe der „Kleinen Riesen“. Diese fasst in der kleinsten Waschmaschine mit 6,5 kg Füllgewicht bis zu 30 Mopps und in der größten mit 32 kg Füllgewicht bis zu 168 Mopps. „Diese Innovation ist ein Meilenstein für die Gebäudereiniger-Branche“, verkündet Dorfner-Inhaber Karlheinz Rohrwild, der zusammen mit Helmut Schintag, dem Techniker-Team von Dorfner und Paul Engelbrecht von Elektro Engelbrecht den Impuls für diese Innovation bei Miele gab, die auf der CMS 2007 als Gemeinschaftsprojekt Dorfner/Miele vorgestellt wurde. Absolutes Novum bei dieser Maschine: die separate Dosierung der Waschchemie und der Reinigungschemie zur Aufbereitung der Mopps. Die flüssigen Reinigungsmittel werden sicher und automatisch für eine zuverlässige Desinfektionsleistung dosiert. Am Ende des Programms können die gewaschenen und ausgeschleuderten Mopps oder Tücher mit einer genau definierten Konzentration einer Reinigungslösung aufbereitet werden. Ein weiterer Pluspunkt der Moppwaschmaschine ist die serienmäßige Funktion der thermischen bzw. chemothermischen Desinfektion sowie die hohe Schleuderleistung, die für die geringe Restfeuchte der Mopps nach dem Waschgang verantwortlich ist. Inhaber Rohrwild fasst zusammen: „Erstmals hat Miele eine Waschmaschine speziell für die Bedürfnisse eines Gebäudereinigers entwickelt. Und die Anregungen dafür kamen aus dem Hause Dorfner.“

Ende der Fahnenstange nicht erreicht

Das Dorfner-Modulsystem und die Moppwaschmaschine sind nur einige Innovationen, die auf den Ideen, Anregungen und Konzepten des Nürnberger Gebäudedienstleisters entstanden sind. „Das können unsere Kunden und die Branche auch in Zukunft von Dorfner erwarten“, bestätigt Helmut Schintag. „Meine Hauptmotivation war, immer besser sein zu wollen als die Konkurrenz. Mir durfte es nie langweilig werden. Außerdem hatte ich das Glück, eine Zeit in der Branche erleben zu dürfen, in der sich viel bewegt hat und in der deshalb auch viel möglich war. Meinem Nachfolger wünsche ich, dass er eine ebenso intensive Zeit erlebt und viele Chancen und Ideen für neue Dorfner-Innovationen bekommt.“

Klaus Schardt, Kontext | peter.hartmann@holzmannverlag.de