Fachmesse für Nanovisionäre In die Nanoröhre gekuckt

Auf der Nano-Solutions in Frankfurt am Main zeigten sich vom 20. bis 23. November 2007 die Forschungs- und Produktionsstätten der Nanotechnologie. Angefangen von Fachgemeinschaften der Universitäten und angegliederten Produzenten bis hin zu Marketingunternehmen präsentierte die Messe viel Neues, aber auch bereits Bekanntes unter neuen Gesichtspunkten.

In die Nanoröhre gekuckt

-Die Fachvorträge machten deutlich, dass die Nanotechnologie unser Leben mehr und mehr verändert. Beispiele aus der Folientechnik der Firma „Melitta“ zeigten deutlich die Marktauswirkungen trotz vergleichbar hoher Kosten. Durch die Vorteile von nanovergüteten Grillutensilien sind Steaks schneller und gleichmäßiger gegrillt, als dies mit unvergüteten Grillschalen oder Folien der Fall wäre. Auch die vielgepriesenen keimfeindlichen Ausstattungen halten in medizinischen Einrichtungen Einzug.

Auf der Grundlagenforschung der Nanotechnik basierende Produkte für Gebäudereiniger existieren bereits seit einigen Jahren am Markt. Leider war in Frankfurt auf der Nano-Solutions weit und breit kein Gebäudereiniger zu sehen. Dabei spielt sicherlich immer noch die Angst vor der Anschmutzungsneutralität und dem Neuen bei dieser Technologie eine Rolle. Angst ist auch hier kein guter Berater. Was sich ein Besucher der Messe bei einem Rundgang durch die Hallen jeodch an Wissensvorsprung aneignen konnte war enorm.

Reinigung nanovergüteter Oberflächen

Ein Österreicher bietet beispielsweise ein Produkt für alle Werkstoffe an, um diese schmutzabweisend auszustatten. Deutsche Forscher hingegen behaupten, dass jeder Werkstoff eine spezifische Behandlung für sich benötigt. In einem Punkt waren sich alle Aussteller einig, diese Technologien verschaffen bei der Reinigung eine wesentliche Erleichterung.

Viele Möglichkeiten boten sich auch, mit den Leitern der Forschungsfachbereiche zu diskutieren. Besonders die Reinigung nanovergüteter Belagoberflächen stand bei den Gesprächen im Vordergrund. Herkömmliche Reiniger haben durch ihre Inhaltsstoffe die Eigenschaft, die anschmutzungsneutralen Ausstattungen einer Nanovergütung aufzuheben. Die Diskussionen drehten sich um tensidfreie Lösungen bei der Reinigung nanovergüteter Beläge und über die Bedeutung von Pflegefilmen zum Schutz und zur Verbesserung der Optik für den Gebäudereiniger. Dabei stellte sich heraus, dass werkstoffseitige Nanotechnologien unter den Gesichtspunkten einer modernen und täglichen Gebäudereinigung konzipiert wurden.

Seit einigen Jahren hält der Autor Vorträge mit dem Arbeitstitel „Nano-Vision“ und stellt immer noch fest, dass die Unwissenheit über generelles Verhalten von Staub und Schmutz sowie die Wechselwirkungen mit Inhaltsstoffen von Reinigungsmitteln selbst bei Fachleuten der Reinigungsbranche erschreckend groß ist. Was nützen die vielen Millionen an Forschungsgeldern, wenn unsere Entscheider am Altertum festhalten?

Faszinierend war die Tatsache, dass, als wir in der Gebäudereinigung das erste Mal vor etwa drei Jahren von Nanotechnik hörten, die Forschung bei 10 –9 stand. Heute geht die Forschung schon an die Atombestandteile über 10 –15 heran, damit können jetzt Stoffe entwickelt werden, die unsere Vorstellungen weit übertreffen werden. Neu entwickelte Werkstoffe haben durch die Einbringung sogenannter Nanoröhren besondere Eigenschaften. Nanoröhren sind röhrigenförmige Moleküle, deren Durchmesser kleiner als 100 nm (Nanometer) ist. Diese Werkstoffe stellen bei der Reinigung eine Herausforderung dar. Sie wird nur durch permanente Fortbildung und zumindest ein Interesse gegenüber solchen Innovationen zu bewältigen sein.

Beispielsweise hatte ein Aussteller leitfähige Nanoröhren in Werkstoffe eingearbeitet. Damit ist es jetzt möglich, leitfähige Folien oder zukünftig auch Bodenbeläge mit einem spezifischen Widerstand durch leitfähige Nanoröhren als Fußbodenheizung zu produzieren. Erst in den Jahren 2010–2015 werden diese Heiztechniken einen Eroberungsfeldzug haben. Die Nano–Solutions zeigte, dass wir künftig immer mehr unserer Ansprüche durch ähnliche Technologien realisieren werden. Unser Anspruch, unseren Kunden in die Nanovisionen zu verwickeln, zeigt ihm, dass wir mitdenken und ihn verstehen.