So manchem läuft beim Gedanken an ein deftiges Schmalzbrot mit Zwiebeln das Wasser im Munde zusammen. Auch wenn sich über Geschmack bekanntlich streiten lässt, was die Hygiene in seiner Produktionsanlage betrifft, lässt der Hersteller aus Bottrop nicht mit sich diskutieren.
In Bottrops Schmalzküche
-Der bundesweit größte Schmalzhersteller Laru-Langensiepen & Ruckebier im westfälischen Bottrop hat vor geraumer Zeit den Reinigungsdienstleister gewechselt. Warum, erklärt Hiltrud Münch-Jahn, die Leiterin des Labors und der Qualitätssicherung des Unternehmens: „Unsere marktführende Position können wir dauerhaft nur behaupten, wenn wir entsprechend hochwertige Qualitätsware produzieren. Und dafür benötigen wir die richtigen Rahmenbedingungen, sprich exzellent gereinigte Maschinen und Produktionsflächen und eine damit adäquat hochwertige Dienstleistung im Reinigungssektor.“ Davon hatte der ehemals beauftragte Dienstleister Münch-Jahn und Kollegen nicht überzeugen können. Immer wieder mussten sie hinsichtlich des Reinigungsergebnisses und vor allen Dingen bei der Zuverlässigkeit in der Ablaufplanung reklamieren. „Bis uns dann mit M + M Service ein Unternehmen demonstrierte, dass es auch anders ging.“
Dienstleister wechselt, Mitarbeiter bleiben
Seit 2003 zählt M + M Service aus Castrop-Rauxel mangels interner Nachfolgeregelung zur Ray Facility Management Group und hier zum Bereich Ray Tec Gebäudemanagement. Thomas Wienand ist Abteilungsleiter des Bereichs Maschinenreinigung und erinnert sich noch gut an die Anfänge der Zusammenarbeit mit Laru. „Damals haben wir hin und wieder einige Aufträge übernommen, 1999 erhielten wir den Zuschlag für die Komplettreinigung der Produktion, inklusive aller Fertigungsanlagen.“ Eine kleine Pikanterie am Rande: Die Mitarbeiter sind geblieben, während der Dienstleister wechselte. „Die Mitarbeiter waren fit in der Terminologie von Laru“, so Wienand, „weshalb wir sie übernommen haben. Denn gerade in sensiblen Bereichen müssen nicht nur die Handgriffe sitzen, sondern auch ein sachgemäßes Verantwortungsbewusstsein muss miteingebracht werden.“ Laru erfüllt die Vorgaben an ein aktives Qualitätsmanagement. Seit 1994 begleitet die Deutsche Gesellschaft zur Zertifizierung von Qualitätsmanagement-Systemen (DQS) das Unternehmen und hat es durchgehend mit Siegel und Zertifikat gemäß ISO 9001:2000 ausgezeichnet. Laru arbeitet außerdem nach dem HACCP-Konzept (Hazard Analysis und Critical Point = Gefahrenanalyse), das ins Qualitätsmanagement eingebaut ist. Dieses Konzept erkennt potenzielle Gefahren für die verwendeten Lebensmittel. Deshalb arbeite Laru nur mit Lieferanten und Dienstleistern zusammen, die bereit seien, die Qualitätszielsetzung zu unterstützen. Richtungsweisend für den Dienstleister ist dabei, dass der Lebensmittelhersteller ein Managementsystem nach den Forderungen des IFS (International Food Standard) unterhält, das die methodische Zusammenfassung und Dokumentation aller erforderlichen Aktivitäten festlegt.
Nur gelistete Reinigungsmittel erlaubt
Dazu zählt für M + M Service beispielsweise die Vorgabe der zu verwendenden Reinigungsmittel. Das Unternehmen listet für Wienand die Reinigungsmittel, die im Betrieb eingesetzt werden dürfen. Dabei handelt es sich um Präparate, die maximal in die Wassergefährdungsklasse 2 einzustufen sind. Die entsprechenden Vorgaben übernimmt Laru aktuell von der DVG (Deutsche Veterinärmedizinische Gesellschaft), die entsprechende Listen unterhält und im Internet permanent aktualisiert. Für Wienand die ideale Vorarbeit, denn damit befindet sich die Reinigungscrew immer auf der sicheren Seite.
Das Reinigungsteam rückt, zwei Mann stark, jeden Tag am Ende der Produktion gegen 14 Uhr an und benötigt zwischen zwei und zweieinhalb Stunden für Arbeiten auf den rund 600 m2 Fertigungsfläche. Besonders wichtig ist hierbei die gründliche Entfettung und ein optimales und ausreichend langes Klarspülen mit Trinkwasser. Wienand: „Bei einem Produktionsstoff wie Schmalz ist dies sozusagen natürlich vorgegeben, denn nahezu jeder Quadratzentimeter Boden ist mit einer rutschigen Schicht überzogen.“ Das Abspülen der Flächen und der Maschinen erfolgt außerdem über ein „optisches“ Abspülen hinaus, um Verunreinigen der Produkte durch Reinigungs- oder Desinfektionsmittel sowie Schmutzfehler zu vermeiden. Wienand verweist in diesem Zusammenhang auf die Reinigungs- und Desinfektionspläne, die für die meisten der Bodenflächen und die Verpackungsmaschinen die fünfmalige Reinigung pro Woche vorsehen.
Die Reinigungskräfte reinigen mit mit 80 bis 85 °C heißem Trinkwasser vor, sprühen anschließend das Reinigungsmittel auf und spülen schließlich ebenfalls wieder mit Trinkwasser gründlich nach. Die von der Produktion weiter entfernten Wandflächen, Rolltore, Kühlraum- und Brandschutztore reinigen sie einmal pro Woche auf die gleiche Weise.
Desinfektion mit Alkohol
Einmal pro Woche steht auch eine intensive Desinfektion mit einem alkoholhaltigen Mittel an, um resistenten Keimen vorzubeugen. Einmal im Monat werden Abklatschproben genommen, um die Hygienezustände hinsichtlich eventueller Bakterienbelastungen, der Gesamtkeimzahl oder möglicher Fäkalkeime zu beurteilen.
M + M Service reinigt bei Laru nach den Vorschriften der Lebensmittelhygiene- und der Gefahrstoffverordnung sowie den Vorschriften der einschlägigen UVV der Berufsgenossenschaften. „Ganz wichtig ist es für uns, dass alle Handgriffe bei unseren Mitarbeitern sitzen. Viele üben ihre Tätigkeit hier bereits seit Jahren aus, die Abläufe sind ihnen in Fleisch und Blut übergegangen, wie man so schön sagt“, betont Wienand. Um die Mitarbeiter bei Urlaub oder Krankheit fachlich kompetent ersetzen zu können, arbeitet er zusätzliches Personal ein, so dass es sich auf die Situation im Unternehmen einstellen kann. Der Abteilungsleiter bewertet die Zusammenarbeit mit dem Unternehmen durchweg positiv, für ihn ist die mittlerweile bereits mehr als acht Jahre andauernde Partnerschaft Ausdruck für das Vertrauen, das Laru M + M Service entgegenbringt. Und auch für Hiltrud Münch-Jahn steht fest, dass man mit dem Reinigungsdienstleister aus Castrop-Rauxel „einen guten Griff getan hat“.
Jürgen Weckerling | rebecca.eisert@holzmannverlag.de