In 50 Jahren stetig gewachsen
Mit rund 700 Gästen hat der Steigtechnikhersteller Hymer-Leichtmetallbau am Firmensitz in Käferhofen bei Wangen sein 50-jähriges Bestehen gefeiert. „Mit 50 hat jeder das Gesicht, das er verdient“ - Geschäftsführer Jörg Nagel zitierte bei der Jubiläumsfeier den Schriftsteller George Orwell. Das Gesicht des Allgäuer Unternehmens könne sich sehen lassen: In den vergangenen fünf Jahrzehnten habe sich Hymer-Leichtmetallbau vom Vier-Mann-Betrieb zu einem der international führenden Steigtechnik- und Automotiveproduzenten entwickelt. Zum Jubiläum hatte das Unternehmen Mitarbeiter, Geschäftspartner, Lieferanten, Kunden und Nachbarn zur Geburtstagsparty geladen.
Christian Hymer, gemeinsam mit seiner Schwester Carolin Hymer heute Inhaber von Hymer-Leichtmetallbau, blickte in seiner Ansprache auf die Geburtsstunde des Familienunternehmens zurück: Aufgrund des in der Nachkriegszeit geltenden Verbotes für deutsche Firmen, Flugzeuge zu bauen, richtete der Flugzeughersteller Dornier in München den Betrieb darauf aus, Leitern aus Aluminium herzustellen. Als Dornier die Flugzeugfertigung wieder aufnehmen durfte, bekam Erwin Hymer - ehemals als Ingenieur bei Dornier tätig - das Angebot, den Geschäftsbereich Leitern zu übernehmen; mit allen Rechten, Verträgen, Fertigprodukten, Rohmaterialien und Fertigungsanlagen. Er stimmte zu und startete mit seinem Partner Fritz Lang 1962 in Neumühle bei Wangen mit der Fertigung.
Seither ist das Unternehmen stetig gewachsen - vom Vier-Mann-Betrieb zum Unternehmen mit rund 400 Mitarbeitern, die am Hauptsitz in Käferhofen bei Wangen, am slowakischen Produktionsstandort Michalovce und beim türkischen Joint Venture FarHym in Ankara mit der Fertigung von Steigtechnik für Industrie, Handwerk und den gehobenen Heimwerkerbedarf, Sonderkonstruktionen nach Kundenanforderung sowie der Projektierung, Entwicklung und Fertigung von Systemkomponenten in der Automotivesparte beschäftigt sind. Mit etwa zwei Dritteln macht der Bereich Steigtechnik zwar den Löwenanteil des Umsatzes aus. Dennoch ist der erst später hinzugekommene Bereich Fahrzeugkomponenten als zweites Standbein eine nach Unternehmensangaben wichtige Ergänzung.
Das Unternehmen suchte einige Jahre nach der Firmengründung nach Möglichkeiten, das Sortiment um andere Produkte aus Aluminium zu erweitern. Erwin Hymer fertigte in dieser Zeit bereits Caravans mit seinem Unternehmen Hymer-Fahrzeugbau. Eine Ausrichtung weiterer Aktivitäten auf die Fahrzeugindustrie bot sich an. Also wurde das Lieferprogramm des Aluminiumexperten sowohl um Ausstattungsteile für Omnibusse als auch um Komponenten für die Caravan-Industrie ergänzt. Heute zählen Fahrerhaus- und Wohnraumtüren für Wohnmobile zu den Hauptprodukten von Hymer-Leichtmetallbau im Geschäftsbereich Automotive.
Mit seinen Türen- und Bettsystemen erwarb sich das Unternehmen einen so guten Ruf, dass sogar die Schiffsbauindustrie auf Hymer-Produkte aufmerksam wurde und schnell von der Qualität überzeugt war: „Alle in der Papenburger Meyer-Werft gefertigten AIDA-Schiffe sind mit Bettsystemen von Hymer-Leichtmetallbau ausgestattet“, berichtete Geschäftsführer Jörg Nagel.
Passend zum Jubiläum hatte sich Hymer im vergangenen Jahr einem Relaunch des Unternehmensauftritts unterzogen und im gleichen Zuge den Wangener Firmensitz modernisiert.