Die Hersteller von gewerblichen Wasch- und Reinigungsmitteln klagen über die Verknappung von wichtigen Rohstoffen und Rohstoffpreiserhöhungen.
IHO: Rohstoffpreise für Reinigungsmittel steigen
„Durch die Verknappung von Rohstoffen für gewerbliche Wasch- und Reinigungsmittel steigen die Rohstoffpreise drastisch“, melden die Mitglieder des Industrieverbandes Hygiene und Oberflächenschutz für industrielle und institutionelle Anwendung e.V. (IHO). Dazu gehören Hersteller von Produkten und Systemen für Reinigung, Hygiene, Desinfektion und Werterhaltung für Industrie, Gewerbe und Institutionen.
Bei wichtigen Schlüsselrohstoffen wie Phosphorsäure, Phosphate, Phosphonate sowie Natron- und Kalilauge seien die Preise kontinuierlich gestiegen - seit Anfang 2010 im zweistelligen Prozentbereich.
„Bei manchen Tensiden werden Lieferengpässe erwartet, da aufgrund des hohen Bedarfs, der niedrigen Produktion und geringer Bestände die Versorgung mit nativen Alkoholen schwierig ist“, berichtet der Verbandsvorsitzende Klaus Wilbert.
Zusätzliche Auswirkungen auf die Preise von nachwachsenden Rohstoffen hätten die steigenden Getreidepreise auf dem Weltmarkt. Selbst aus Zuckerrüben erzeugtes Bioethanol werde stetig teurer, weil die Nachfrage aufgrund der hohen Weizenpreise - in Europa Hauptquelle zur Herstellung von Bioethanol - kontinuierlich steige.
Laut IHO verstärken die Veränderungen im europäischen Chemikalienrecht den Kostendruck für die Hersteller von Reinigungsmitteln weiter. Die durch die Registrierung unter Reach entstehenden Kosten würden auf die Rohstoffpreise umgelegt.
Einzelne Rohstoffe, deren Registrierung unwirtschaftlich sei, würden kurzfristig aus Portfolios gestrichen und Zulassungskosten für Wirkstoffe im Desinfektionsbereich aufgrund des Biozidrechts ebenfalls von Wirkstoffherstellern an die Desinfektionsmittelhersteller weitergegeben.