Innung Südbayern Hohe Ehrung für Franz Reitmeir

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    Zukunftsorientierte Innungsarbeit gesichert: Obermeister Robert Steinberger auf der Mitgliederversammlung.
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    Das Innungsgebäude trägt nun seinen Namen: Franz Reitmeir. Hinter ihm die Geschäftführer Johannes Bungart (BIV) und Michael Zwisler.
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    Engagierte Ausschuss-arbeit: Michaela Witzany (Öffentlichkeits arbeit, li.) ...
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    ... und Michael Öttl (Technik und Betriebswirtschaft).

Hohe Ehrung für Franz Reitmeir

- Zur Mitgliederversammlung der Innung Südbayern und Stadtkreis Regensburg begrüßte Obermeister Robert Steinberger neben zahlreichen Innungsmitgliedern unter anderem auch Franz Reitmeir, Kurt Roeckl und Johannes Bungart. Mit Stolz berichtete Steinberger über den nun abgeschlossenen Umbau des Innungsgebäudes. Es gebe jetzt eine klare räumliche Trennung zwischen GHW und Innung. Die zeitgemäßen und modernen Räumlichkeiten bieten laut Steinberger auch den erforderlichen Rahmen für die Gespräche mit Partnern aus Politik und Wirtschaft. Eine zukunftsorientierte Innungsarbeit sei damit gewährleistet. Die Mitglieder forderte Steinberger auf, die neue Kommunikationszone im Innungsgebäude auch für die eigene betriebliche Arbeit zu nutzen. Robert Steinberger lobte im Zusammenhang mit dem Umbau des Innungsgebäudes den Weitblick, den der Innungsvorstand vor mittlerweile 23 Jahren bewiesen hatte. Federführend waren bei Idee, Planung und Umsetzung des Projektes „Innungsgebäude“ damals neben Franz Reitmeir die Vorstandskollegen Eberhard Müller, Walter Kraus, Paul Bertenbreiter, Fritz Peter Wackler, Alfons Greitner aktiv. In Würdigung dieses Engagements für ein eigenes Innungsgebäude und der Leistungen von Franz Reitmeir für das Gebäudereiniger-Handwerk wurde das Innungsgebäude auf der Mitgliederversammlung auf Antrag von Gerhard Flemisch auf den Namen „Franz-Reitmeir-Haus“ getauft.

In seinem Bericht ging Robert Steinberger dann auf die Neugestaltung des Internetauftritts der Innung ein, mit dem ein moderner und aussagekräftiger Auftritt nach außen geschaffen werden soll. Um die zukünftige Arbeit des Vorstandes möglichst effektiv zu gestalten, wurden auch Satzungsänderungen beschlossen. So besteht der Vorstand zukünftig aus dem Obermeister, seinem Stellvertreter und drei weiteren Mitgliedern und wird nun auf fünf statt auf drei Jahre gewählt. Eine Verlängerung der Amtszeit des Vorstandes ist laut Steinberger wichtig, um die politischen Kontakte vertiefen, aber auch die schon gute Zusammenarbeit des Vorstandes mit anderen Innungen und Landesinnungen weiter ausbauen und festigen zu können. Die Umsetzung der Aufgaben der Innung sei zudem ohne einen hauptberuflichen Geschäftsführer heute nicht mehr möglich, machte der Obermeister deutlich und dankte Geschäftsführer Michael Zwisler und allen Mitarbeitern in der Geschäftsstelle für die bisherige Arbeit. Dazu gehört auch das verstärkte Angebot an Seminaren und Schulungen, mit dem auch die GHW ihrem satzungsgemäßen Auftrag nachkomme.

Erfreuliche Nachricht für alle Innungsmitglieder in Sachen Innungsbeitrag: „An dieser Schraube wird nicht gedreht, die Beiträge bleiben auf dem bisherigen Niveau“, machte Robert Steinberger deutlich. Nach dem Obermeister berichtete Geschäftsführer Michael Zwisler über die Innungsarbeit. Zehn Vorstandssitzungen, neun Rundschreiben und eine Fülle von Terminen standen im Berichtszeitraum an. Der Mitgliederstand liegt derzeit bei 152. Ganz aktuell konnte Michael Zwisler die Mitglieder über eine Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) informieren. Hintergrund der Entscheidung war die Frage, ob Klauseln in Tarifverträgen, wonach eine automatische Beendigung des Arbeitsverhältnisses bei Erreichen der Regelaltersgrenze erfolgt, gegen das Diskriminierungsverbot wegen Alters verstößt. Geklagt hatte eine Gebäudereinigerin aus Deutschland. Der Gerichtshof kam, so berichtete Michael Zwisler, zu dem Ergebnis, dass die Richtlinie 2000/78 einer Klausel über die automatische Beendigung von Arbeitsverhältnissen bei Erreichen des Rentenalters, wie sie in Deutschland der Rahmentarifvertrag für die gewerblichen Beschäftigten in der Gebäudereinigung vorsieht, nicht entgegensteht.

BIV-Geschäftsführer Johannes Bungart sprach über die aktuelle tarif- und sozialpolitische Entwicklung im Gebäudereiniger-Handwerk. „Tarifverträge sollten immer einfach und klar formuliert sein“ - das hat laut Bungart auch stets Franz Reitmeir gefordert, der über Jahre hinweg gemeinsam mit dem BIV in der Tarifpolitik aktiv war. „Und Tarifpolitik ist und war schon immer ein entscheidender Faktor für die Branche. Die Tarife stabilisieren die Betriebe, sie sind existenzsichernd. Und ohne Tarifverträge gibt es keine öffentlichen Ausschreibungen“, so Johannes Bungart weiter. Für 2001, im Mai tritt die Arbeitnehmerfreizügigkeit in Kraft, sieht Bungart keine Probleme für das Gebäudereiniger-Handwerk, nicht zuletzt dank des Mindestlohns in der Branche. „Und wir werden uns weiter vehement für einen gesetzlichen Mindestlohn einsetzen“, machte der BIV-Geschäftsführer deutlich.

Michaela Witzany berichtete über die Aktivitäten des Ausschusses für Öffentlichkeitsarbeit. Schwerpunkt ist derzeit unter anderem die Arbeit am neuen Internetauftritt der Innung, die Neugestaltung des Logos. Zudem rief sie die Mitglieder auf, für die Innungszeitschrift Informationen und Materialien zu sammeln und zu liefern. Die Kursangebote der Innung (Gesellen- und Objektleiterkurse) sind laut Michaela Witzany sehr gut nachgefragt.

Für den Ausschuss Technik und Betriebswirtschaft berichtete Michael Öttl über die Excel-Schulungen, den Objektleiterkurs und zielte dabei besonders auf den modularen Aufbau der Kurse ab. Der Seminarkalender für 2011 sei in Arbeit, auch das Thema Arbeitsrecht werde man anbieten. Zum Thema QMS-Systeme habe der Ausschuss die am Markt befindlichen Systeme genau unter die Lupe genommen, eine abschließende Beurteilung werde momentan erarbeitet. Für die Zukunft will sich der Ausschuss mehr auf technische Belange konzentrieren. Kritisch merkte Öttl an, dass große FM-Dienstleister immer wieder bei kleineren Unternehmen Leistungen anfragen, um deren Angebote dann in ihren eigenen Angeboten aufzunehmen und dabei die Preise nach unten drückten. Dem sollte man einen Riegel vorschieben, etwa indem man für die Bearbeitung derartiger Anfragen ein Honorar verlange.

Als Gast berichtete bei der Innungsversammlung abschließend Helmut Kolb von der JVA Niederschönenfeld über die dortige Ausbildung von Strafgefangenen in der Gebäudereinigung. Die Ausbildung ist durch die Innung zertifiziert. Damit ist sichergestellt, dass in der JVA Niederschönenfeld geschulte Gefangene nach der Haft bestens auf eine Tätigkeit in der Gebäudereinigung vorbereitet sind. Wir werden in rationell reinigen über die Ausbildung und die Erfahrungen von Dienstleistern mit ehemaligen Häftlingen gesondert berichten.

peter.hartmann@holzmann-medien.de