Henry Kruse setzt auf grünen Wasserstoff

Das Fachgroßhandelsunternehmen Henry Kruse (Neumünster) will gemeinsam mit neun weiteren Unternehmen die Nutzung von grünem Wasserstoff aus erneuerbaren Energien im Güterverkehr vorantreiben.

Gerade wurde in Neumünster eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichnet – im Beisein von Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther und Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras. Das Projekt ist das erste seiner Art in Deutschland, das nachhaltig die Dekarbonisierung des Güterverkehrs vorantreibt.

Zehn Unternehmen beteiligt

Neben Henry Kruse sind weitere Unternehmen aus Handel, kommunaler Abfallwirtschaft, Bauwirtschaft und Logistik beteiligt, und zwar die Firmen Edeka Handelsgesellschaft Nord und Edeka, Ernst Krebs, Herbert Voigt, MBA Neumünster, Christian Carstensen, Clean Logistics, Netto Marken-Discount und Hypion.

Seit Januar 2020 erarbeiten die zehn Unternehmen ein ganzheitliches System, um Lastwagen mit grünem Wasserstoff, hergestellt aus erneuerbaren Energien, auf schleswig-holsteinischen Straßen fahren zu lassen. Der logistische Transport-Knotenpunkt im Norden, Neumünster, bietet dabei günstige Voraussetzungen.

Von Wasserstoffproduktion bis Anwendung im Fahrzeug

Die gesamte Wertschöpfungskette von der Wasserstoffproduktion über die Logistik und Tankstellen-Verteilung bis zur Anwendung in Fahrzeugen wurde genau geplant. Nun steigen Unternehmen mit entsprechenden Fahrzeugflotten, Fahrzeuganbieter und Wasserstoffproduzenten in die Ausführungsplanung des Projekts ein. Für den Start ergeben sich etwa 20 Brennstoffzellen-LKW mit einer Tankleistung von 200 Tonnen im Jahr, die gut zwei Millionen Schwerlast-Kilometern entsprechen. Damit lassen sich nach Angaben von Henry Kruse rund 1.500 Tonnen CO2 einsparen. In der auf 16 Millionen Euro taxierten Investitionssumme bis 2023 ist auch der Aufbau einer LKW-Wasserstoff-Tankstelle in Neumünster enthalten.

Nun soll auch der Fuhrpark umweltfreundlicher werden

Henry Kruse hat am Standort Neumünster mit einer Solaranlage auf dem Dach, einer eigenen Erdwärmegewinnung für die Wärmeversorgung sowie einer Stromtankstelle für E-Autos bereits einen großen Sprung in Richtung Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung gemacht. Nun soll auch der Fuhrpark umweltfreundlicher werden.

"Als Mitglied der Igefa werden wir regelmäßig durch die international anerkannte Nachhaltigkeits-Plattform EcoVadis evaluiert und haben in diesem Jahr für unsere Nachhaltigkeitsaktivitäten das dritte Mal in Folge die Goldmedaille erhalten. Damit gehören wir zu den besten zwei Prozent der insgesamt 50.000 bewerteten Unternehmen weltweit“, sagt Kai Kruse, Inhaber des Kruse-Firmenverbunds. Nachhaltigkeit sei kein Zustand, sondern ein Weg. "Darum beteiligen wir uns gern aktiv an diesem Projekt, um unsere Umweltbelastungen konsequent zu verringern und die Weichen für einen klimaschonenden Güterverkehr zu stellen.“

Auftakt einer grünen Wasserstoffwirtschaft?

Alle Beteiligten haben ihre Bereitschaft erklärt, weitere Fahrzeuge auf Basis von Wasserstoff anzuschaffen und das Engagement auszudehnen, wenn das Projekt erfolgreich realisiert wird. Dies könnte der Auftakt einer grünen Wasserstoffwirtschaft bei regionalen wie überregionalen LKW-Transporten sein.

Der Kruse-Firmenverbund gehört zu den größten Mitgliedern der Fachgroßhandelsgruppe Igefa. Die Verbundpartner verfolgen das Ziel der Nachhaltigkeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Als Unterzeichner des UN Global Compact verpflichtet sich die Igefa zu dessen zehn Prinzipien zu Achtung der Menschenrechte, fairen Arbeitsbedingungen, Schutz der Umwelt und Verbot von Korruption. Damit leistet der Firmenverbund einen Beitrag zur Zielerreichung der von den Vereinten Nationen verabschiedeten globalen Nachhaltigen Entwicklungsziele. / HH