Parkettbodensanierung Gutes Werk im Hospiz Leuchtfeuer

Das Eichenparkett in einem Hamburger Hospiz ist stark abgenutzt. Die Rollstühle haben vielerorts schwarze Abriebspuren hinterlassen. Gemeinsam mit acht Auszubildenden arbeiten Christian Struck vom Carat Schulungscentrum und Sponsoren aus der Industrie den Boden kostenlos auf.

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    Nach den einzelnen Schleifgängen wird der Boden gründlich abgesaugt.
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    Der erste Ölauftrag im Wintergarten des Hospizes.
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    Das filmbildende Öl wird mit dem Wischwiesel gleichmäßig aufgetragen.
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    Zwischenschliff im Hamburger Hospiz Leuchtfeuer: Holzfasern, die sich beim Aushärten des Öls aufgerichtet haben, werden gebrochen, die Oberfläche ist glatt und bereit für den zweiten Ölauftrag.
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    Cindy Butzko, Jens Graf (Carat), Carola Stühmer, Chernor Maju Bah, Monika Domke, Christian Struck (Carat), Anne Blanken-Schäfer (Carat), Rudolf Dreisbach (Kiehl), Dirk Rümmler, Manuel Hensel, sitzend links: Sarah Pohl und Jillin Rocca.

Gutes Werk im Hospiz Leuchtfeuer

-Das Hospiz Hamburg Leuchtfeuer im Stadtteil St. Pauli ist ein Haus, das todkranken Menschen und ihren Angehörigen Raum gibt, in Würde und liebevoller Geborgenheit Abschied zu nehmen. Ein Ort für Trauer und Wut, aber auch Hoffnung und Frieden. Die aufwendige Pflege, Versorgung und Betreuung der Menschen rund um die Uhr sowie der Unterhalt des Gebäudes lassen sich nicht ohne Spenden bewerkstelligen. Petra Fischbach, Geschäftsführerin von Hamburg Leuchtfeuer, und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sorgen mit Unterstützung vieler ehrenamtlicher Helfer und prominenter Schirmherrschaften dafür, dass die Einrichtung finanzierbar bleibt.

Für das Carat Schulungscentrum war es daher eine Herzensangelegenheit, die im Laufe der Jahre stark in Mitleidenschaft gezogenen Parkettböden im Rahmen einer Spendenaktion aufzuarbeiten. Carat-Geschäftsführerin Anne Blanken-Schäfer und ihr Kollege, Gebäudereinigermeister Christian Struck, wählten für dieses sowohl fachlich anspruchsvolle wie auch menschlich sensible Projekt acht Auszubildende des Gebäudereiniger-Handwerks aus dem 1. und 3. Lehrjahr aus. Sie zeigten sich von Anfang an enorm engagiert; einige unterbrachen sogar ihren Urlaub, um bei dieser Aktion dabei zu sein.

Unterstützung kam auch von Seiten der Industrie: Kiehl spendete sämtliche Verbrauchsmaterialien wie Schleifpads und Holzpflegeprodukte. Niederlassungsleiter Rudolf Dreisbach arbeitete selbst tatkräftig mit. Auch die Nilfisk-Advance AG unterstützte die gute Sache, Gebietsverkaufsleiter Stephan Heisler stellte eine zusätzliche Maschine für die Schleifarbeiten zur Verfügung.

Kratzer und Pflegemittelreste beseitigt

Nachdem alle Möbel und Pflanzen aus dem großen Saal, einem Aufenthaltsraum und dem Wintergarten entfernt waren, begannen die Auszubildenden nach gründlicher Einweisung mit den Schleifarbeiten.

Chernor und Dirk bearbeiteten die Parkettböden – unter den wachsamen Augen der Ausbilder – mit den schweren Einscheibenmaschinen bei eingeschalteter Absaugung. Zwei Schleifgänge waren notwendig, um die vielen Kratzer, Pflegemittelreste und sonstigen Verschmutzungen heraus- und abzuschleifen. Dabei kamen nacheinander das Woodmaster-Pad der Körnung 100 sowie das Legnopad für den Feinschliff zum Einsatz. Carola, Manuel und Monika bearbeiteten die Ränder und Sockelleisten von Hand mit Schleifpapier. Eine schweißtreibende Arbeit. Natürlich durfte reihum jeder mal die Maschinen bedienen, denn schließlich „kommt man ja an so eine anspruchsvolle Arbeit als Lehrling nicht allzu häufig ran“, bemerkte Monika treffend. Sarah und Cindy entstaubten den Boden nochmals gründlich, dann trugen die Azubis mit einem Wischwiesel sehr sorgfältig und gleichmäßig das filmbildende Öl auf (Refresher Satina von Kiehl). Am nächsten Tag war zunächst ein Zwischenschliff der geölten Parkettflächen nötig (Nilfisk 545 und Legnopad). Bei der Aushärtung des Öls können sich nämlich teilweise Holzfasern aufrichten. Der Zwischenschliff bricht diese Fasern, die Oberfläche wird gleichmäßig und ist optimal für die zweite Ölschicht vorbereitet. Jillin und Cindy saugten den Boden noch einmal gründlich ab. Jetzt konnten Sarah und Monika – natürlich unter Berücksichtigung des Lichteinfalls – die zweite Ölschicht auftragen, die anschließend 24 Stunden aushärten musste. Die Auszubildenden nutzten den Rest des zweiten Tages deshalb für die Glasreinigung im gesamten Gebäude. Der helle und freundliche Eindruck der aufgefrischten Holzböden sollte schließlich „nicht durch schmutzige Fenster getrübt werden“, meinte Manuel.

Böden wirken besser als frisch verlegt

Am dritten Tag begutachtete und bestaunte das Team sein Werk. Die Hospizleitung und alle Mitarbeiter waren sich einig: „So gut haben die Böden noch nie ausgesehen, nicht einmal direkt nach dem Verlegen!“ Hospiz-Geschäftsführerin Petra Fischbach dankte den Auszubildenden und ihren Ausbilder von Carat bei einem gemeinsamen Frühstück: „Ich möchte euch nicht nur für eure großartige Arbeitsleistung danken, sondern auch dafür, dass Ihr dieses Haus in den vergangenen Tagen mit Leben gefüllt habt.“ Die Projektteilnehmern waren sichtlich bewegt. Nachdem das Team alle Räume wieder eingeräumt und sämtliche Spuren des Arbeitseinsatzes beseitigt hatte, konnten die Azubis ihren Feierabend in der Gewissheit genießen, ein wirklich gutes Werk getan zu haben.

Christian Struck, Carat Schulungscentrum |
rebecca.eisert@holzmannverlag.de