Große Unzufriedenheit mit öffentlichen Waschräumen

Laut einer aktuellen Umfrage von Tork, einer Marke von Essity, sind vier von fünf Personen unzufrieden mit dem Zustand öffentlicher Waschräume. Die Mehrheit der Menschen zieht daraus Konsequenzen.

11.500 Personen aus der Allgemeinbevölkerung und 1.000 Reinigungskräfte äußerten sich im Rahmen der Umfrage zum Thema Waschraumhygiene. - © Tork

Im Rahmen der sogenannten Insight-Umfrage 2025 wurden insgesamt 11.500 Personen aus der Allgemeinbevölkerung und 1.000 Reinigungskräfte befragt – in den USA, Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Mexiko, Kanada, Australien, Spanien, Schweden, den Niederlanden und Polen. In Deutschland erwarten zum Beispiel zwei Drittel der Restaurantbesucher (70 Prozent) und jeder zweite Büromitarbeitende (54 Prozent) ein mittleres bis hohes Hygieneniveau. Mehr als vier von fünf Personen haben jedoch regelmäßig Grund zur Beanstandung von öffentlichen Toiletten (82 Prozent).

Schon 77 Prozent der Befragten ohne Einschränkungen haben große Hygienebedenken in öffentlichen Räumen – bei Menschen mit zum Beispiel Keimphobie oder anderen Ängsten ist dieser Wert sogar noch höher. Nur 15 Prozent der Menschen mit kognitiven oder körperlichen Einschränkungen sagen zudem, dass öffentliche Waschräume immer ihre Erwartungen erfüllen – das ist noch weniger als bei Menschen ohne Einschränkungen (20 Prozent).

Werden die Erwartungen an Sauberkeit nicht erfüllt, fühlen sich Menschen angewidert (28 Prozent), frustriert (22 Prozent) oder unwohl (21 Prozent). Daraus ergeben sich konkrete Verhaltensänderungen. Gründe für das Meiden von Waschräumen sind nach Angaben der Befragten: mangelnde Hygiene (am häufigsten genannt), unangenehme Gerüche, fehlende Seife oder Toilettenpapier sowie langes Anstehen und unzureichende Privatsphäre. Für Unternehmen haben die schlechten Erfahrungen der Waschraumnutzer messbare Folgen:

  • 26 Prozent haben wegen des Zustands des Waschraums bereits einen Veranstaltungsort früher verlassen, fast jeder Fünfte (18 Prozent) kam anschließend nicht wieder.
  • 14 Prozent beschwerten sich bei dem Personal oder der Geschäftsführung.
  • Zehn Prozent haben bewusst weniger gegessen oder getrunken, um den Gang zur Toilette zu vermeiden – mit direkter Auswirkung auf den Umsatz des Unternehmens.
  • Zehn Prozent haben Freunden vom Besuch des Ortes abgeraten, fünf Prozent eine negative Online-Bewertung abgegeben.
  • Jede vierte Person hat aufgrund schlechter Waschräume weniger Zeit am Arbeitsplatz verbracht – was sich auf Mitarbeitermotivation und Produktivität auswirkt.

Reinigungspersonal häufig überlastet

Auch die Herausforderungen für Reinigungskräfte wurden in der Umfrage untersucht. 38 Prozent berichten von körperlichen oder psychischen Belastungen durch ihre Arbeit. Mehr als die Hälfte von ihnen (53 Prozent) fühlt sich gestresst, was sich bei etwa einem Viertel negativ auf die Qualität ihrer Arbeit auswirkt (28 Prozent), und rund zwei Drittel (67 Prozent) bemängeln die unzureichende Unterstützung durch ihren Arbeitgeber. Zwölf Prozent haben ihren Job im Reinigungsbereich bereits aufgegeben – nicht wegen der Bezahlung, sondern wegen Überlastung und Burnout.

Eine geringe Zufriedenheit im Team und hohe Fluktuation wirken sich direkt auf die Sauberkeit von Einrichtungen und das Nutzungserlebnis aus und führen zu hohen Kosten für die Einstellung und Einarbeitung neuer Mitarbeitender. Darüber hinaus berichtet fast ein Viertel der Reinigungskräfte (22 Prozent) von körperlich herausfordernden Aufgaben wie dem Tragen von schweren Gegenständen oder dem Nachfüllen von Spendern. Fast jeder Fünfte hat zudem bereits Erfahrungen mit aggressiven Reinigungsmitteln gemacht, die zu Hautproblemen wie etwa Ekzemen, Verbrennungen oder Ausschlägen führen. /GH