Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und Unicef haben die ersten globalen Richtlinien zur Händehygiene in gemeinschaftlichen Umgebungen veröffentlicht.

Eine mangelhafte Händehygiene trägt weltweit zu Millionen vermeidbarer Krankheiten bei. Mit den Guidelines on Hand Hygiene in Community Settings steht Institutionen nun erstmals eine einheitliche, wissenschaftlich fundierte Anleitung zur Verfügung, um Menschen dabei zu unterstützen, die Ausbreitung von Infektionen durch eine der einfachsten und effektivsten Maßnahmen zu verringern – das Händewaschen.
Die Richtlinien klären die Rolle des Händewaschens im Rahmen umfassender Hygienemaßnahmen, indem sie darlegen, wann man sich die Hände waschen sollte, wie man dies effektiv tut und welche Bedingungen gute Hygienegewohnheiten unterstützen. Sie betonen, dass Händewaschen nicht nur eine persönliche Routine ist, sondern eine Maßnahme der öffentlichen Gesundheit, die jeder Mensch ergreifen kann. So hätten Studien gezeigt, dass selbst in Ländern mit hohem Einkommen die Aufklärung über Händewaschen Folgendes bewirken kann:
- Reduktion der Häufigkeit von Durchfallerkrankungen bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem um 58 Prozent.
- Reduktion von Atemwegserkrankungen wie Erkältungen in der Allgemeinbevölkerung um 16 bis 21 Prozent.
- Senkung der Häufigkeit von Durchfallerkrankungen in Schulen und Kindertagesstätten um etwa 33 Prozent.
"Die Veröffentlichung dieser globalen Richtlinien ist ein entscheidender Schritt zur Stärkung der Resilienz der öffentlichen Gesundheit", sagt Dr. Sally Bloomfield, Vorsitzende des International Scientific Forum on Home Hygiene, und fügt hinzu: "Auch wenn Händewaschen allein nicht jedes Übertragungsrisiko adressieren kann, bleibt es eine der Grundsäulen guter Hygienepraxis. In Kombination mit Maßnahmen wie der Hygiene von Hand- und Lebensmittelkontaktflächen, sicherer Lebensmittelhandhabung, Belüftung und anderen Praktiken bildet es eine wirkungsvolle Verteidigung gegen die Ausbreitung von Infektionskrankheiten." Elizabeth Scott, stellvertretende Vorsitzende des International Scientific Forum on Home Hygiene (IFH) und IFH-PATH (Pan Americal Target Hygiene), ergänzt: "Händehygiene ist etwas, das wir Kindern früh beibringen, aber seine Bedeutung bleibt ein Leben lang bestehen. Mit der Rückkehr der Erkältungs- und Grippesaison sind diese Richtlinien eine rechtzeitige Erinnerung daran, wie einfache Maßnahmen uns und andere schützen können."
Unter anderem Institutionen können die neuen Richtlinien der WHO und Unicef nun nutzen, um Menschen zu unterstützen und Verhaltensänderungen im Bereich Hygiene zu fördern. Daneben hat beispielsweise auch der Hygieneanbieter SC Johnson Professional bereits angekündigt, diese Richtlinien in seinen zusammen mit dem IFH entwickelten Ansatz "8 Moments for Targeted Hygiene" (Acht Momente für gezielte Hygiene) zu integrieren. SC Johnson ist unter anderem Teil der Global Handwashing Partnership, einer weltweiten Koalition zur Förderung des Händewaschens mit Seife. /GH