Die Gespräche zwischen den Tarifpartnern BIV und IG BAU über eine mögliche zusätzliche Jahressonderzahlung für Reinigungskräfte, die sowohl Gewerkschaftsmitglieder sind als auch in einem Innungsbetrieb arbeiten, sind ergebnislos auf Januar 2026 vertagt worden.

Zur Lohntarif-Einigung im November 2024, gültig bis Ende 2026, hatte auch die Zusage der Tarifpartner gehört, sich ab November 2025 zu Gesprächen über einen künftigen zweiten Gewerkschaftsbonus zu treffen..
IG-BAU-Mitglieder, die in Innungsbetrieben arbeiten, erhalten bereits seit 2007 Urlaubsgeld als Gewerkschaftsbonus. Die Höhe beträgt laut Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks (BIV) 1,85 Stundenlöhne pro Urlaubstag. Dies entspreche bei einer Vollzeitstelle einer Summe von 790 Euro in der Einstiegslohngruppe (14,25 Euro pro Stunde).
Die Gewerkschaft fordert eine zusätzliche Jahressonderzahlung in Höhe von 100 Prozent eines Monatseinkommens für diese Gruppe von Beschäftigten.
Die erste Gesprächsrunde fand nun in Frankfurt am Main statt und wurde ohne Ergebnis auf Januar vertagt. "Wir haben der IG BAU Gespräche zugesagt, aber weder Zugeständnisse noch einen Abschluss", sagte Christian Kloevekorn, Vorsitzender der BIV-Tarifkommission, nach dem dreistündigen Treffen und fügte hinzu: "Die inhaltlichen Differenzen könnten größer kaum sein und konnten bei weitem nicht ausgeräumt werden".
Der BIV habe vor allem auf den schlechten konjunkturellen Kontext in Deutschland hingewiesen: eine seit Jahren stagnierende Wirtschaft, schwache Geschäftsaussichten, ein angespanntes Marktumfeld in der Gebäudereinigung sowie einen Tarifabschluss, der mit rund 11 Prozent für 2025 und 2026 in der größten Lohngruppe bereits an die Schmerzgrenze gegangen sei. Das Gespräch habe gezeigt, "wie weit die IG BAU mit ihren Forderungen von der wirtschaftlichen Realität entfernt ist".
Ulrike Laux, Vorstandsmitglied und Verhandlungsführerin der IG BAU, verwies im Anschluss an das Treffen auf die wirtschaftliche Lage der Reinigungskräfte, die ebenfalls nicht rosig sei. Die Gewerkschaft habe den Arbeitgebern signalisiert, dass man das Ziel auch stufenweise erreichen könne. "Wir haben so ziemlich alle Brücken gebaut, über die man gehen kann. Jetzt ist der Innungsverband am Zuge, zu sagen, was ihm die Beschäftigten wirklich wert sind", erklärte Ulrike Laux. /HH