»Um mit den technischen Entwicklungen Schritt zu halten, wird es erforderlich sein, Gebäudereinigung neu zu denken.«

Selbststeuernde Reinigungsmaschinen, Glasreinigungsroboter, die an der Fassade angebracht sind und auf Knopfdruck jedes x-beliebige Fenster reinigen. Selbstreinigende Oberflächen, die unter Lichteinstrahlung mit einer spezifischen Wellenlänge sauber werden. Ein intelligenter Roboter, der eigenständig Abfallbehälter in Büros leeren kann. Das ist schon Realität. Wenn die Entwicklung weiter so schnell fortschreitet – und das wird sie –, wie sieht dann Gebäudereinigung in Zukunft aus? Muss sich die Branche neu definieren oder erfinden?
Um mit den technischen Entwicklungen Schritt zu halten, wird es erforderlich sein, Gebäudereinigung neu zu denken. Aber wie kann das aussehen – bei Reinigungsrobotern und Drohnen, die sich durch eine eigene Schwarmintelligenz selbst steuern und überwachen oder von einem vernetzten Gebäude geführt, terminiert und überwacht werden. Und intelligenten Reinigungsmaschinen, die bei Störungen den menschlichen oder maschinellen Ersatzkollegen aktivieren und eigenständig, mit detaillierter Störungsbeschreibung, den Kundendienst anfordern.
Gebäudereinigung 4.0: Was wird passieren, wenn Reinigung ohne Reinigungspersonal stattfindet? Maschinen werden nicht krank und stehen rund um die Uhr zu Verfügung – mit oder ohne Gebäudereiniger. Was kann der Gebäudereiniger tun, wenn Standardreinigungsprozesse nach und nach von mehr oder weniger intelligenten Maschinen, Robotern oder Arbeitsdrohnen nahezu eigenständig ausgeführt werden? Wenn die Objektleitung nicht mehr vor Ort ist und überwiegend per Smartphone und Face to Face mit Reinigungskräften beziehungsweise Maschinen kommuniziert. Wenn intelligente Softwaresysteme den Reinigungsverlauf überwachen, dokumentieren und bei Abweichungen die zuständige Person informieren. Und Smart-Gebäudesysteme tagesaktuell Reinigung, je nach Belegung und Verschmutzung, anfordern und die Kontrolle der Ausführung per GPS-Daten überwachen und mit der Monatsrechnung abgleichen.
Das alles wirft für mich grundsätzliche Fragen auf. Zum Beispiel: Wer übernimmt die Bereitstellung, Überwachung und Versorgung der intelligenten Maschinen? Wir – die Gebäudereiniger? Oder unsere heutigen Kunden? Und: Wie wird der Gebäudereiniger 4.0 in Zukunft die Standardreinigungsprozesse organisieren: Mensch/Maschine oder Maschine/Mensch? Alles noch weit weg und übertrieben? Vor 15 Jahren konnte man sich auch nicht vorstellen, dass 2016 autonome Autos die Serienreife erlangen und den menschlichen Fahrer ersetzen würden. Jetzt wissen wir es besser.
Uwe Büttner