Gebäudedienste sind sexy

»Mit der Übernahme von ISS durch G4S entsteht eines der größten Unternehmen der Welt.«

Markus J. Targiel | Redakteur | markus.targiel@holzmann-medien.de

Gebäudedienste sind sexy

- Kurz nach Redaktionsschluss erreichte uns noch die Pressemitteilung, dass das britische Sicherheitsunternehmen G4S den dänischen, international tätigen Reinigungs- und Gebäudemanagementkonzern ISS übernimmt. Dadurch entsteht nicht nur ein weltweit führendes Unternehmen im Bereich Facility und Security Services, sondern insgesamt eines der größten Unternehmen der Welt: Beide Unternehmen zusammengenommen haben rund 1,2 Millionen Mitarbeiter in über 130 Ländern und erzielten 2010 einen Umsatz von rund 19 Milliarden Euro. Der Kaufpreis beläuft sich auf rund sechs Milliarden Euro. Für die Übernahme ist allerdings noch die Zustimmung der europäischen Kartellwächter notwendig. In Deutschland sind von der Übernahme über 11.300 Mitarbeiter der ISS Facility Services betroffen, die 2010 einen Umsatz von 346 Millionen Euro erzielten.

Es ist nicht das erste Mal, dass sich ein branchenfremdes Großunternehmen in die Gebäudereinigung bzw. - um es etwas breiter zu fassen - in die Gebäudedienste einkauft. Man denke zum Beispiel an die Übernahme des Deutschlandgeschäftes der Plural-Gruppe (Hannover) durch die Compass Group, Spezialist für Catering und Food Services im Jahr 2009.

Oder an das Jahr 2008, als die ursprünglich aus dem Bereich der Food Services kommende französische Unternehmensgruppe Sodexo, die im Laufe der Jahre ihren Tätigkeitsbereich auch auf FM-Dienstleistungen ausgeweitet hat, Mehrheitsgesellschafter
(90 Prozent der Anteile) der Zehnacker-Gruppe wurde.

Als es noch vor einigen Jahren auf den Börsenparketts hoch herging und die Aktienkurse von einem Höchststand zum nächsten getrieben wurden, haben sprachlich kreative Börsianer Unternehmen, ja ganze Branchen, in die es sich ihrer Meinung nach zu investieren lohne, als sexy tituliert.

Diesen Befriff finde ich in solch einem Zusammenhang deplatziert. Aber um im Börsianerjargon zu bleiben und sich dieser sprachlichen Verirrung doch einmal zu bedienen, könnte man an dieser Stelle angesichts der genannten Einstiege in unsere Branche folgerichtig sagen: Gebäudedienste sind sexy.

Markus J. Targiel