Das Berliner Glas-und Gebäudereinigungsunternehmen Forever Clean hat den Inklusionspreis 2014 erhalten - für beispielhaftes Engagement im Bereich Ausbildung und Beschäftigung von Menschen mit Behinderung.

Der von der Arbeitgeberinitiative UnternehmensForum ausgelobte Preis wurde gemeinsam mit der Bundesvereinigung Deutscher Arbeitgeberverbände (BDA), der Bundesagentur für Arbeit und der Charta der Vielfalt verliehen. Schirmherrin ist Andrea Nahles, Bundesministerin für Arbeit und Soziales. Der Preis wird seit 2012 vergeben.
„Die ausgezeichneten Unternehmen beweisen es: Inklusion am Arbeitsmarkt funktioniert, sie ist ein echter Gewinn für beide Seiten“, betonte Verena Bentele, Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, bei der Preisverleihung in Berlin. Besonders in Zeiten drohenden Fachkräftemangels könne es sich die Wirtschaft nicht leisten, auf das Potenzial von Menschen mit Behinderung zu verzichten.
Mehr als 80 Firmen hatten sich um den Preis beworben, fünf davon wurden ausgezeichnet – in fünf Kategorien gestaffelt nach Beschäftigtenzahlen.
Forever Clean überzeugte in der Kategorie „11 bis 100 Mitarbeiter“. Geschäftsführerin Aynur Boldaz verwirklicht Inklusion nach Einschätzung der Jury auf besondere Weise. Aufgrund eigener Erfahrungen will sie gesellschaftlich benachteiligten Menschen eine berufliche Chance geben. Seit rund zehn Jahren beschäftigt sie Menschen mit verschiedenen Mehrfachbehinderungen. Geistige und psychische Handicaps gehören ebenso dazu wie die Folgen von Krebserkrankung oder Schlaganfall. 30 der 77 Mitarbeiter sind Menschen mit Behinderung. Sie werden auch im Kundenkontakt eingesetzt, beispielsweise bei der Reinigung öffentlicher Sanitärräume an touristischen Ausflugszielen in Berlin. Zur Betreuung hat das Unternehmen einen Psychologen eingestellt.
In der Kategorie „Mehr als 10.000 Mitarbeiter“ wurde der Softwarekonzern SAP ausgezeichnet. Das Unternehmen setzt Beschäftigte talent- statt defizitorientiert ein und hält seine Inklusionsziele in einem Aktionsplan fest. Außerdem werden Menschen mit Autismus-als IT-Consultants beschäftigt.
Stegmann Personaldienstleistung erhielt den Preis in der Kategorie „1.001 bis 10.000 Mitarbeiter“. Als erstes deutsches Zeitarbeitsunternehmen erfüllt Stegmann die Fünf-Prozent-Schwerbehinderten-Quote – und erzielt dabei Multiplikationseffekte: Einerseits werden Menschen mit Behinderungen bevorzugt im eigenen Unternehmen eingestellt, andererseits Fachkräfte mit Behinderung vermittelt und auf diese Weise mögliche Barrieren bei Kunden abgebaut.
Mehr als acht Prozent Schwerbehinderte beschäftigt die Schneider Electric Sachsenwerk GmbH, ausgezeichnet in der Kategorie „101 bis 1.000“ Mitarbeiter“. Inklusion ist fester Bestandteil der Unternehmensphilosophie. Für behinderte Mitarbeiter werden individuelle Lösungen geschaffen, Jugendliche mit und ohne Behinderungen gemeinsam ausgebildet. Für gehörlose Mitarbeiter hat das Unternehmen einen Gebärdendolmetscher engagiert.
Persönliches Engagement war auch bei den Gewinnern der Kategorie „1 bis 10 Mitarbeiter“ ausschlaggebend: Seit seinem 16. Lebensjahr ist Manuel Reinbold querschnittsgelähmt, trotz Ausbildung fand er keinen Arbeitsplatz. Eine Kooperation seiner Hausärztin Dr. Heide Forstreuter-Walbert mit dem im selben Haus ansässigen Gasthof Freiämter Hof ermöglichte ihm den Weg ins Arbeitsleben. Die beiden Kleinbetriebe beschäftigen den jungen Mann gemeinsam.
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