Das Marktvolumen für Facility Services in Deutschland wuchs in 2023 um 9,8 Prozent auf 64,8 Milliarden Euro. Das zeigt die neue Lünendonk-Studie "Facility Service in Deutschland", die auf der Analyse von 67 führenden und mittelständischen Unternehmen basiert.

Gründe für das Wachstum in 2023 waren nach Studienangaben Lohn- und Preiseffekte, Übernahmen von spezialisierten Unternehmen, Nachholeffekte nach der Corona-Pandemie insbesondere im Catering sowie der Transformationsbedarf hin zum CO2-neutralen Immobilienbetrieb.
Die Prognosen für die Umsatzentwicklung in den kommenden Jahren liegen nach Studienangaben zwischen 5,2 und 7,4 Prozent pro Jahr. Sofern die Unternehmen weiterhin ausreichend Personal finden, werde sich der Preiseffekt bis 2024 deutlich abschwächen und sich dem langfristigen Durchschnitt von zwei bis drei Prozentpunkten annähern. Die Zahl der Beschäftigten stieg laut Studie im Jahr 2023 um 3,7 Prozent.
Daneben zeigt die Studie die wesentlichen Herausforderungen für Facility Services-Anbieter auf. Dazu gehören vor allem der hohe Personalbedarf und die regulatorischen Eingriffe in die Lohnentwicklung.
Die Immobilienwirtschaft befindet sich nach Studienangaben aufgrund der veränderten Zinssituation, der gestiegenen Rohstoffpreise und der damit verbundenen Zurückhaltung im Transaktions- und Baugeschäft in einer Krise. Diese wirke sich aber noch nicht wesentlich auf den Markt für Facility Services aus. Dieser reagiere traditionell postzyklisch.
So profitieren die auf den Betrieb spezialisierten Facility Service-Unternehmen laut Studie von der Transformation, die durch die ESG-Regularien zum CO2-neutralen Gebäudebetrieb nötig wird: Immobilienbetreiber fragen Beratungsleistungen, Unterstützung bei der Nachhaltigkeitsberichterstattung, Optimierung des Betriebs und Modernisierung der Gebäudetechnik besonders nach. Auch Infrastrukturdienstleister verzeichnen eine steigende Nachfrage nach ESG-konformen Dienstleistungen. Dämpfende Effekte auf die Marktentwicklung durch geringere Neubaufertigstellungen sind laut Studie erst in den kommenden Jahren zu erwarten.
Ein weiteres Schwerpunktthema der Studie ist der Einsatz von Künstlicher Intelligenz in den Facility Services. Viele Unternehmen würden sich derzeit intensiv mit Anwendungsmöglichkeiten beschäftigen und KI-basierte Dienstleistungsprodukte in den verschiedenen Gewerken entwickeln. Insbesondere in der Gebäudetechnik versprechen sie sich laut Studie Mehrwerte durch Predictive und Preventive Maintenance auf Basis von Big Data aus dem Anlagenbetrieb.
Über die Studie
In die 21. Auflage der Lünendonk-Studie "Facility Service in Deutschland" wurden 67 Facility Service-Unternehmen einbezogen. Diese erwirtschafteten im Jahr 2023 33,9 Prozent des von Lünendonk ermittelten Marktvolumens in Höhe von 64,8 Milliarden Euro. Die Studie wird von Apleona, Dr. Sasse, Dussmann, ISS, Piepenbrock, Spie, Strabag PFS, Vebego und Wisag unterstützt und soll einen umfassenden Überblick über die Struktur des deutschen Marktes für Facility Services bieten. Die Studie ist unter www.luenendonk.de verfügbar und vertieft die im Juni veröffentlichte Lünendonk-Liste.
Lünendonk-Partner Thomas Ball kommentiert: "Die Ergebnisse der diesjährigen Marktanalyse zeigen einen dynamischen Markt, der sich nicht nur durch regulatorische Einflüsse rasant verändert. Viele Facility Service-Unternehmen in Deutschland erwarten, dass der anstehende klimafreundliche Umbau von Gewerbeimmobilien und die Potenziale Künstlicher Intelligenz die Marktentwicklung maßgeblich beeinflussen werden. Eine differenzierte Analyse und Einordnung der Marktentwicklung ist in diesen Zeiten besonders wichtig. Daher haben wir den Studienkommentar weiterentwickelt und legen einen stärkeren Fokus auf die Implikationen der Themen und Trends." /ARO