Der Geruch, der in der Luft liegt, beeinflusst den ersten Eindruck, den man von einem Raum hat und ob man sich darin wohlfühlt oder nicht. Angenehme Gerüche können die Stimmung einer Person positiv beeinflussen. Doch leider lassen sich unangenehme Gerüche, wie z.B. Zigarettenrauch, Abfallgerüche, Schimmel oder Urin, im Objektbereich nicht immer vermeiden.
Es liegt was in der Luft
- Es gibt mehrere Quellen für schlechte Gerüche, abhängig von deren chemischer Zusammensetzung. Es handelt sich hauptsächlich um organische Rückstände als mikrobiologische Quelle, die flüchtige organische Stoffe wie z.B. Ammoniak, Amine, Mercaptan oder Hydrogensulfid und deren Derivate enthalten. Diese werden von Menschen sehr sensibel wahrgenommen. Eine wirksame Maßnahme gegen diese unangenehmen Gerüche ist sicher-lich gutes Lüften, aber dies ist nicht immer möglich und benötigt Zeit. In manchen Fällen ist dies keine dauerhafte Lösung. Schnelle Hilfe bieten hier Luftverbesserer, Geruchsneutralisatoren oder, für ein nachhaltiges Ergebnis, Geruchsvernichter.
Luftverbesserer, Geruchsneutralisator
oder Geruchsvernichter?
Um das beste Resultat zu erhalten, ist es wichtig, die Wirkungsweise dieser Produkte zu kennen und zu wissen, wann welches Produkt angewendet werden sollte. Ein Luftverbesserer erfrischt die Luft, indem er dieser einen angenehmen und stärker riechenden Duft zufügt. Problem dabei ist, dass Menschen unterschiedlich auf Gerüche reagieren. Jeder kennt die Erfahrung, dass er einen Geruch als angenehm empfindet, den andere Personen nicht mögen. Ob ein Geruch als angenehm oder unangenehm empfunden wird, hängt maßgeblich von den damit verbundenen Erinnerungen ab. Einige Menschen empfinden Kleegeruch als angenehm. Jemand anderes, der in einem Kleefeld von einer Biene gestochen wurde, empfindet Kleegeruch als unangenehm. Insofern üben Gerüche großen Einfluss auf das emotionale Verhalten aus.
Ein Geruchsneutralisator besitzt hingegen verschiedene Wirkstoffe, die die Geruchsmoleküle maskieren. Dadurch werden diese neutralisiert und sind für unsere Nase nicht mehr wahrnehmbar. Bei den Geruchsvernichtern funktioniert es wie bei allen organischen Zersetzungsprozessen in der Natur. Die für den Menschen „üblen“ Gerüche (Müll, Urin, Tiergerüche, sanitäre Anlagen, Abflüsse, Syphons, Abfallcontainer, Abfallsammelstationen) werden durch Bakterien zersetzt und abgebaut.
- Luftverbesserer
Einfache Überdeckung des schlechten Geruchs mit einem hohen Parfümanteil oder organischen Lösungsmitteln. Das freigesetzte Parfüm oder Lösungsmittel überdeckt lediglich den schlechten Geruch, während die Quelle hierfür weiterhin existiert. Die Hauptschwierigkeit ist es, die richtige Konzentration des Parfüms einzustellen, so dass es weder zu intensiv ist, noch eine schlechte Überdeckung hat.
- Geruchsneutralisator
Diese Art von Produkten absorbieren oder maskieren die flüchtigen organischen Bestandteile, die jedoch weiterhin existent sind. Diese wirken selektiv bei bestimmten Gerüchen, können aber nicht immer eine vollständige Geruchsneutralisation sicherstellen. Chemische Beispiele hierfür sind Cyclodextrin-Derivate oder bestimmte Salze von Fettsäuren. Die auf Cyclodextrin basierenden Produkte sind sensibler gegen Feuchtigkeit, weil der schlechte Geruch bei zu viel Wasser erneut freigesetzt werden kann. Die Produkteffektivität ist begrenzt, besonders bei Präsenz von zu vielen schlechten Gerüchen. Diese Produkte bestehen deshalb häufig aus einer Kombination aus Luftverbesserer (Parfüm) und den beschriebenen absorbierenden oder maskierenden Inhaltsstoffen.
- Geruchsvernichter
Hierbei handelt es sich um eine chemische oder biologische Entfernung von schlechten Gerüchen: Mikrobiologisch aktive Inhaltsstoffe wie Bakterien zerstören schlechte Gerüche, verursacht durch organische Stoffe. Diese reagieren in schneller und effizienter Weise mit den Molekülen, die z.B. Sulfate oder Stickstoffverbindungen enthalten. Diese Produkte sind oftmals sporenbasiert und bilden Bakterien und/oder Enzyme. Mit dem Einsatz dieses Produkttyps wird eine Langzeitwirkung erzielt. Darüber hinaus sind oftmals Parfümanteile enthalten, die eine sofortige Geruchsverbesserung ermöglichen.
Die erfolgreiche Anwendung
Für eine erfolgreiche Anwendung gilt, wie schon Otto von Bismarck sagte: „Das Übel erkennen, heißt schon, ihm teilweise abzuhelfen.“
Aus diesem Grund sind folgende Schritte bei der Beseitigung von unangenehmen Gerüchen zu empfehlen:
- Entfernen der Geruchsquelle (Abfall, Schimmel etc.).
- Reinigen der entsprechenden Bereiche.
- Sind nach dem Reinigen keine unangenehmen Gerüche vorhanden, kann ein Luftverbesserer verwendet werden.
- Sind nach dem Reinigen noch unangenehme Gerüche vorhanden, sollte man je nach Ursprung einen Geruchsneutralisator oder einen Geruchsvernichter einsetzen.
Typisches Anwendungsgebiet für einen Geruchsneutralisator: Bei Zigarettenrauch, Essensgerüchen etc. sollte immer ein Geruchsneutralisator eingesetzt werden. Eine langanhaltende Wirkung ist gewährleistet, wenn der Reinigung die Beseitigung der Geruchsquelle (z.B. Schimmelbekämpfung) vorausgeht.
Typisches Anwendungsgebiet für einen Geruchsvernichter: In den Toiletten ist die Geruchsquelle vorwiegend Urin. Dieser dringt tief in die porösen Untergründe wie Fugen, Ritzen, offenes Mauerwerk ein und wird dort von den vorhandenen Bakterien zersetzt. Dabei entstehen die unangenehm riechenden Gase, unter denen u.a. auch Ammoniak vertreten ist.
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