Schüler schreiben für ’rationell reinigen‘ Einmal durchs Werk bitte!

Der folgende Beitrag stammt von einer Schülerin der Gewerblichen Schule Metzingen. Die Reportage beschreibt den Alltag von Frau Y, die am Abend mit der Reinigung eines Industriebetriebs beginnt. Mehr Beiträge der Auszubildenden lesen Sie unter "Die Azubiseite".

Einmal durchs Werk bitte!

Gegen 12.30 Uhr stellt Frau Y auf dem großen, aber mittlerweile relativ leeren Betriebsgelände der Firma X ihren Pkw neben dem Hausmeisterparkplatz ab. Das Parkplatzproblem kennt sie nur aus Erzählungen einzelner Angestellter. Ihre Arbeit tritt sie erst dann an, wenn nur noch wenig los ist. Die letzte Schicht im Werk arbeitet noch.


Die Firmenleitung möchte so wenig Störungen der innerbetrieblichen Arbeit wie möglich. Auch Frau Y und ihr Arbeitgeber sehen dies als selbstverständlich. Denn nur unter Berücksichtigung dieser Aspekte kann eine Gefährdung der Arbeitnehmer fast vollständig ausgeschlossen und ein optimales Reinigungsergebnis erzielt werden.

Nach dem Eintreten schließt sie die Eingangstüre. Sie durchquert den Bürotrakt. Dieser wird von einer Raumpflegerin gereinigt. In der Putzkammer streift sie rasch Handschuhe über, bestückt ihren Fahrwagen mit Müllbeuteln, Seife, Handtuch- und Toilettenpapier. Diese Verbrauchsartikel werden beim Hausmeister angefordert. Daher kommt es vor, dass sie bei Arbeitsende nicht mit aufgefüllt werden konnten.

Menschenleer und voller Kunststoffflocken

Die erste Anlaufstelle ist eine Sanitäranlage. Hier werden Seifen-, Handtuchspender und Toilettenpapier aufgefüllt, Mülleimer geleert. Spiegel, Waschbecken einschließlich aller Armaturen, Fliesen, Urinale und Toiletten gereinigt. Dazu verwendet sie einen Sanitärreiniger. Abschließend werden noch die Bodenfliesen nass mit einem Alkoholreiniger gewischt.


Nun schiebt Frau Y ihren Wagen in ein Zwischenlager für Versandteile. Dort ist der beschichtete Estrich mit einer Wischpflege nass zu wischen. Kein Mensch ist mehr anzutreffen, dafür aber jede Menge Kunststoffflocken und Papierschnipsel. Diese losen Verschmutzungen werden zuerst mit dem Staubsauger eingesaugt. Dann erst durchquert Frau Y mit Mopp und Moppstange den Regaldschungel. Nebenan ist die Aufbruchstimmung der Lageristen zu hören. Nach dem Reinigen einer Bürokabine wird es Zeit für eine kurze Pause.


In einem Sozialbereich trifft sie ab und an noch Arbeiter vor dem Kaffeeautomaten. Hier wechselt Frau Y die Handschuhe. Dann leert sie die Aschenbecher und wischt Tische und Stühle ab. Sie stuhlt auf und beginnt den Boden zu wischen. Es ist der kürzeste und angenehmste Arbeitsbereich. In der Kantine benötigt sie wesentlich mehr Zeit. Nicht nur weil hier ein weiterer Sanitärbereich angrenzt. In der Damenumkleide befindet sich eine weitere Putzkammer. Auf den Tischen sind neben Brotkrümeln und Kaffeeflecken auch ein Grauschleier und auf den Stühlen manchmal auch Schuhsohlenabdrücke zu entfernen.


Mit wenig Aufwand stuhlt sie die 30 Stühle auf, reinigt Spüle und Arbeitsplatte. Dann wischt sie den Fliesenboden mit Schmutzbrecher. Eine Glastüre trennt die Kantine vom Flur zu den Toiletten. Sie zieht sie beidseitig ab. Frau Y reinigt eine weitere Sanitäranlage, bevor sie in die Löterei kommt. Dort arbeitet sie mit Doppelfahrwagen, Einscheibenmaschine und Nasssauger.


Sie wiederholt etwa alle 6 m² folgende Arbeitsschritte: Einmal nass vorwischen mit Industriereinigungskonzentratlösung, kurz einwirken lassen, mit Einscheibenmaschine abfahren, absaugen und mit klarem Wasser feucht nachwischen. Spätestens jetzt hat auch die Spätschicht Feierabend und das Werk gerade verlassen.


Frau Y saugt nun in einer angrenzenden Werkhalle lose aufliegende Kleinstteile und Staub ein. Ihr Arbeitsbereich ist ein gelb linierter Weg um die Arbeitsfelder durch die Werkshalle. Sie beginnt im vorderen Abschnitt und arbeitet sich nach hinten durch. Wobei sie auch mehrmals das Stromkabel in günstiger gelegene Steckdosen umstecken muss.


Die Staubsaugerlanze führt sie von links nach rechts und umgekehrt. Immer auf beiden Seiten noch etwa 1 m weiter über die Linie und überlappend. Wenn sie diesen Arbeitsgang abgeschlossen hat, tritt Frau Y ihren letzten Arbeitsbereich an: eine große Maschinenhalle. Bei der nicht der Gang, sondern die Arbeitsfelder um die Maschinen von neuen Ölverschmutzungen gereinigt werden sollen.


Reinigungsziel ist hier: keine größere Fleckenbildung und Beseitigung der Rutschgefahr. Mit einem Mopp und Schmutzbrecherlösung wischt sie stückweise vor. Bearbeitet dann mit einem grünen Pad die Fläche. So werden Verschmutzungen aufgebrochen und können mit einem anderen Mopp und klarem Wasser aufgenommen und entfernt werden.


Nach getaner Arbeit bringt Frau Y ihre letzten Arbeitsgeräte zurück in die Putzkammer. Sie rüstet ihren Fahrwagen auf, gibt die benutzten Mopps und Mikrofasertücher in eine für die Reinigung vorgesehene Plastikbox, die sie zur Gebäudereinigung mitnimmt. Da sie als Letzte die Firma (durch das Treppenhaus und ein Rolltor im Erdgeschoss) verlässt, ist es auch ihre Aufgabe zu kontrollieren, ob alle Fenster geschlossen sind und das Licht gelöscht ist.