Eine schöne neue Welt?

»Wer wissen möchte, welche Auswirkungen die Digitalisierung auf die Reinigung hat, sollte nächsten Monat in Berlin den Weltkongress der Gebäudedienstleister und die CMS besuchen.«

Markus J. Targiel | Redakteur | markus.targiel@holzmann-medien.de - © Holzmann Medien

Nächsten Monat findet mit der CMS in Berlin das Branchenevent des Jahres statt. Dass die Reinigungsbranche für eine Woche nach Berlin blickt, wird noch dadurch verstärkt, dass parallel zur Messe der Weltkongress der Gebäudedienstleister erstmals in der deutschen Hauptstadt stattfindet. Beim WFBSC-Kongress (World Federation of Building Service Contractors) geht es thematisch um nicht weniger als um die Zukunft und wie man die sich abzeichnenden technischen Umwälzungen nutzen kann: „Reinigung in einer digitalen Welt – Prozesse, Menschen, Technik“. Die Konferenzteilnehmer wollen sich nicht zuletzt darüber austauschen, welche Bedeutung und Auswirkungen die Digitalisierung auf die Reinigungsbranche hat und welchen Herausforderungen man sich in Zukunft stellen muss. Die Vorträge werden sich mit den Einflüssen auf den Menschen und der Automatisierung der Arbeitsprozesse beschäftigen.

Sollten auch Konferenzteilnehmer aus Südkorea anreisen, könnten sie aus erster Hand über die Umstellungen auf dem Incheon International Airport in Seoul berichten. Dort sind seit letztem Monat zwei Robotertypen im täglichen Einsatz. Die Reinigungsroboter halten den Flughafen nicht nur sauber. Sie sollen Medienberichten zufolge während ihrer Einsätze auch laufend dazulernen, welche Bereiche am häufigsten und intensivsten gereinigt werden müssen. Auf Basis dieser Informationen berechnen die autonomen Maschinen dann optimierte Reinigungsrouten, um zukünftig schneller und effizienter reinigen zu können, heißt es weiter.

Mit rund 58 Millionen Passagieren pro Jahr ist der Incheon International Airport einer der größten Flughäfen Asiens. Da kann es schon mal vorkommen, dass der eine oder andere Passagier Orientierungshilfe braucht. Für solche Fälle sind auf dem Flughafen Airport Guides unterwegs. Diese sind weder männlich noch ­weiblich. Nein, bei den Guides, die auf Englisch, Koreanisch, Chinesisch und Japanisch kommunizieren können, handelt es sich um den zweiten Robotertypen, der dem verwirrten Passagier mit Rat und Tat zur Seite steht. Das können Informationen über Abflug- und Ankunftszeiten oder die Wegbeschreibung zum Gate sein, die der Robo auf seinem Display einblendet. Wer damit auf dem riesigen Flughafen aber immer noch überfordert ist, den begleitet der Maschinenguide auf Wunsch auch persönlich zum Gate, indem er vorausfährt.

Wer solche technischen Entwicklungen begutachten möchte, braucht nicht nach Seoul zu reisen. Auch auf der CMS in Berlin hat man die Gelegenheit dazu: Vorgestellt werden diverse autonome Maschinen für die Reinigung von Böden sowie Glas und Fassaden. Eine schöne neue Welt? Es kommt darauf an, was wir daraus machen!

Markus J. Targiel