Therme Bad Wörishofen Ein Tag wie in der Südsee

Genuss für Seele und Sinne. Das verspricht die Therme Bad Wörishofen ihren Besuchern. Davon kommen bis zu 4.000 Tag für Tag, um sich in der architektonisch beeindruckenden Therme in der Kneippstadt zu erholen. Um die Zufriedenheit der Gäste sicher zu stellen, ist nicht zuletzt auch der Dienstleister gefordert, um die hohen Ansprüche an Sauberkeit und Hygiene zu garantieren.

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    Ist nicht leicht zu reinigen, bietet aber eine hohe Tritt sicherheit: der weiße Padang rund ums Becken.
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    Im Kneippbecken muss gründlich abgesaugt werden, um Ablagerungen zwischen den Kieselsteinen zu verhindern.
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    Die weißen Fliesen in den Duschen erlauben keine Nachlässigkeit. Täglich wird allein die Herrendusche von bis zu 1.800 Personen genutzt.
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    Auch in den Umkleiden kommt täglich der Reinigungautomat zum Einsatz.
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    Schweißtreibende Handarbeit ist in den hygienesensiblen Saunen angesagt.
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    In der Felsen dusche muss immer gründlich nachgespült werden, um Vermoosungen der Schieferwände zu vermeiden.

Ein Tag wie in der Südsee

- Das Thermalbad in Bad Wörishofen, rund 40 Autominuten westlich von München gelegen, bietet Erholungsuchenden ein in Europa wohl einmaliges Ambiente. Eine riesige Glaskuppel, die komplett geöffnet werden kann, sorgt auch an trüben Tagen für Helligkeit und das richtige Urlaubsgefühl der Besucher, die unter bis zu 15 Meter hohen Palmen Südseeatmosphäre genießen können. Einmalig auch das Badevergnügen durch den Soleanteil des Wassers: Er lässt die Badegäste geradezu schweben, sogar Zeitunglesen während des Badens ist möglich.

Ein besonderes Objekt also, da wundert es nicht, dass auch an die Hygiene und Sauberkeit besondere Ansprüche gestellt werden. Dementsprechend wird die Hygiene von Roland Vogtmann, Geschäftsleiter Therme, streng kontrolliert. „Wir machen selbst unangekündigt regelmäßig Abklatschtests, dazu kommen Tests vom Gesundheitsamt. Und auch der Dienstleister überprüft immer wieder, ob die geforderten Standards hinsichtlich Hygiene und Sauberkeit eingehalten werden.“

Um dies sicherzustellen, geht man verschiedene Wege. So wird das zur Reinigung eingesetzte Wasser zum Teil osmotisch aufbereitet und grundsätzlich sogar entkalkt. „Allein aufgrund der Temperaturen, die hier herrschen, ist entkalktes Wasser nahezu unabdingbar. Der Boden ist zum Teil 34 °C warm. Herkömmliches Wasser würde beim Trocknen sofort weiße Flecken auf den Belägen hinterlassen“, schildert Roland Vogtmann die Schwierigkeiten. Um den anspruchsvollen Gästen absolute hygienische Sicherheit bieten zu können, werden nahezu alle Fläche täglich desinfiziert. „Ob Umkleiden, Duschen, Badebereich oder Sauna es darf einfach keinen Bereich geben, der dem Gast Anlass zur Unzufriedenheit oder zur Kritik liefern könnte. Und man darf bei der Desinfektion keinen Bereich auslassen, damit keine Keime verschleppt werden können“, macht Roland Vogtmann nochmals deutlich. Keine leichte Aufgabe für den Dienstleister Altintas. Auch, weil in einigen Bereichen der Therme die zu reinigenden Materialien nicht gerade unproblematisch sind. So ist etwa die gesamte Fläche um das Becken herum mit einem hellen chinesischen Padang ausgelegt. Der Boden saugt sehr stark, nimmt also auch den gelösten Schmutz über die Schmutzflotte auf. Hasan Simsek, Gebietsleiter des Dienstleisters Altintas: „Wir können die Sauberkeit zum Teil nur mit stark alkalischen Reinigern, deren Einsatz nicht unkritisch ist, sicherstellen. Im Wechsel setzen wir dann saure Reiniger ein, um etwaige Kalkbildungen zu verhindern.“ Wichtigste Aufgabe für seine Mitarbeiter: die Schmutzflotte auf dem Padang sofort und möglichst rückstandslos aufzunehmen, um ein Eindringen in den saugfähigen Belag zu verhindern. Erschwert wird die Reinigung durch die überall im Objekt verlegte Fußbodenheizung. Sie beschleunigt die Verdunstung der Reinigungsflotte und macht zügiges Arbeiten notwendig.

Könnte auf diesem problematischen Belag eine Imprägnierung die Reinigungsfähigkeit erleichtern? „Versuche haben wir schon gemacht. Aber auch hier kommt die Saugfähigkeit des Steines ins Spiel: er nimmt die Imprägnierung unterschiedlich auf, die Fläche wirkt dann fleckig. Wir haben viel experimentiert, beispielsweise auch schon Padang-Platten vor dem Verlegen in Imprägnierlösung getaucht. Quasi, um sie an der Unterseite und an der Oberseite dicht zu machen. Aber auch das hat sich leider nicht bewährt“, berichtet Roland Vogtmann von Versuchen, die Reinigungsproblematik dieses Belages zu verbessern. Warum aber hält man dann so sehr an diesem Belag fest? Nochmals der Geschäftsführer der Therme: „Der Padang besitzt eine enorme Rutschfestigkeit. Selbst bei hoher Wasserbelastung steht der Gast auf diesem Belag absolut sicher. Und das ist für uns ein ganz entscheidendes Argument. Die Sicherheit der Gäste hat absoluten Vorrang.“

Bevor die Mitarbeiter von Altintas mit der Reinigung gegen 22.30 Uhr beginnen können, müssen die Liegen rund ums Becken zur Seite geräumt werden. Die Reinigung des Padangs ums Becken herum erfolgt dann in mehreren Arbeitsschritten: Vornässen, Einschäumen mit Reinigungsmittel (Witty-Chemie), Hochdruckreinigen und zum Schluss mit dem Reinigungsautomaten (Columbus RA 66 BM 60) abfahren, um den Boden nochmals gründlich zu schrubben und die Schmutzflotte aufzunehmen. „Unsere Mitarbeiter müssen bei allem Zeitdruck, der hier wie in jedem anderen Objekt besteht, in zweifacher Hinsicht sorgfältig arbeiten: um ein gutes Reinigungsergebnis zu erzielen und vor allem auch, damit kein Reinigungsmittel ins Becken gelangt“, schildert Hasan Simsek nochmals die Aufgaben. Zeitlich eng wird es, wenn eventuell hartnäckige Verschmutzungen mit der Einscheibenmaschine gelöst werden müssen.

Direkt neben dem Thermalbadebecken liegt ein Kneippbecken das in einer Therme in der Kneippstadt Bad Wörishofen natürlich nicht fehlen darf. Der Boden des Beckens ist ausgelegt mit glatten und rauen Kieselsteinen für die Fußreflexzonenmassage. „In Hohlräumen zwischen diesen Steinen können sich Hautschuppen, Hautfett, Haare und Schmutz ideal einnisten. Daher müssen wir hier ganz besonders aufmerksam reinigen“, kommentiert Roland Vogtmann die hier gerade laufenden Arbeiten. Das Becken wird daher täglich entleert, gründlich ausgespritzt, ausgesaugt und desinfiziert. Unverzichtbares Untensil ist bei dieser Arbeit ein leistungsstarker Wassersauger (Columbus SW 53 S), der auch die letzten Reste der gelösten Ablagerungen aus den Hohlräumen holt.

Keine Nachlässigkeit erlaubt

Ein noch sensiblerer Aufgabenbereich sind die Duschen. Ausgelegt mit weißen Fliesen, sieht man hier jede noch so geringe Verschmutzung. „Nachlässigkeit kann sich hier niemand bei der Arbeit erlauben“, kommentiert Roland Vogtmann die Reinigungsarbeiten, die gerade in der Herrendusche ausgeführt werden. An Spitzentagen duschen hier etwa 1.800 Männer. Auch hier wird im Wechsel sauer und alkalisch gereinigt, eine kompakte Einscheibenmaschine (Columbus E400 S) mit Bürste holt zuverlässig den Schmutz des Tages vom Boden. Damit der für die Gäste erst gar nicht sichtbar wird, sind während des Tages permanent bis zu fünf Tageskräfte im Einsatz und beseitigen Spontanverschmutzungen. „Selbstverständlich wird auch in allen Duschen täglich die gesamte Fläche desinfiziert“, macht Roland Vogtmann nochmals den hohen hygienischen Anspruch der Therme deutlich.

Drei Mitarbeiter von Altintas sind in der Regel Nacht für Nacht acht Stunden im Einsatz, um die Therme für den nächsten Tag wieder auf Hochglanz zu bringen. „Die Männer sind dabei fürs Grobe zuständig, die Feinarbeit erledigen die Damen“, schmunzelt Simsek. Und die rücken gegen 7 Uhr am Morgen an und kümmern sich um die Sauberkeit und Hygiene in Sauna, Felsendusche und (tagsüber) dann in Duschen, Umkleiden und WC-Anlagen.

Feinarbeit, wie Hasan Simsek es nennt, ist unter anderem in den Saunen angesagt. In der Alhambra-Sauna reinigen gerade Mitarbeiterinnen der Altintas GmbH unter Anleitung von Hasan Simsek Bänke und Oberflächen. Auch hier hat Hygiene oberste Priorität: Gründliche Reinigung, auch unter den Bänken, und anschließendes Desinfizieren gehört hier zum täglichen Pflichtprogramm, ebenso wie die Kontrolle per Abklatschtest. Mikrofasertücher und spezielle Reinigungschemie (wie alle Reinigungs- und Desinfektionsmittel in der Therme von der Witty-Chemie) sind notwendig, um alle Flächen in den Saunen fachgerecht zu reinigen. Roland Vogtmann erklärt den Grund: „Für das unbehandelte und sehr weiche Abachy-Holz der Saunabänke benötigt man unbedingt ein spezielles Desinfektionsmittel, damit keine Verfärbungen entstehen.“

Die insgesamt empfindlichen Materialien in den Saunen erfordern ausschließlich manuelle Reinigung. Und das Zeitfenster zur Reinigung, auch das wieder eine Herausforderung für den Dienstleister, ist natürlich relativ eng. Zudem können die Saunen immer erst am Morgen, kurz vor Öffnung der Therme, gereinigt werden: Bis die Saunen abkühlen und die Mitarbeiter sie zur Reinigung betreten können, dauert es etwa sechs Stunden. Zudem würden zu warme Oberfläche, etwa Steinwände, bei der Reinigung schnell verkalken.

Letzte Station bei unserem Besuch in der Therme ist die Felsendusche. Auch hier gibt es Eigenheiten zu beachten, die man auf den ersten Blick nicht vermuten würde: Hochdruckreinigung ist nicht möglich, die Schieferwände würden auf Sicht geschädigt, zudem könnten scharfe Kanten entstehen, an denen sich Gäste verletzen könnten. Also kommen Mikrofasertücher beziehungsweise Pads und Bürsten zum Einsatz, der Stein muss zur Reinigung vorgenässt und eingeschäumt werden, der obligatorische Wechsel sauer/alkalisch ist hier ebenso Pflicht wie die regelmäßige Desinfektion.

Herausforderung der besonderen Art

Unterschiedlichste Oberflächen, die verschiedensten Beanspruchungen, dazu Wärme und Feuchtigkeit in einem Thermalbad besteht ein ideales Klima für Entwicklung von Keimen, die den Menschen belasten könnten.

Für Dienstleister und Betreiber also eine echte Herausforderung, gemeinsam die Bedingungen für einen reibungslosen und hygienisch einwandfreie Betrieb der Therme zu sorgen.

Mehmet Altintas, Geschäftsleitung Technik von Altintas Gebäudeservice, bringt es mit kurzen Worten auf den Punkt: „Thermalbadreinigung ist nicht vergleichbar mit Schulreinigung oder Baumarktreinigung. Das sind zwei Welten.“ Und so gilt es sich jeden Tag aufs Neue zu beweisen, denn Roland Vogtmann ist zwar ein fairer, aber auch strenger Auftraggeber. „Die Aufgabe ist klar. Für die Umsetzung ist der Objektleiter vor Ort verantwortlich. Er muss die Männer und Frauen, die hier Tag für Tag und Nacht für Nacht ihren Job machen, motivieren und dafür sorgen, dass alles reibungslos läuft. Wenn alles funktioniert entsteht im Laufe der Zeit auch ein Vertrauensverhältnis, das beiden Seiten eine gewisse Sicherheit gibt.“

Fairer Umgang

In der Therme Bad Wörishofen scheint dieser Punkt erreicht, man geht offen miteinander um und erfüllt so die hohen Anforderungen an Sauberkeit und Hygiene. Die Rolle der Partner aus der Industrie, ob als Lieferant von Reinigungs- und Pflegemittel oder von Reinigungsmaschinen, ist dabei nicht zu vergessen, betont Mehmet Altintas ergänzend: „Für uns sind Zulieferer wichtig, die neben guten Produkten auch einen schnellen und zuverlässigen Service bieten. Mit Witty-Chemie und Columbus Reinigungsmaschinen haben wir diese Partner gefunden. Das erleichtert unsere Aufgabe in solch sensiblen Objekten um einiges.“

Wie in allen Objekten mit hoher Besucherfrequenz kann sich der Dienstleister auch in der Therme Bad Wörishofen keine Pannen erlauben. Um im Vorfeld alle Probleme bei einem eventuellen Maschinenausfall ausschließen zu können, setzt man bei Altintas möglichst auf Maschinen eines Herstellers und einer Maschinenreihe. „Damit ist sichergestellt, dass wir die Maschinen genau kennen und im Notfall kleinere Wartungen und Reparaturen selbst ausführen können. Für diesen Fall der Fälle haben wir zum Beispiel in diesem Objekt auch die wichtigsten Ersatzteile vorrätig.“

Peter Hartmann | peter.hartmann@holzmannverlag.de