60 Jahre Taski Ein Blick zurück und Aufbruch in die Zukunft

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    1  Jerome Peribere, CEO Sealed Air, gab einen detaillierten Überblick über die Muttergesellschaft von Diversey Care. Bilder: rationell reinigen
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    2  Dr. Ilham Kadri, President Diversey Care, stellte einige Produktneuheiten von Diversey Care vor und verkündete die Übernahme von Intellibot Robotics.
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    3  Intellibot Robotics stellt Bodenreinigungsroboter her, die es in drei Größen für verschie­dene Anwendungsbereiche gibt.

Einen doppelten Anlass gab es für die internationale Pressekonferenz von Sealed Air und der Tochtergesellschaft Diversey Care Mitte April am Zürcher Flughafen: Zum einen feiert die Marke Taski dieses Jahr ihren 60. Geburtstag, zum anderen gab  es einige Neuheiten zu verkünden. So hat Sealed Air den US-amerikanischen Hersteller von Bodenreinigungsrobotern, Intellibot Robotics, übernommen und Diversy Care präsentierte einige Produktneuheiten, die dieses Jahr auf den Markt kommen.

Wurzeln gehen bis ins 19. Jahrhundert zurück

Diversey Care feiert dieses Jahr zwar den 60. Geburtstag seiner Marke Taski, die Wurzeln des Unternehmens gehen jedoch noch viel weiter zurück, bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts. 1858 gründete Adolf Sutter, geboren in Karlsruhe, mit seinem Schwager Leonhard Krauss die Essigfabrik Sutter-Krauss & Co im schweizerischen Münchwilen. Zur Betriebsauslastung über die Winterzeit produzierte man ab 1860 auch Schuhcreme. Schon bald erkannte man die sehr guten Reinigungseigenschaften von Essig und die Geschichte nahm ihren Lauf.

1955 wurde die Marke Taski ins Leben gerufen, 1973 übernimmt Lever Industrial Taski. 1996 wird die Diversey Corporation vom Unilever-Konzern übernommen und fungiert von da an unter dem Namen DiverseyLever. Das Geschäftsfeld für den kommerziellen Bereich von S.C. Johnson wird 1997 eigenständig und wirkt unter dem Namen Johnson Wax Professional. 2002 akquiriert Johnson Wax Professional DiverseyLever und beide Unternehmen werden zu JohnsonDiversey. Im März 2010 wird der Name des Unternehmens auf Diversey vereinfacht.

Seit 2011 ist Diversey ein Teil von Sealed Air, einem weltweit operierenden Unternehmen in den Bereichen Lebensmittelsicherheit und -schutz, Arbeitshygiene und Produktschutz. Sealed Air hat rund 26.300 Mitarbeiter, die für Kunden in 175 Ländern tätig sind. Heute bietet Diversey Care Produkte, Systemlösungen und Dienstleistungen für die Märkte Gebäudereinigung, Hotellerie und Gastronomie, Einzelhandel, Gesundheitswesen sowie Getränke- und Lebensmittelindustrie. 2014 entfielen auf Diversey Care rund 22 Prozent des Gesamtumsatzes von Sealed Air.

Intellibot Robotics wird Teil von Diversey Care

Auf der Pressekonfeerenz gab Dr. Ilham Kadri, President Diversey Care, die Übernahme von Intellibot Robotics, US-amerikanischer Hersteller von Bodenreinigungsrobotern mit Sitz in Portland, Oregon, und Fertigungsanlagen in Richmond, Virginia, durch Sealed Air bekannt. Das sich bisher in Privatbesitz befindliche Unternehmen wird in Diversey Care integriert. Zu den finanziellen Konditionen der Übernahme wollten sich die Verantwortlichen nicht äußern. Zur Übernahme sagte Kadri: „Dies ist ein weiteres Beispiel dafür, wie Sealed Air die Industrie entwickelt und Diversey Care als erster Hygiene- und Reinigungssystemanbieter im Bereich der Industrieroboter sich etabliert. Unsere Branchenkenntnisse, globale Reichweite, Design- und Fertigungskapazitäten in Kombination mit Intellibots bahnbrechender Technologie für künstliche Intelligenz werden zur Entwicklung des Markts für Bodenreinigungsroboter beitragen – damit werden die Effizienz und der Mehrwert für unsere Branche ultimativ beschleunigt.“

„Internet of Clean“

Mit Einführung des ebenfalls vorgestellten Programms „Internet of Clean“ will Diversey Care eine vernetzte Zukunft für die Gebäudereinigung realisieren. Die Begrifflichkeit ist abgeleitet vom aktuellen Trend in der Internettechnologie, der sich mit der Vernetzung von Maschinen und Geräten, auch als das „Internet of Things (IoT)“ bekannt, befasst. In Anwendung dieses Konzepts auf die Bedürfnisse der Reinigungsindustrie hat Diversey Care das „Internet of Clean“ entwickelt, eine Plattform, welche Maschinen, Spendersysteme, Sensoren, Beacons und andere intelligente Geräte miteinander verbindet, um letztendlich einen umfassenden Einblick in Ausrüstung, Verbrauch und damit die Geschäftstätigkeit zu gewinnen.

Dazu gehören eine Verbesserung von Sicherheit und Betriebsleistungen, gesteigerte Produktivität, Fernüberwachung, Transparenz der Vermögenswerte, Prioritätensetzung bei den Aufgaben, genauere Dosierung, verringerter Einsatz von Wasser und/oder Reinigungsprodukten und bewusstere Einhaltung der Handhygienevorgaben.

Die Benutzeroberfläche am „Back-End“ des „Internet of Clean“ ist ein anpassbares und intuitiv zu bedienendes Dashboard. Wenn in diesem Dashboard die sich aus den angeschlossenen Geräten ergebenden Daten und Trends überprüft werden, dann soll das zu Erkenntnissen führen, aus denen optimierte Arbeitsweisen zum Vorteil von sowohl Gebäudedienstleistern auf der einen Seite als auch von Gebäudeeigentümern/-betreibern auf der anderen Seite entstehen sollen.

Ilham Kadri führte aus: „Tatsache ist, dass das ,Internet of Clean‘ uns ermöglicht, die Reinigungs- und Hygienebranche zuerst ganz neu zu überdenken und dann völlig neue Wege zu gehen, indem wir nicht länger nur reagieren, sondern proaktiv werden und sogar in die Zukunft schauen. Dies bedeutet nichts weniger als eine E-Revolution, aus der sich praktisch unbegrenzte Möglichkeiten und Verbindungen ergeben. Die aus den Daten der angeschlossenen Geräte gewonnenen Erkenntnisse sind für unsere Kunden von echtem und unmittelbar messbarem Wert. Dieser ermöglicht es ihnen, insgesamt die Qualitätsstandards zu erhöhen und die Gesamtkosten der Reinigungs- und Hygieneprogramme zu senken.“

Zu den Lösungen von Diversey Care, die im „Internet of Clean“ von Anfang an dabei sein werden, zählen Intellitrail, SmartView, TempTrip und die Bürsten- und Saugroboter Intellibot. Andere Lösungen wie erweiterte Realität, Fernüberwachung und ein Berichtswesen sollen während der Entwicklung des „Internet of Clean“ bereitgestellt werden.

XS-Maschine für mehr Produktivität

Brandneu und auf der Pressekonferenz vorgestellt ist die neue Scheuersaugmaschine Taski swingo 2100μicro (mikro), ein ­ultrakompaktes Aufsitzmodell, das die Produktivität einer Aufsitzmaschine dort bereitstellen soll, wo traditionell Nachlaufmodelle zum Einsatz kommen. Mit ihrer Arbeitsbreite von 55 cm, einer Gesamtlänge von 138 cm und einem Wendekreis von weniger als 180 cm kann die Maschine zwischen Hindernissen arbeiten, normale Türen passieren und in Standardaufzügen transportiert werden.

Zu den Innovationen der neuen Maschine zählt eine Versatzfunktion, um randnah reinigen zu können. Dadurch könne in einem einzigen Durchgang bis zur Bodenkannte gereinigt werden. Ein zweiter Reinigungsschritt, die manuelle Nachreinigung der Randbereiche, könne daher entfallen. Weiteres Highlight ist der Einsatz energieeffizienter LED-Leuchten, die die Batterien des Geräts kaum belasten sollen, und Anwendungen in Räumlichkeiten mit schwacher Umgebungsbeleuchtung erleichtern und generell für  bessere Sicht und mehr Sicherheit beim Arbeitseinsatz sorgen sollen. Ergonomie und Sicherheit spielten bei der Entwicklung der Maschine eine wichtige Rolle. So soll eine sogenannte „aktive Sitzposition“ die ideale Haltung des Fahrers unterstützen und Ermüdung reduzieren. Die Maschinengeschwindigkeit wird zudem beim Lenken automatisch kontrolliert, um maximale Fahrsicherheit zu gewährleisten. Das Design bietet für den Fahrer Schutz über die gesamte Breite der Maschine, wodurch das Verletzungsrisiko minimiert werden soll.

Die Maschine kann darüber hinaus einfach auf die individuellen Bedürfnisse angepasst werden und so intelligente Gesamtreinigungslösungen ermöglichen. Neben den zahlreichen gerätespezifischen Optionen kann jedes Zubehörteil aus dem umfangreichen Trolley-Angebot von Taski an die Maschine angebracht werden. Das Bedienpersonal kann somit die Maschinen so konfigurieren, dass sie bei Routine- oder maßgeschneiderten Anwendungen autonom arbeiten.

Der große Tank, der effiziente Scheuermechanismus und fortschrittliche Reinigungsmittelkontrolle und Energieverwaltung sollen gemeinsam sicherstellen, dass die Maschine Flächen von bis zu 5.000 m² abdecken und zwischen Auftanken und Aufladen länger arbeiten kann. „Diese innovative Scheuersaugmaschine markiert einen Wendepunkt in unserer Strategie, Maschinen zu entwickeln, die so produktiv sind, dass sie die Gesamtbetriebskosten deutlich reduzieren“, kommentierte Dr. Ilham Kadri die Neuentwicklung.

Ihren Abschluss fand die Veranstaltung mit einem Rückblick auf die Historie der Taski-Maschinen seit 1955 und einem Einblick in die moderne Fertigungsstätte in Münchwilen.

Markus J. Targiel | markus.targiel@holzmann-medien.de