Die Anforderungen an Qualität und Effizienz in der Logistik steigen. Um diesem Druck standzuhalten, setzen Logistikunternehmen auf automatisierte Prozesse, deren reibungsloser Ablauf auf standardisierten Parametern basiert, auch auf einer kontinuierlich sauberen Arbeitsumgebung. Durchgängige Reinigungskonzepte und effiziente Technik stellen die Funktion sensibler Bestandteile wie Sensoren sicher, verbessern die Arbeitssicherheit und erhalten den Wert der Anlagen.

Automatisierte Prozesse prägen die Logistikbranche zunehmend. Wenig verwunderlich, denn angesichts steigender Personalkosten und des wachsenden Fachkräftemangels setzen Unternehmen auf Technologien, die die Effizienz steigern und Abläufe optimieren sollen. Doch diese Systeme sind anspruchsvoll: Optische Sensoren und andere empfindliche Komponenten funktionieren nur in einer sauberen Umgebung.
Parallel dazu wachsen die Erwartungen von Geschäftskunden und Endverbrauchern. Sie fordern nicht nur schnelle Lieferungen, sondern auch makellose Produkte, unabhängig davon, ob es sich um kleinste oder großvolumige Waren handelt. Handelt es sich beim Empfänger um ein Unternehmen, fehlen meist die Kapazitäten, transportbedingte Verschmutzungen bei der Anlieferung zu beseitigen, bevor es in den weiteren Versand geht.
Warum trocken- und nassreinigen wichtig sind
Die standardisierten Eigenschaften der Bodenflächen in Lagern, besonders auf den Transportwegen, sind Voraussetzung für den reibungslosen Betrieb von Transportmitteln. Nur wenn die Flächen sauber sind, lassen sich Flurförderfahrzeuge zuverlässig manövrieren und automatisierte Transportsysteme sicher einsetzen. Regelmäßige Trocken- und Nassreinigung erhöhen somit die Prozesssicherheit und tragen gleichzeitig dazu bei, die Schmutzverbreitung einzudämmen und Unfallgefahren beispielsweise durch Leckagen zu vermeiden.
Um das gewünschte Ergebnis zu erreichen, sollten trockenes und nasses Reinigen kombiniert werden. Kehrmaschinen entfernen bei regelmäßiger Nutzung groben und losen Schmutz, die Entfernung haftender Verschmutzungen übernehmen Scheuersaugmaschinen. Im Verhältnis ist es meist wirtschaftlich, drei- bis viermal zu kehren und anschließend einmal nass zu reinigen. Die Auswahl der Maschinen sollte an die Größe und Anforderungen der Fläche angepasst werden.
Für die Unterhaltsreinigung eignen sich Scheuersaugmaschinen mit Scheibenschrubbkopf, die auf ebenen Oberflächen gute Ergebnisse erzielen. Allerdings sind sie nur dann effizient, wenn keine lose aufliegenden Verschmutzungen vorhanden sind; ansonsten ist ein Vorkehren notwendig. Scheuersaugmaschinen mit Walzenschrubbkopf bieten hingegen den Vorteil, kleinere Mengen an Grobschmutz wie Holzspäne oder Papierschnipsel direkt in die Kehrlade aufzunehmen. Für unebene Böden oder die Grundreinigung sind Walzenschrubbköpfe dank höherem Anpressdruck ebenfalls die bessere Wahl.
Schmutzeintrag verhindern durch Palettenabsaugung
Ein oft unerkanntes Einfallstor für Schmutz sind die Paletten, die für den Warentransport verwendet werden. Sie bringen Staub, Holzspäne und Kunststoffabrieb in die Lagerhallen ein. Das erhöht nicht nur den Reinigungsaufwand bei der Bodenreinigung, sondern kann auch die empfindlichen Sensoren in automatisierten Lagersystemen beeinträchtigen. Eine effiziente Lösung sind automatische Palettenabsauganlagen, die Verschmutzungen bereits beim Wareneingang entfernen und technische Störungen verhindern.
Das Prinzip ist schnell erklärt: Die Paletten gelangen am Wareneingang über Förderbänder ins Lager. Zwischen zwei Förderbandabschnitten kann eine Palettenabsaugung eingerichtet werden. Eine breite Bürste entfernt groben Schmutz wie Holzspäne, während eine rotierende Bürste feinere Partikel abnimmt und absaugt. Der abgesaugte Schmutz wird über Verrohrungen in eine stationäre Absauganlage transportiert, die mit Turbinen und Sammelbehälter ausgestattet ist. Sensoren starten den Absaugvorgang automatisch, sobald eine Palette auf das Förderband gelangt.
Mehr Schmutz, weniger Zeit: Robotik für die Kontraktlogistik
Die Anforderungen in der Kontraktlogistik stellen Unternehmen vor besondere Herausforderungen, da dort Waren nicht nur aufbewahrt werden. Sie werden kommissioniert, umgepackt und in teils kleinteiligen Lieferungen an verschiedene Empfänger verschickt. Zusätzlich müssen Geräte, Kleinteile und Ersatzteile für unterschiedliche Kunden organisiert sowie Just-in-time-Lieferungen in die Produktion oder direkt an die Kunden der Auftraggeber koordiniert werden. Diese vielfältigen Aufgaben führen zu einem höheren Schmutzaufkommen, längeren Arbeitszeiten und zusätzlichem Druck bei steigendem Fachkräftemangel.
Moderne Reinigungsgeräte können dabei unterstützen, große Lagerhallen effizient sauberzuhalten. Besonders die Verwendung von Robotik lohnt, da vorhandenes Personal entlastet und für andere Aufgaben freigehalten wird. Am Markt sind Modelle verfügbar, die mithilfe autonomer Navigation und intelligenter Sensorik große Flächen selbstständig und zuverlässig reinigen können. Diese Geräte erkennen Hindernisse und navigieren sicher durch enge Gänge. Reinigungsabläufe können an die Gegebenheiten des Lagers flexibel angepasst werden. Auch können Reinigungsaufgaben in Zeiten mit geringer Aktivität im Lager wie in den Abendstunden oder am Wochenende erledigt werden, ohne den Betriebsablauf zu stören.
Oberflächen reinigen und Leckagen beseitigen
Die regelmäßige Reinigung von Oberflächen ist in Industrielagern zentral, wenn empfindliche Systeme wie optische Sensoren im Einsatz sind. Diese müssen in regelmäßigen Abständen und bei Bedarf manuell gereinigt werden, um eine einwandfreie Funktionalität sicherzustellen. Ein modularer Reinigungstrolley, ausgestattet mit dem nötigen Equipment, erleichtert diese Aufgabe. Eine effiziente Methode ist die Verwendung von Mikrofasertüchern, die mit einer definierten Menge Reinigungsmittel getränkt sind oder direkt vor Ort aus einer Sprühflasche befeuchtet werden. So lässt sich Schmutz gezielt und effizient entfernen.
Unvorhergesehene Verschmutzungen wie ausgelaufene Flüssigkeiten oder Granulate erfordern eine rasche Reaktion, um Unfälle und Schäden zu verhindern. Gleichzeitig sinkt der Aufwand bei einer Zwischen- oder Grundreinigung, da Flecken nicht eintrocknen und sich leicht entfernen lassen. Dabei können je nach Anforderung kompakte Nass- und Trockensauger oder Scheuersaugmaschinen verwendet werden.
Kampf dem Reifenabrieb im Bodenbelag
Um Spuren von Reifenabrieb im Bodenbelag zu entfernen, ist es ratsam, ein geeignetes Reinigungsmittel gezielt auf die betroffenen Stellen aufzutragen und die empfohlene Einwirkzeit zu beachten. Nach der Einwirkzeit ist die Fläche gründlich mit einem Mikrofasertuch abzuwischen. Auch wenn farblich angepasste Reifen oder solche mit geringerem Abrieb im Einsatz sind, bleibt eine regelmäßige Reinigung unerlässlich, um die Beschaffenheit und den Wert des Bodens auf lange Sicht zu erhalten.
Alexandra Lachner, freie Autorin, Wolfgang Bea, Kärcher | markus.targiel@holzmann-medien.de