Das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) gehört mit etwa 150.000 m² Innenraum-Bodenfläche zu den größten Krankenhäusern Hamburgs. Bei diesen Dimensionen ist die Erhaltung der hohen Reinigungs- und Hygienestandards eine wahrhaft umfassende Aufgabe.
Drei Faktoren für klinische Sauberkeit
-Das UKE umfasst mehr als 80 interdisziplinär zusammenarbeitende Kliniken, Polikliniken und Institute. Circa 52.000 Patienten werden jährlich in fast 1.500 Betten stationär behandelt. Hinzu kommen fast 200.000 ambulante Behandlungen sowie 50.000 Notfälle.
Eine Klinikreinigung ist immer eine heikle Aufgabe. Das gilt besonders für ein Krankenhaus mit solch enormen Ausmaßen. Für diese gewaltige Aufgabe ist die im Februar 2004 gegründete Servicetochtergesellschaft Klinik Service Eppendorf GmbH (KSE) zuständig, die ausschließlich die Gebäudeflächen des UKE reinigt. Zudem soll die Gesellschaft im Bereich der Reinigung dauerhafte Einsparungen für das UKE generieren. Hierzu finden umfangreiche Beratungsgespräche mit den einzelnen Abteilungen des UKE und deren Tochtergesellschaften statt.
Der Minderheitsgesellschafter der KSE GmbH, die Firma Bogdol (Hamburg), hat den Auftrag, im Rahmen eines Managementvertrages den Know-how-Transfer sicherzustellen und durch bereitgestelltes Personal die Überprüfung der vertragskonformen Aufgabenerfüllung zu gewährleisten. Fast 500 Fachkräfte reinigen jeden Tag circa 150.000 m² Fußboden. Das entspricht einer gereinigten Fläche von 4,5 Millionen Quadratmeter im Monat.
Um diese Aufgabe zu bewältigen, ist es für Frank Müller, Betriebsleiter und Prokurist der KSE, unerlässlich, dass ein ausgewogenes Zusammenspiel zwischen Mensch, Maschinen und Chemie stattfindet. Dabei versucht er möglichst viele Maschinen einzusetzen, weil zum einen diese enorme Flächenleistung sonst nicht erbracht werden kann und zum anderen die Reinigungsqualität der Automaten einfach besser ist. Er sieht die Vorteile der Automaten darin, dass sie zuverlässiger (stets gleichbleibend) und intensiver reinigen, als es ein Mensch kann.
Bei der Zuverlässigkeit verweist Frank Müller auf das Dosiersystem, welches Nilfisk-Advance in seine Scheuersaugmaschinen bei Bedarf einbaut: Das EDS (ECO-Dosier-System) wurde entwickelt, um Fehldosierungen zu vermeiden. Kernstück dieser Technologie ist ein Dosierbehälter, an dem die exakte Abgabemenge der Reinigungschemie auf bis zu neun unterschiedliche Konzentrationsstufen eingestellt werden kann. Eine unbeabsichtigte Veränderung ist nicht möglich und die korrekte Dosierung bleibt erhalten, bis sich die Gegebenheiten ändern und eine andere Einstellung gewählt wird.
Das Dosiersystem kennzeichnet sich dadurch, dass die Reinigungschemie – jedes marktübliche Hochkonzentrat kann eingesetzt werden – und das Frischwasser erst an der Bürste zusammengeführt werden. Der Frischwassertank bleibt chemiefrei (keine Ausflockungen oder Ablagerungen) und entspricht den hygienischen Vorgaben, ohne dass der Tank ständig gereinigt werden muss. Das Dosiersystem kann bei Bedarf auch deaktiviert werden, wenn mit einer fertigen Dosierung gearbeitet werden soll. Das ist zum Beispiel bei einer desinfizierenden Reinigung der Fall.
Bei der täglichen Reinigung bevorzugt man im UKE eine Kombination von Fußbodenpflege und Fußbodenreinigung. Auf Empfehlung von Rudolf Dreisbach, Niederlassungsleiter der Firma Kiehl, setzt der Dienstleister die Wischpflege Procur ein. Sie reinigt intensiv und hinterlässt gut polierbare Pflegesubstanzen. Und was im Krankenhausbereich ebenfalls wichtig ist: Sie verhält sich bei vorgeschriebener Dosierung rutschhemmend (Gleitreibungswert gemäß DIN 18032-2 zwischen 0,4 und 0,6 µ) und bietet nach Aussage des Herstellers eine hohe Gehsicherheit.
Stärkere Verschmutzungen, die zum Beispiel bei schlechtem Wetter in Form von Matscheintrag auftreten, werden bei Bedarf mit dem Aktivreiniger Torvan beseitigt. Dieser wirkt durch seine spezielle Wirkstoffkombination schnell und lässt sich als Intensivreiniger einsetzen.
Dienstleister setzt auf handgeführte Maschinen
Beim Maschineneinsatz spielen handgeführte Scheuersaugmaschinen die wichtigste Rolle. Das EDS-Dosiersystem war einer, der Gründe, warum Michael Fielitz, Fachberater beim Lieferanten, den Einsatz des Nachläufers BA 551D empfohlen hat. In 53 cm breiten Bahnen reinigt und pflegt er mit seiner Tellerbürste den Boden und hinterlässt einen optisch und hygienisch einwandfreien Boden, der zudem auch trittsicher ist.
Ein weiteres Argument, welches für diesen Automaten sprach, war der niedrige Geräuschpegel. So kann während des laufenden Betriebes jederzeit gearbeitet werden. Mehrkosten für Nacht- und Wochenendzuschläge fallen nicht an und die Personalkosten bleiben im Rahmen.
Bei Bedarf werden die Böden auch poliert. Zum Einsatz kommt hier eine High-Speed-Einscheibenmaschine mit 1.500 U/min. Die UHS 5115 arbeitet ebenfalls leise und hat zudem eine passive Absaugung. Diese soll verhindern, dass sich der feine Polierstaub im Raum verteilt und schlimmstenfalls bei den Patienten unbeabsichtigte Reaktionen auslöst.
Und wenn der Pflegefilm an stark beanspruchten Stellen abgenutzt ist, kommt eine Einscheibenmaschine (BRM 545) zum Einsatz, die sich besonders für die trockene Pflegefilmsanierung eignet. Mit einem hohen Drehmoment (42 Nm) wird dabei die beschädigte Schicht angeschliffen, ein neuer Pflegefilm aufgetragen und dann auspoliert. Dabei soll die Kostenersparnis gegenüber der Grundreinigung bis zu 60 Prozent betragen. Die Eignung der Einscheibenmaschine für die Pflegef7ilmsanierung wird durch neutrale Fachinstitute, wie dem FIGR Forschungs- und Prüfinstitut für Gebäudetechnik oder dem Hygieneinstitut des Klinikums in Wiesbaden, belegt.
Wann und wo der Pflegefilm saniert oder lediglich poliert wird, entscheiden die Vorarbeiter bereichsbezogen. Sie müssen hier viel Selbstverantwortung übernehmen. Das funktioniert, weil für den Dienstleister neben Maschinen und Chemie der Mensch als dritter Faktor eine gleichberechtigte Rolle spielt. Bei der KSE findet ebenso wie bei Bogdol eine kontinuierliche Weiterbildung statt. Man informiert die Mitarbeiter über Neuheiten am Markt oder über kostensenkende Arbeitsmethoden wie die trockene Pflegefilmsanierung. Auch der Erwerb eines Maschinenführerscheins oder das Grundlagenwissen über die Reinigungschemie gehören dazu. Dabei wird gerne auf das spezielle Wissen von externen Fachleuten zurückgegriffen.
So ist das Reinigungspersonal gut ausgebildet und kompetent, denn für Frank Müller ist es unverzichtbar, engagierte Mitarbeiter um sich zu haben, die auch wissen, was sie tun. Nur mit ihnen kann er es schaffen, in einem gewaltigen Klinikum alle Ansprüche an Sauberkeit und Hygiene zuverlässig zu erfüllen.
Dieter Schulz | Nilfisk-Advance |
markus.targiel@holzmannverlag.de