Dr. Sasse Gruppe verbessert Jahresumsatz leicht 

Die Dr. Sasse Gruppe, München, hat 2021 ihren Vorjahresumsatz leicht steigern können: Der konsolidierte Umsatz lag bei rund 250 Millionen Euro, der Gruppenumsatz bei 280 Millionen Euro.

Der Vorstand der Dr. Sasse Gruppe stand bei der Bilanzpressekonferenz in München Rede und Antwort: Katja Böhmer, Clara Sasse, Dr. Eberhard Sasse (ehemaliger Vorstand und seit Jahresanfang Aufsichtsrat), Dr. Laura Sasse und Dr. Christine Sasse (v.li.).
Der Vorstand der Dr. Sasse Gruppe stand bei der Bilanzpressekonferenz in München Rede und Antwort: Katja Böhmer, Clara Sasse, Dr. Eberhard Sasse (ehemaliger Vorstand und seit Jahresanfang Aufsichtsrat), Dr. Laura Sasse und Dr. Christine Sasse (v.li.). - © rationell reinigen

Das Münchener Familienunternehmen verzeichnete dabei zum Teil deutliche Verschiebungen der Aufträge. Beispiele dafür sind umfassende Hygienekonzepte, die direkt auf die Bedürfnisse der Kunden angepasst wurden, sowie erweiterte Dienstleistungen im Bereich der Klimatechnik. „Wir versetzen uns in das strategische Gefüge unserer Kunden, um Lösungen gemeinsam mit ihnen zu entwickeln“, sagte Clara Sasse, im Vorstand verantwortlich für Sales & Marketing. „Je länger eine Partnerschaft besteht, umso größer sind die Chancen einer gemeinsamen Evolution.“

Neue Aufträge

Die Dr. Sasse Gruppe baute 2021 zudem den Bereich Aviation aus. Ausgehend von einer langjährigen Zusammenarbeit mit dem Kunden Fraport entwickelte sich eine Erweiterung des Dienstleistungsportfolios. Das gemeinsame Unternehmen Frasec Luftsicherheits GmbH wird an drei Flughäfen als Sicherheitsdienstleister für Passagierkontrollen agieren. Des Weiteren wurde auch eine Erweiterung der beauftragten Leistungen im Bereich Transport im Vereinigten Königreich kommuniziert. So gehören jetzt auch die technischen Services für eine große Londoner Busflotte zum Sasse-Portfolio.

Human Ressources

Angesichts der mitunter angespannten Finanzlage bei vielen Kunden ist nach Überzeugung des Sasse-Vorstands ein Ausgleich rückgängiger Aufträge nur durch die Erweiterung der Dienstleistungen und durch innovative Angebote möglich. Dienstleistungen auf diesem Niveau könne man aber nur erbringen, „wenn wir unsere Mitarbeitenden gut qualifizieren, regelmäßig weiterbilden und sie in ihrer Leistungsbereitschaft bestärken. Das wird in Zukunft noch weiter an Bedeutung gewinnen“, betonte Dr. Christine Sasse, im Vorstand zuständig für Human Resources & Organisation. Gegenwärtig beschäftigt das Unternehmen knapp 7000 Menschen, davon rund 5000 in Deutschland. In einer eigenen Akademie stehen ihnen Programme zur Aus- und Weiterbildung sowie zur fachlichen Qualifikation oder zum Erwerb von Spezialkenntnissen zur Verfügung. Ausgeweitet werden die Angebote, digitale Kompetenz zu erwerben, um Services im Facility Management prozessgesteuert zu erbringen.

Neue Arbeitswelt

Ausgehend von den veränderten Marktbedingungen hat die Dr. Sasse Gruppe in den vergangenen zwei Jahren vielfach neue Arbeitsformen für die eigenen Beschäftigten verwirklicht. „Dafür haben wir die digitale Kommunikation verstärkt – von den Teammeetings bis zu den Geschäftsleitungssitzungen, vom Onboarding neuer Mitarbeiter bis zum E-Learning“, berichtet Dr. Laura Sasse, Vorständin Finance & Digital. Als ganzheitlicher Dienstleister für integrierte FM-Services sieht die Dr. Sasse Gruppe in „New Work“ und dem damit einhergehenden Wandel daher mehr Chancen als Risiken.

Wissenstransfer

Digitalisierung findet zwar offensichtlich dort statt, wo zum Beispiel Reinigungsroboter zum Einsatz kommen oder wo unsere Teams via App auf dem Tablet kommunizieren“, ergänzte Katja Böhmer, Vorständin Operations & Engineering. „Der größere Nutzen für uns und unsere Kunden entsteht aber dort, wo wir die Daten auswerten, die wir aus dem laufenden Betrieb erhalten, um damit Verfahren anzupassen, Abläufe zu optimieren und Services neu zu denken.“ Bei der vorausschauenden Wartung (predictive maintenance) verfügt die Dr. Sasse Gruppe schon über einige Jahre Erfahrung, wie sich Schäden, Reparaturen und damit teure Stillstände in diversen Objekten vermeiden lassen. Ähnlich verhält es sich mit dem Informations-Dashboard für Auftraggeber, über das sich geleistete Arbeiten und erledigte Aufträge darstellen und prüfen lassen – ein Service, der angesichts immer komplexerer Aufgabenstellungen und wachsender Flexibilität im Einsatz immer mehr an Bedeutung gewinne. Die Unternehmensgruppe stellt sich darauf ein, dass aus diesem Umfeld entstehende Dienstleistungen künftig einen nennenswerten Anteil am Nutzwert von FM haben werden.

Corporate Social Responsibility

Ende April 2022 fanden sich die Sasse-Führungskräfte in der eigenen Akademie in Schottland zu einem ihrer regelmäßigen Treffen zusammen. Neben Business­plänen, Innovationen und Wissenstransfer stand auch Nachhaltigkeit auf der Tagesordnung: Die 16 Teilnehmenden pflanzten insgesamt 1.000 junge Bäume auf dem Gelände an – ein Beitrag zum Nachhaltigkeitskonzept des Unternehmens, das mit dem Sasse-Wald pro Jahr 45.000 t CO2 neutralisiert und damit seinen ökologischen Fußabdruck verkleinert. Der Sasse-Forst ist ein sogenannter Plenter-Wald. Das bedeutet: Anders als in der Holzwirtschaft sonst üblich, werden nicht ganze Flächen eingeschlagen und anschließend neu bepflanzt. Vielmehr wird einzeln entschieden, welche Bäume schon reif zum Schlagen sind und welche noch nicht. Das macht den Wald zu einer stabilen, organischen Einheit. Das bedeutet aber auch: Ein solches Biotop braucht regelmäßige und sorgfältige Betreuung. Weshalb die freiwilligen Forst­arbeiter auch 100 Bäumen die nötige Pflege zukommen ließen.

Auch der Gedanke der Corporate Social Responsibility (CSR) erhielt bei dieser Gelegenheit neue Impulse: „Wie bei den Bäumen ist es auch im Team von Kolleginnen und Kollegen: Immer wieder kommen neue hinzu, denen wir dabei helfen in der Dr. Sasse Gruppe Boden zu fassen“, meint Dr. Christine Sasse. „Gleichzeitig haben wir aber auch die Aufgabe, die Mitarbeitenden, die schon tief bei uns und in ihrer Arbeit verwurzelt sind, aufmerksam zu begleiten, zu fördern und ihnen den Freiraum zu geben, dass sie weiterwachsen können.“

Das Familienunternehmen folge aus seinem Selbstverständnis heraus Prinzipien, die heute unter dem Stichwort ESG (Environmental Social Governance) starken Widerhall in der Öffentlichkeit finden. „Wir denken und handeln seit über 45 Jahren wie der ehrbare Kaufmann: Wenn es unserer Umwelt gut geht, geht es auch unserem Unternehmen gut“, betonte Dr. Laura Sasse. Einen umfassenden CSR-Report wird die Dr. Sasse Gruppe zur Jahresmitte veröffentlichen. /mjt