Dirk Müller Gebäudedienste stellt Insolvenzantrag

Die Firma Dirk Müller Gebäudedienste (Bonn) hat Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt.

Geschäftsführer von Dirk Müller Gebäudedienste: Dirk Müller. - © Dirk Müller Gebäudedienste

Sehr schnell und stark gewachsen, ohne dass die interne Verwaltung dementsprechend ausgebaut werden konnte – das ist offenbar die Ursache dafür, dass das Unternehmen den Antrag auf die Eröffnung des Insolvenzverfahrens stellen musste. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter hat das Amtsgericht Bonn Dr. Jens M. Schmidt aus Köln bestellt.

Das Unternehmen, das zuletzt etwa 3.000 Mitarbeitende hatte, soll in den kommenden Wochen "restrukturiert und wirtschaftlich neu aufgestellt" werden. Man sei zuversichtlich, dies zu schaffen, zumal die "motivierten Objektleiterinnen und Objektleiter alles tun werden, um das bestehende Dienstleistungsangebot in bewährter Qualität sicherzustellen". Auch Dirk Müller als Geschäftsführer habe signalisiert, den Betrieb weiterführen zu wollen, hieß es vom Insolvenzverwalter.

Der Schwerpunkt der GmbH liegt auf der Gebäudereinigung. Vor allem in den letzten beiden Jahren habe es eine große Ausweitung von Umsatz und Mitarbeitenden gegeben – deutlich über die Köln-Bonner Region hinaus. Parallel dazu hätten sich die Steuerungsstellen im Unternehmen nicht adäquat entwickelt – insbesondere in den Bereichen Finanzen und Controlling, weil es wegen des "allgemein herrschenden Fachkräftemangels" nicht gelungen sei, Stellen in diesen Sektoren "in ausreichendem Maße" zu besetzen, so liest man auf der Internetseite des Unternehmens. Nun würden "alle laufenden Projekte und Aufträge in gewohnter Sorgfalt fortgesetzt".

Für die Belegschaft gebe es keine Veränderungen. Ihre Gehälter seien durch das Insolvenzgeld gesichert. Dirk Müller dankte seinem Team ausdrücklich dafür, "uns in den vergangenen Monaten mit großem Engagement unterstützt" zu haben und "gleichzeitig mit großem Einsatz für unsere Kundinnen und Kunden da" zu sein.

Dirk Müller, der gleichzeitig Obermeister der Gebäudereiniger-Innung Bonn-Rhein-Sieg ist und bis Anfang Oktober einer der beiden Vorstandsvorsitzenden der Berufsgenossenschaft BG Bau war, hatte sein Unternehmen 2011 gegründet. Vorher war er Mitgesellschafter des Bonner Gebäudedienstleisters Germania gewesen. Schon nach wenigen Jahren hatte er bei der Mitarbeitendenzahl die Germania überholt und war in die Spitzengruppe der größten Unternehmen im Raum Bonn/Rhein-Sieg-Kreis aufgestiegen.

Aktuell bedient Dirk Müller Gebäudedienste rund 300 Kunden mit 1.500 Objekten. Der Umsatz für 2022 wird mit 33 Millionen Euro angegeben. An Löhnen und Gehältern müssen monatlich gut zwei Millionen Euro aufgebracht werden. Laut Insolvenzverwalter soll es offene Forderungen von Lieferanten zum Beispiel von Reinigungsmaschinen geben. Auf der Facebook-Seite des Betriebs gibt es bereits mehrere Posts im Sinne von "Gemeinsam schaffen wir das", aber auch Fragen nach den ausstehenden Löhnen. /Harald Siebert/HH