»Maschineneinsatz geht vor Personaleinsatz – das war schon immer so. Doch wie sieht die Reinigungskraft der Zukunft aus?«

Wird es die klassische Reinigungskraft, wie wir sie heute kennen, noch geben? Ich glaube nicht. Zwischen Mensch und Maschine entstehen neue Beziehungen und das nicht nur in Konkurrenz, sondern vor allem auch in Partnerschaft. Produktivität und Qualität werden signifikant steigen, aber nur, wenn dies einhergeht mit höherer Flexibilisierung – und bestens ausgebildeten Reinigungsmechatronikern? Ich denke, dass die Reinigungskraft von morgen eine Symbiose bilden wird, bestehend aus den klassischen Aufgaben der heutigen Vorarbeiter und dem Zusammenspiel mit intelligenten Reinigungskomponenten. Das Wort Roboter für den Bereich der Gebäudereinigung kommt mir noch etwas schwer über die Lippen. Es gibt zu viele Parameter, die ein Roboter berücksichtigen müsste. Man stelle sich nur einmal den Zustand einer Schule nach Schulschluss vor. Wer räumt vergessene Stühle zur Seite?
Wo gemenschelt wird, da wird der Mensch nicht überflüssig. Aber er wird in Zukunft unterstützt von verschiedensten Symbionten. Die Zukunft wird vielleicht so aussehen: Der Reinigungsmechatroniker wird den zentralen Raum für Reinigungsmechatronik über einen personalisierten Chip betreten. Auf diesem sind die Raumgruppen detailliert hinterlegt. Die benötigten Komponenten sind bereits vorbereitet und werden ihm automatisiert über ein Sortiersystem auf den Reinigungswagen gestellt. Mopps? Bereits vorgetränkt und automatisch in Boxen verbracht. Reinigungstücher? Bereits vorgetränkt, automatisiert gefaltet und in entsprechenden Behältern verbracht. Beim Verlassen des Raums werden automatisch die intelligenten Reinigungskomponenten angedockt. Der Reinigungswagen bewegt sich selbstständig, gekoppelt durch modernste Chiptechnologie, immer im Radius des Reinigungsmechatronikers.
Nach Erreichen der Reviere werden die einzelnen Raumkomponenten überprüft und für die Roboter vorbereitet, die dann vom Reinigungsmechatroniker in den entsprechenden Räumen gemäß ihrer Aufgaben abgesetzt werden. Die Fertigmeldung erfolgt automatisch an das Tablet des Reinigungsmechatronikers, der gleichzeitig mehrere Maschinen einsetzen und überwachen wird. Das Steuerungssystem schafft Platz für komplexere Aufgaben und ermöglicht gleichzeitig die Überwachung der einzelnen Reinigungsroboter. Die Reinigungsroboter kehren selbstständig zurück und docken sich wieder an den Reinigungswagen an, um vom Reinigungsmechatroniker im Wartungsraum für den nächsten Einsatz vorbereitet zu werden. Zukunftsmelodien? Nein, die Zukunft hat bereits begonnen – mit vielen Veränderungen und wir sind ein Teil davon. Eine spannende Zeit.
Sascha Hintze