Reinigung in der Produktion von Messgeräten Die Messlatte liegt hoch

Bei der Fertigung hochsensibler Messgeräte hat absolute Sauberkeit in den Produktionshallen oberste Priorität. Gute Organisation, die Einstellung der Mitarbeiter zur ihrer Arbeit und auch die angewandten Reinigungsverfahren und Produkte müssen passen.

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    Alle Reinigungstextilien werden bei Wika selbst aufbereitet. In Mopp-boxen liegen die vorgetränkten Bezüge bereit.
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    Der ableitfähig ausgerüstete Epoxidharzboden wird einstufig gewischt.
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    Alle Edelstahlflächen werden bedarfsbezogen gereinigt.
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    Der Granit in der Eingangshalle wird manuell gereinigt. Ausnahme: Bei starker Verschmutzung im Winter kommt ein Reinigungsautomat zum Einsatz.
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    Gebrauchsfertige Unterhaltsreiniger sorgen für den ungetrübten Blick auf alte und neue Produkte von Wika.
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    Haben gemeinsam schon manches Reinigungsproblem gelöst (v.li.): Manfred Zentgraf, Gerold Roth (beide Tana) und Markus Eckelhöfer (Leiter Werkdienstleistungen Wika).

Die Messlatte liegt hoch

- Der Name Wika steht seit mehr als 60 Jahren für kompetente Lösungen in der Druck- und Temperaturmesstechnik. Das Unternehmen fertigt jährlich mehr als 43 Millionen Qualitätsprodukte und nimmt eine Spitzenposition im Weltmarkt ein. Die Fertigung hochtechnisierter und hochsensibler Produkte stellt natürlich auch an die Sauberkeit in den Produktions- und Fertigungshallen allerhöchste Anforderungen. Produziert wird bei Wika in aller Regel in Früh- und Spätschicht, in manchen Fertigungsbereichen auch in Nachtschicht. Eine Tatsache, die natürlich auch bei der Reinigung zu berücksichtigen ist. Für die notwendige Sauberkeit sorgen bei Wika 15 eigene Reinigungskräfte, unterstützt werden sie von einem externen Dienstleister. Koordiniert wird die Reinigung von Markus Eckelhöfer, Leiter Werkdienstleistungen. Er ist nach eigenen Worten „im Prinzip Mädchen für alles: Reinigung in den verschiedensten Werkbereichen, Grünanlagenpflege, Organisation bei Firmenevents - um nur einige Beispiele zu nennen, das fällt alles in meinen Aufgabenbereich“, umreißt das Organisationsgenie die vielschichtigen Aufgaben.

Im Regelfall wird von 6.00 Uhr bis 14.00 Uhr bzw. 15.00 Uhr gereinigt. In einigen Bereichen des Verwaltungsgebäudes wird erst nach 15.00 Uhr mit der Reinigung begonnen, um die Arbeiten hier möglichst wenig zu stören. „Die zu reinigende Fläche beläuft sich auf ca. 50.000 m2, etwa 25 Prozent haben wir an einen Dienstleister, die Lieblang Service GmbH, vergeben“, so Markus Eckelhöfer weiter.

Der Dienstleister Lieblang kümmert sich zum Beispiel um Hallen, die nur am Wochenende gereinigt werden können oder in denen im Dreischichtbetrieb gearbeitet wird. Dazu kommt die Glasreinigung. Auch die Reinigung im Kieser-Training-Fitnessstudio auf dem Firmengelände, das auch für die Öffentlichkeit zur Verfügung steht, ist Aufgabe von Lieblang.

Wischen mit vorgetränkten Bezügen

Im großzügigen Reinigungsraum, erste Station beim Termin vor Ort, werden nicht nur Reinigungsmittel und Utensilien vorgehalten. Hier stehen auch Waschmaschinen für die Moppwäsche. Markus Eckelhöfer: „Wir bereiten sämtliche Reinigungstextilien selbst auf. Das heißt, die Wischbezüge werden gewaschen und danach in Moppboxen gelegt und mit Reinigungsmittel vorgetränkt.“

Die Zudosierung der Reinigungslösung erfolgt über ein Time-Dos-Gerät, exakt ausgelegt für zwölf Bezüge in der Moppbox. Die einstufige Wischmethode (Twixter) mit den vorpräparierten Tüchern wird zum Beispiel im Gebäude 12 angewendet: Hier werden besonders sensible elektronische Messgeräte und Bauteile produziert. Deshalb ist der Boden, ein Epoxidharzbelag, ableitfähig ausgerüstet. Zusätzlich zur bauseitigen Ableitfähigkeit sind die Bodenflächen mit einer ableitfähigen Dispersion (Longlife Conductan) beschichtet. „Das ist eine Spezialdispersion zur Beschichtung leit- und ableitfähiger Böden. Es entsteht kein Isoliereffekt, der elektrostatische Ableitwiderstand des Belags bleibt unverändert erhalten“, erklärt Gerold Roth (Tana Professional). Er hat seinerzeit mit Markus Eckelhöfer die Dispersion auf Herz und Nieren getestet. Erst dann fiel die Entscheidung für den großflächigen Einsatz.

Da alle Mitarbeiter in diesem Gebäude ESD-Schuhe tragen, kommt es immer wieder zu starken Verschmutzungen, die durch den Schuhsohlenabrieb hervorgerufen werden. Mit einer einprozentigen Lösung eines Wischpflegemittels auf Seifenbasis (Ultan Vionet) lassen sich die unschönen Verstrichungen bei der Unterhaltsreinigung schnell entfernen. „Diese Wischpflege erzeugt zudem einen seidenmatten Pflegefilm mit ausgezeichneter Trittsicherheit. Dank ihrer Zusammensetzung und den dadurch gegebenen chemischen Eigenschaften ist sie auch zum Einsatz auf antistatisch wirkenden Oberflächen bestens geeignet“, zeigt sich Markus Eckelhöfer mit den Reinigungsarbeiten zufrieden.

Die Nutzung des Moppboxsystems bringt neben der angenehmen und leichten Verarbeitung gerade in diesem Fertigungsbereich weitere Vorteile: Es kann eine zu nasse Reinigung ausgeschlossen und keine Reinigungsflotte verschüttet werden.

Schutz und Trittsicherheit

In einigen Fertigungs- und Werkhallen bei Wika sind Bitumen- und Asphaltbeläge verlegt, die nach einer intensiven Grundreinigung mit einem Polymerprimer versiegelt wurden. Die weitere Pflege erfolgt seither mit einer hochglänzenden und strapazierfähigen Pflegedispersion (Ultan Longlife Diamond), um den Boden gegen mechanische Beanspruchung und schnellen Verschleiß zu schützen. Gleichzeitig wird mit dieser Bodenbearbeitung auch die unter Sicherheitsaspekten notwendige Trittsicherheit erreicht.

Die Reinigung der Böden erfolgt fast ausschließlich manuell. Markus Eckelhöfer liefert die Erklärung: „Wir haben zwar einen Reinigungsautomaten, aber wie in vielen anderen Industriebetrieben auch, ist eine maschinelle Reinigung in der Produktion nicht möglich. Wir haben eine extrem hohe Überstellung und eine sehr starke Flächennutzung.“

Der Automat kommt daher meist nur im Winter im großzügig ausgelegten Empfangsbereich zum Einsatz. Um den hier verlegten wertvollen Granitbelag zu erhalten, wird der eingetragene Nässeschmutz mit dem Automaten entfernt. Zur Reinigung bei gleichzeitiger Schonung des Granitbelags setzen die Reinigungskräfte einen Kraftreiniger im Automaten ein (Tanet Superclean). Mit diesem Reiniger lassen sich auch hartnäckige Grobverschmutzungen oberflächenschonend entfernen. Bei normaler Verschmutzung und manueller Reinigung der Eingangshalle kommt dieser Reiniger ebenfalls im einstufigen Wischverfahren zum Einsatz.

Hier im Eingangsbereich befinden sich auch einige Ausstellungsvitrinen. Die Exponate informieren über die Geschichte und die Produkte von Wika. Alle Vitrinen sind aus Vollglas gefertigt. Das hat den Vorteil, dass während der Reinigung keine statische Aufladung erfolgt und somit auch keine störende Staubbindung auftritt. Für die regelmäßige Reinigung der Glasvitrinen verwendet man bei Wika einen gebrauchsfertigen Unterhaltsreiniger (Tanet Sprinter Vit). Mit ihm lassen sich alle Schmutzablagerungen schnell und mühelos entfernen - einfach durch Aufsprühen und Abreiben mit einem sauberen, fusselfreien und saugfähigen Tuch.

Reduzierte Grundreinigung

In den Verwaltungsräumen ist ausschließlich Kautschukbelag verlegt. Er ist gemäß Pflegeanleitung des Herstellers mit einer reinigungsaktiven Pflegedispersion (Ultan B 250) eingepflegt. So wird ein elastischer und trittsicherer Schutzfilm mit leichtem Glanz erreicht. „Falls gewünscht, können wir durch Polieren die Optik noch verbessern und zudem den Pflegefilm länger erhalten“, erklärt Markus Eckelhöfer. Angenehmer Nebeneffekt: Kostenintensive Grundreinigungen werden hinausgezögert.

Die Unterhaltsreinigung wird einstufig mit einem Universalreiniger (Multitan) durchgeführt, der auf allen feuchtigkeitsbeständigen Oberflächen einsetzbar ist und dazu mit allen Reinigungsverfahren verarbeitet werden kann. Von Zeit zu Zeit erfolgt eine Reinigung mit einem Wischpflegemittel, um den durch „nur Reinigung“ bedingten Auslaugeffekt der Pflegedispersion - und damit früheren Verschleiß - zu verhindern. Auffallend beim Rundgang sind die zahlreichen Handläufe aus Edelstahl und die Edelstahlflächen in den Aufzügen, die ebenfalls mit Multitan gereinigt werden. „Hier reinigen wir bedarfsbezogen - also immer dann, wenn Griffspuren oder sonstige Verunreinigungen sichtbar werden“, erklärt Markus Eckelhöfer.

Hygiene ohne Kompromisse

Großen Wert legt der Leiter der Werkdienstleistungen bei Wika auf Sauberkeit und Hygiene in den Umkleide- und Waschräumen. So werden die beschichteten Metallumkleideschränke zweimal wöchentlich gereinigt. Dazu setzen die Reinigungskräfte einen gebrauchsfertigen, schnell wirkenden Kunststoffkraftreiniger (Sprinter Power) und Mikrofasertücher ein, um für die notwendige Sauberkeit und Hygiene zu sorgen. Alle Griffspuren, die unvermeidlich entstehen, wenn die Arbeiter mit teils ölverschmierten Händen in die Umkleiden kommen, lassen sich so vollständig, schnell und einfach beseitigen.

Keine Kompromisse geht Markus Eckelhöfer in den Sanitärräumen ein: Hier wird täglich penibel gereinigt. Ein Universal-Sanitärreiniger (Tasonil Ultrafresh) ist dabei Helfer zur Beseitigung alle Oberflächenverschmutzungen. „Die von mir geforderte gründliche Reinigung wird besonders an senkrechten Flächen durch die dickflüssige Konsistenz dieses Reinigers begünstigt“, zeigt sich Markus Eckelhöfer zufrieden. Einmal jährlich lässt er zudem eine Grundreinigung in allen Sanitärräumen durchführen.

Die beeindruckende Optik der Umkleiden und der Sanitäreinrichtungen lässt erkennen, dass Markus Eckelhöfer hier absolut keine Nachlässigkeiten duldet. Dies wird auch unterstrichen durch die konsequente Dokumentation der Reinigungsarbeiten im gesamten Werk. Jede Reinigungskraft muss in allen Bereichen die durchgeführten Arbeiten abzeichnen. Damit ist im Fall des Falles jederzeit nachweisbar, wann und von wem zuletzt gereinigt wurde.

Besucher bei Wika in Klingenberg erkennen schnell, dass hier für die Qualität der Produkte und für die Sauberkeit im gesamten Firmengebäude höchste Maßstäbe gelten.

Peter Hartmann | peter.hartmann@holzmannverlag.de