Deutsche Bahn: Mit Automatisierung gegen Graffiti

Graffiti auf Schienenfahrzeugen verursachen bei der Deutschen Bahn hohe Kosten. In einem Feldversuch sollen nun (teil-)automatisierbare Lösungen zu deren Entfernung erprobt werden.

Graffiti Deutsche Bahn
Noch bis zum 11. März läuft die erste Ausschreibung zur Graffitientfernung auf Schienenfahrzeugen. - © DB Regio

Graffiti sind für die Deutsche Bahn ein stetes Ärgernis. Neben den Kosten für deren Entfernung habe der Konzern auch die Kosten sowohl für die Bewachung der Fahrzeuge zu tragen, als auch für Pönalezahlungen, falls die Entfernung der Graffiti nicht rechtzeitig stattfindet. Daneben erfordere die Entfernung den Einsatz von Gefahrstoffen und führe zu Sonderabfällen .

Ein im letzten Jahr gestartetes Projekt befasst sich nun mit der Automatisierung der Graffitientfernung. In diesem Zuge testet die Bahn bis Ende Juni 2022 verschiedene Graffitientfernungsverfahren in einem Feldversuch am Standort Nürnberg. Das Projekt ist Teil des Konzernprogramms "Digitale Instandhaltung Fahrzeuge (DIFa)", in dessen Rahmen die Deutsche Bahn Automatisierungslösungen zur Optimierung der Prozesse in den Fahrzeuginstandhaltungswerken entwickelt.

Konkret sollen zur Entfernung von Graffiti zum Beispiel das herkömmliche Verfahren, basierend auf Gelen, aber auch Trockeneisstrahlen, Wasserhochdruck und andere Verfahren intensiv getestet werden. Ebenso werden gleichzeitig temporäre oder permanente Beschichtungen erprobt, welche den Einsatz bestimmter Verfahren möglicherweise erst zulassen. Ziel sei es, eine Gesamtlösung aus Verfahren und Beschichtung zu identifizieren, welche perspektivisch eine (Teil-)Automatisierung erlaubt. So könnten Opferschichten zum Beispiel den Einsatz von Wasserhochdruck erlauben und damit sowohl Kosten senken als auch Gefahrstoffe und Sonderabfälle reduzieren. Wird eine derartige Gesamtlösung identifiziert, sollen in einem weiteren Vergabeverfahren entsprechende Anlagen beschafft werden .

Firmen, die entweder geeignete Verfahren oder Beschichtungen anbieten, können bis zum 11. März ein entsprechendes Angebot für eine Demonstration auf einem Versuchsfahrzeug in Nürnberg abgeben. Ansprechpartner hierfür ist Markus Kühne von der DB Systemtechnik (Markus.Kuehne@deutschebahn.com). / GH